Florida Update

Was ist das Florida Update?

Ende November 2003 setzte Google Änderungen in seinem Ranking-Algorithmus fest, bei dem für sehr viele Suchbegriffe gewisse Filtermechanismen in Kraft traten. Die Folge davon war ein stürmischer Google Dance unter den Webseiten hinsichtlich ihrer Rankingpositionen. Der inoffizielle Name dieser Änderung lautet Florida Update, denn PC-Experten benennen Updates mit derart gravierenden Auswirkungen gern und oft nach Hurricanes.

Gründe für das Florida Update

“Die perfekte Suchmaschine … versteht exakt, was der Suchende meint, und gibt Ergebnisse aus, die exakt seinen Wünschen entsprechen.” Das waren die Worte des Google-Entwicklers Larry Page. Um dieses hoch gesteckte Ziel erreichen zu können, muss der Ranking-Algorithmus tadellos funktionieren und gegen Manipulationen und Spamattacken geschützt werden. Das Florida Update war in dieser Hinsicht ein Meilenstein. Es gab bei Google zahllose Probleme mit falschen Suchergebnissen und Spam, so dass 2003 die massiven Veränderungen im Page Rank-Algorithmus vorgenommen wurden.

Die Ausgangssituation

In 2003 war es ungefähr acht Monate lang relativ einfach, die eigene Ranking-Position bei Google mit diversen Tricks drastisch zu verbessern. Es reichte, möglichst zahlreiche externe Links mit identischem Linktext zu verfassen, Einträge in Pseudo-Verzeichnissen und Gästebüchern zu generieren und mit anderen beliebigen Internetseiten einen Linktausch zu betreiben – auch wenn diese für die eigene Website überhaupt keine Bedeutung hatten. Hier ging es lediglich darum, die Suchergebnisse bei Google zu manipulieren.

Immer mehr Unternehmen sprangen auf diesen Zug auf, nachdem sie erkannt hatten, wie hoch der Umsatz dank Google werden konnte. Nach mehreren vergeblichen Versuchen, diese Vorgehensweise zu unterbinden, entwickelte Google das Florida Update. Darin sind die folgenden Elemente enthalten:

Die Wortstamm-Analyse

Google war vor dem Florida Update dafür bekannt, dass die exakt richtige Schreibweise wichtig war, um Suchergebnisse zu generieren. Der Suchbegriff “Kostenmanagement” stimmte mit dem Begriff “Kosten-Management” auf der Seite nicht überein, sie wurde daher nicht gelistet. Seit dem Florida Update erkennt Google unterschiedliche Schreibweisen, Worttrennungen und den Wortstamm. Auch Einzahl und Mehrzahl werden von Google nun als miteinander verwandt anerkannt. Die Suchbegriffe werden zwar unterschiedlich behandelt, unterstützen aber dennoch beim Page Ranking.

Die Auswirkungen der Wortstamm-Analyse sind signifikant: Es werden deutlich mehr Dokumente angezeigt, die für das gesuchte Stichwort relevant sind; und auch viel mehr Links werden als bedeutend erkannt und gelistet. Grund dafür ist die Erkennung von Synonymen; variierende Linktexte helfen dabei, unter die ersten zehn Plätze zu gelangen. In den Suchergebnissen werden die eingegebenen Suchbegriffe und die erkannten Varianten in Fettschrift dargestellt. So erhält der Nutzer einen schnellen Überblick, welche Suchergebnisse präzise seiner Frage entsprechen.

Erkennen, was der Suchende sucht

Gab ein User vor dem Florida Update einen sehr allgemein gehaltenen Suchbegriff wie zum Beispiel “eBook” ein, konnte Google die Absicht des Suchenden nicht einschätzen. Wollte der User ein eBook kaufen? Wollte er sich informieren, was ein eBook überhaupt ist? Suchte er einen eBook-Reader?

Mit dem Florida Update kamen unterschiedliche Programme zum Einsatz, die die Reihenfolge der Suchergebnisse festlegen. Google leitet Annahmen von der Sucheingabe ab. Gibt der Nutzer den Begriff “Kindle eBook ‘Der kleine Prinz’” ein, geht Google davon aus, dass der Suchende genau weiß, was er will. Bei allgemein gehaltenen Suchanfragen, zum Beispiel “eBook“, bietet Google unterschiedliche Suchergebnisse an. Das heißt, dass die Kriterien für die Platzierung völlig neu gewichtet werden. Die Aufgabe der Unternehmen besteht darin, ihre Online Marketing-Strategie entsprechend auszurichten, um Umsatzeinbußen möglichst zu vermeiden.

Der Link als Empfehlung

Grundsätzlich geht Google davon aus, dass ein Link auf eine andere Website einer Empfehlung entspricht und dass die Seite, auf der der Link gesetzt wurde, mit dem Begriff im Linktext zu tun hat. Vor dem Florida Update nutzten immer mehr Firmen diese Annahme aus und erstellten, kauften oder tauschten Tausende von Links, die für ihren eigenen Webauftritt überhaupt nicht von Bedeutung waren. Aus diesem Grund wurden auch immer mehr irrelevante Seiten in den ersten Suchergebnissen gelistet.

Seit dem Florida Update prüft der Google-Algorithmus den Linktext auf den Inhalt. Beispiel: Ein eBook-Shop verweist per Link auf eine andere Internetseite. Im Linktext befindet sich der Begriff “Kompostierhilfe”. Google sieht diesen Link nicht mehr als relevante Empfehlung an. Die neue Strategie lautet demnach: “Jedem User das bieten, wonach er sucht.”

Neue Technologien für bessere Suchergebnisse

Im April 2003 erwarb Google das kleine Unternehmen Applied Semantics. Deren technische Entwicklungen nahmen großen Einfluss auf Googles Vorgehensweisen. Applied Semantics hatte sich zur Aufgabe gemacht, Systeme zu entwickeln, die die Inhalte einer Seite erkennen und deuten können. In diesem Zusammenhang entstand auch die AdSense Technologie. Jeder, der einen Internetauftritt betreibt, kann sich für dieses System anmelden. Google erkennt automatisch die Inhalte auf den Websites und blendet passende Werbetexte ein.

Auswirkungen des Florida Update auf das Ranking

Entscheidend für ein gutes Suchmaschinen-Ranking sind auch nach dem Florida Update folgende Punkte:

  • Erkennen, was der Suchende sucht.
  • Ein optimal strukturierter Auftritt im Internet und relevante Inhalte.
  • Ein bestmögliches Ranking dank relevanter Internet-Links

Seit dem Florida Update ist Google in der Lage, zahlreiche unterschiedliche Manipulationen zu erkennen. Werden die Suchergebnisse mit Hilfe externer Links künstlich beeinflusst, kann dies zu negativen Folgen im Ranking führen. Dennoch ist es wichtig, mit externen Links auf den eigenen Internetseiten zu arbeiten. Wer um einen Link bittet, sollte jedoch genau hinschauen, was im Linktext steht. Der Text sollte etwas mit dem eigenen Unternehmen bzw. dessen Angeboten zu tun haben. Als Faustregel gilt: “Wenn der Link auch ohne Suchmaschinen sinnvoll ist, beeinflusst er das Ranking positiv. Ist er es nicht, wird es gegebenenfalls gefährlich.”

Das Florida Update hat weiterhin dafür gesorgt, dass die Suchmaschinen auch Fließtexte immer besser verstehen. Entsprechend wichtig ist das “richtige” Texten für Webseiten. Die Aussagen auf den Internetseiten müssen thematisch zum Unternehmen passen.
Auch die Menge macht’s. Internetauftritte, die zu einem bestimmten Suchbegriffe viel Inhalt bieten, sind deutlich besser positioniert als Seiten, die nur wenig Text vorhalten.

Je öfter das Unternehmen seinen Internetauftritt erweitert, verändert oder durch relevante Inhalte ergänzt, desto besser entwickelt sich seit dem Florida Update das Ranking, und zwar nicht nur bei Google. Die Suchmaschinen – und natürlich auch die Besucher – nehmen die entsprechenden Neuerungen wahr und lassen sich dadurch überzeugen, dass dieser Internetauftritt wichtig ist und besser positioniert werden muss. So kann sich das Ranking innerhalb eines Jahres drastisch verbessern. Unternehmen wird empfohlen, die Ergänzungen in regelmäßigen Abständen vorzunehmen. Wer beispielsweise aus Zeitgründen nicht täglich an seiner Website arbeiten kann, sollte zumindest einmal pro Woche eine neue Seite erstellen.

Google straft ab: Weitere Auswirkungen des Florida Update

Im Kampf gegen Spam und Manipulation straft Google Website-Betreiber ab, die gegen die Qualitätsrichtlinien für Webmaster verstoßen. Google unterscheidet zwischen algorithmischer und manueller Abstrafung. Auch die Abstrafungsebenen sind unterschiedlich. Sie teilen sich wie folgt auf:

  • Keyword-Ebene
  • Verzeichnis- bzw. URL-Ebene
  • Subdomain-Ebene
  • Domainweite Ebene
  • Delisting bzw. De-Indexierung

Wann greift das Search Quality- oder Webspam Team von Google manuell ein?

  • bei reinem Spam, auch vom Benutzer selbst generierter Spam
  • bei versteckten Texten
  • bei nicht relevanten bis wertlosen Inhalten (aus Sicht des Besuchers),
  • bei Keyword-Spamming
  • bei unnatürlichen Backlinks, externen Links von der eigenen Website sowie seitenübergreifenden Backlinks

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