Batch-Programmierung

Was ist Batch-Programmierung?

Die Batch-Programmierung bezeichnet eine Programmierweise auf Basis von Batch-Dateien. Sie ist auch als Stapel-Verarbeitung bekannt, da Batch-Files einen Stapel an Befehlen darstellen. Diese Kommandos lassen sich auf Betriebssystemen wie beispielsweise MS-DOS automatisiert abarbeiten. Anwendung finden Batch-Files insbesondere im Zusammenhang mit der Steuerung und Konfiguration von Betriebssystemen. Batch-Dateien tragen die Abkürzung .bat. Ein bekanntes Beispiel ist die Datei Autoexec., mit der sich das Betriebssystem DOS starten lässt. Zwar hat die Batch-Programmierung mit dem Übergang zu moderneren Betriebssystemen an Bedeutung verloren, doch erweisen sich einige der Kommandos für bestimmte Arbeiten noch heute als nützlich.

Überblick und Allgemeines

Die Idee der Stapel-Verarbeitung hängt mit dem Beginn der IT zusammen. Die Lochkarten, auf denen sich Daten und Programme befanden, waren nach und nach in den Computer zu geben. Diese Reihenfolge entsprach der Reihenfolge, in der Rechner die Arbeitsschritte ausführen mussten. Nutzer konnten ihren Systemen auf diese Weise auch Befehle und Kommandos zukommen lassen. EDV-Anlagen könnten diese Stapel durch bestimmte Programme abarbeiten. Im Anschluss erfolgte die Speicherung und Ausgabe. Auch nachdem modernere Speichermedien diese Lochkarten verdrängt hatten, blieb das Arbeitsprinzip der Stapel-Verarbeitung im Sinne einer sequentiellen Abarbeitung von Kommandos aktuell. Zu den wichtigsten Betriebssystemen zur Stapel-Verarbeitung gehören OS/390, BS2000 von Siemens sowie MVS von IBM.

Batch-Files (Stapel-Dateien) und ihre Eigenschaften

Bei einer Batch-Datei handelt es sich grundsätzlich um eine Textdatei, die eine Befehlsfolge für das Betriebssystem bereithält. Der Begriff Stapel-Datei rührt daher, dass mehrere Befehlsketten oder Kommandosätze in einigen Dateien gebündelt werden. Andernfalls wäre es erforderlich, diese Kommandos händisch in die Tastatur einzugeben.

Einsatz finden Batch-Dateien in erster Linie im Zusammenhang mit wiederkehrenden Arbeitsabläufen. Die Batch-Programmierung oder Erstellung einer Batch-Datei erfolgt durch eine einfache Aneinanderreihung von Kommandos. Anschließend werden diese mit einem Dateinamen ausgestattet. Der Aufruf dieses Files erfolgt durch Eingabe des Batch-Namens in die Kommandozeile.

Funktionsweise

Die Batch-Programmierung basiert grundsätzlich auf bekannten Befehlen, die auch anderen Programmiersprachen zu eigen sind. Dazu gehören etwa if, while oder if not. Damit gehört die Batch-Programmierung zu den interpreterbasierten Skriptsprachen. Ein Unterschied zu anderen Programmierweisen besteht darin, dass die Batch-Programmierung nicht geeignet ist, um Anwendungen zu programmieren.

Batch-Files erfordern eine laufzeitorientierte Übersetzung in Binärcode, denn Programme mit den Kommandos werden im Anschluss an die Kompilierung nicht in Form ausführbarer Dateien gespeichert. Die Übersetzung in Maschinensprache kann durch eine Kommandozeile vorgenommen werden. Batch-Files lassen sich mit Text-Editoren bearbeiten und werden in der Kommandozeile in Binärcode übersetzt.

Die Ausführung der Datei durch die Kommandozeile erfordert eine präzise Batch-Syntax. Es dürfen also nur solche Zeichen und Befehle zum Einsatz kommen, die der Batch-Grammatik des verwendeten Systems entsprechen. Somit kann es vorkommen, dass Batch-Kommandos, die unter MS-DOS funktionieren nicht für spätere Microsoft-Betriebssysteme verfügbar sind.

Beispiele häufiger Batch-Befehle

Zu den wichtigsten Standard-Befehlen gehört das Kommando ECHO, dieses zeigt an, welcher Text in der Batch-Datei steht. Der Befehl ECHO Hallo gibt etwa ein Hallo aus. Der Batch-Befehl @ECHO OFF bewirkt äquivalent hierzu, dass die Befehle im Ausgabefenster nicht angezeigt werden. Das Kommando PAUSE unterbricht die Abarbeitung der Batch-Befehle. Dies geschieht so lange, bis Nutzer eine beliebige Taste betätigen. Dieser Befehl steht oftmals am Ende einer Batch-Datei, damit Anwender die Möglichkeit haben, das Ausgabefenster erneut auf Fehlermeldungen zu kontrollieren. Das Kommando REM kann vor einer Zeile des Batch-Files stehen und bewirkt, dass diese als Kommentar behandelt, nicht jedoch als Befehl ausgeführt wird.

Mit dem Befehl DEL oder ERASE können Nutzer eine oder mehrere Dateien löschen. Dieses Kommando lässt sich mit mehreren Parametern verbinden. So lassen sich mit /F auch schreibgeschützte Dateien löschen. /P bewirkt, dass für jeder Löschung eine Bestätigung eingefordert wird. Mit /S lassen sich ebenso sämtliche Dateien in jedweden Unterverzeichnissen löschen. Der Befehl DIR steht für Directory und dient dazu, sämtliche Verzeichnisse und Dateien des gegenwärtigen Verzeichnisses aufzulisten. DIR lässt sich weiteren Parametern verknüpfen, um beispielsweise nach spezifischen Dateitypen mit bestimmter Endung zu suchen. Mit dem Befehl RD lassen sich in der Batch-Programmierung Verzeichnisse löschen (Remove Directory).

Batch-Befehle und ihre Eigenschaften

In der Batch-Programmierung spielen die Eigenschaften der einzelnen Befehle eine wichtige Rolle. So ist zu berücksichtigen, dass die Befehle grundsätzlich nacheinander ausgeführt werden. Dies impliziert zum einen eine bestimmte Reihenfolge und zum anderen eine gewisse Warteschleife. Ein Befehl wird erst nach Abschluss des vorherigen ausgeführt. Mit einem Batch-Befehl werden daher niemals mehrere Programme gleichzeitig gestartet, sondern nacheinander.

Zudem lassen sich Batch-Kommandos meist mit weiteren Befehlen oder Parametern verbinden. Bei manuellem Aufruf eines Batch-Files in der Kommandozeile lassen sich mehrere Parameter anhängen. Im Hinblick auf den RD-Befehl beispielsweise können Anwender durch Verknüpfung mit anderen Parametern weitere Spezifikationen dieses Löschvorgangs festlegen. Mittels RD S Q können Nutzer sämtliche Dateien und (Unter-)verzeichnisse ohne Nachfrage (Q) im angegebenen Pfad (/S) löschen.


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