Google Plus

Was ist Google Plus?

Google Plus (auch Google+ geschrieben), das soziale Netzwerk aus dem Hause Google, hat den Durchbruch als Social Media Plattform nie wirklich geschafft. Nur noch rund 4 bis 6 Millionen Nutzer griffen von 2015 bis 2017 jährlich auf das Netzwerk zu. Gleichzeitig jedoch erreichen Beiträge theoretisch bis zu 2,2 Milliarden Mitglieder. Damit birgt es trotz seines desolaten Zustands ein gewisses Marketingpotential. Doch auch für SEO-Zwecke ist Google Plus nützlich.

Geschichte und Daten

Das Netzwerk Google Plus wurde im Juni 2011 durch Google ins Leben gerufen, um prominenten Social Networks wie Facebook eine eigene Plattform entgegenzusetzen. Zuerst war die Registrierung nur auf Einladung möglich, heute wird für jeden Nutzer ein Profil automatisch erstellt, wenn er einen Google Account anmeldet. Er kann dieses nutzen, oder inaktiv beiseite lassen.

Optisch erinnert das Design der Plattform 2018 am ehesten an Dienste wie Pinterest. Bilder und Beiträge sind in einem Stream eingebunden, Collections lassen sich ausklappen. Google+-Nutzer können untereinander über Google Mail oder den Google Plus Chat Nachrichten austauschen. Google Hangouts, ein eigenes Videochat-System sind außerdem für kleinere Videokonferenzen gut nutzbar und leicht zugänglich für Interessierte. Dazu müssen die Personen jedoch nicht per Community oder Circle verbunden sein und können auch auf Einladung beitreten. Hangouts können über Hangouts on Air auf YouTube archiviert werden.

Wie in anderen sozialen Netzwerken lassen sich Texte, Videos und Fotos posten, Nutzer in Beiträgen markieren und die geposteten Texte formatieren. Links können als eigener Post abgesetzt werden. Kommentieren und Teilen ist möglich. Nutzer folgen sich in Circles, die sich beispielsweise nach Familienmitgliedern, Freunden und Kollegen trennen lassen.

Das System Google

Über ein Viertel der gesamten Weltbevölkerung besitzt ein Google Plus Profil. Das zumindest legen die 2,2 Milliarden Einzelprofile nahe. Doch wie kann das sein, wenn das Netzwerk selbst im Jahr 2017 nur rund 5 Millionen Menschen erreichte? Die Antwort liegt in der Art, wie Google seine Funktionen schrittweise auf- und ausgebaut hat. Aktuell gehören zu dem ursprünglich als Suchmaschine gestarteten Unternehmen über einhundert einzelne Dienste, Softwareangebote und Netzwerke. Darunter sind neben der Google Suche auch Giganten wie das Betriebssystem Android und die Videoplattform YouTube. Durch Produkte wie Google Drive, Google Documents, Hangouts, News, Earth, Home, Maps und Mail verbindet Google nahezu alle Bereiche des Lebens miteinander unter dem einfachen Label: Google.

Für alle Googledienste ist dabei die Einrichtung eines Google Accounts notwendig. Ganz gleich ob es um die Nutzung der Smarthomefunktionen von Google Home und Nest geht, oder ob im Office Termine über Google Calendar abgestimmt werden sollen. Und auch zur Nutzung der auf Android basierenden Smartphones ist die Anmeldung mit dem eigenen Google Account, zwar nicht notwendig, aber hilfreich. So lassen sich Google Wallet und Google Play ganz einfach konfigurieren und machen die Nutzung von Apps und Bezahlung mit dem Handy möglich.

Viele Mitglieder, wenig Nutzer

Durch diese Verknüpfung und Anbindung aller Dienste an Google werden alle Google-Nutzer im Verlauf ihrer Nutzung irgendwann dazu aufgefordert, ihr Google Plus Konto einzurichten. Dieses Konto dient dazu, um beispielsweise Fotos ganz einfach direkt vom Smartphone auf das Social Network zu posten. Ob die Nutzer davon wirklich Gebrauch machen, ist für die Einräumung der Möglichkeit egal. Und so erhalten die meisten Google-Nutzer irgendwann einen Google Plus Account. Nur etwa 5 Millionen der 2,2 Milliarden Googlenutzer bespielen diesen Account aktiv. Sie machen die eigentlichen Google+-Nutzerzahlen aus, wie sie jährlich präsentiert werden.

Für Marketing Experten kann Google Plus jedoch auch 2018 noch attraktiv sein, obwohl das Netzwerk seine Hochzeit um das Jahr 2014 herum beendete. Damals wurden nach und nach die Funktionen des Netzwerkes und dessen Support heruntergefahren. Google zog über 1.000 Entwickler von dem Projekt ab und lockerte die Regeln rund um die soziale Plattform. So fiel für die Benutzerkonten beispielsweise der Klarnamenzwang weg. Warum ergibt es trotzdem Sinn, das Social Network aktiv zu nutzen?

3 Gründe für Marketing auf Google+

1. Spezialisten und Fachpublikum

Google Plus setzt heute auf Communities, die ein bestimmtes Interesse miteinander teilen. Am beliebtesten ist das Netzwerk in den vergangenen Jahren bei allen gewesen, die es für Fotografie und Kunst nutzen. Hier trifft Marketing auf eine interessierte Nutzergruppe, die über Equipment und Kameras diskutiert und eigene Fotos teilt. Auch Reiseblogger posten verstärkt noch ihre Collections, Sammlungen von Bildern und Inhalten, die sich gruppieren lassen. Visuelle Inhalte werden von dieser Nutzergruppe hervorragend angenommen. Über die Hälfte der Posts sind Bilder oder beinhalten prominent Fotos. So lassen sich visuelle Kampagnen und Infografiken verbreiten.

Die zweite große Nutzergruppe neben den Produzenten und Konsumenten visueller Mittel auf Google+ sind Marketing Experten. So bietet das Netzwerk eine hervorragende Möglichkeit nachzusehen, wie Kollegen und Konkurrenten ihre Werbekampagnen aufbauen und verbreiten, oder neue Kontakte zu schließen. Doch nicht alle Inhalte, die auf Google Plus geteilt werden, sind auch dafür gedacht, auf der Plattform durch Nutzer angezeigt zu werden.

2. Google-Anbindung und SEO

Google favorisiert seine eigenen Dienste. Das ist nur selbstverständlich, denn so werden Kunden ständig dazu angehalten, neue Produkte auszuprobieren. Für Google Ads optimierte Werbung, YouTube-Kanäle und Apps, die im Playstore verfügbar sind, werden zuerst angezeigt. Diese Regel trifft auch auf Google Plus zu. Und genau darum ist es sinnvoll, über das Netzwerk auffindbar zu sein. Eine Besonderheit des Netzwerkes ist es, dass alle Inhalte, die auf öffentlich gestellt sind, auch ohne Account einsehbar sind. Das bedeutet, dass Kunden, die nach einer Branche oder einem bestimmten Unternehmer suchen automatisch zuerst die Treffer aus dem GO Universum angezeigt bekommen. Sei es das Google+-Nutzerprofil, der YouTube-Kanal oder auch die Unternehmensinformation auf Google Maps. Die internen Treffer können, wenn alle Produkte genutzt werden, fast die gesamte erste Seite der Suche zu einem Namen einnehmen.

Das ist besonders dann ideal, wenn ein gängiger Name in großer Zahl im Netz vertreten ist, aber nur einmal im Marketing tätig. Aber auch unliebsame Artikel zum eigenen Brand lassen sich so auf Seite 2 verdrängen. Vor allem jedoch bietet diese Sortierung eine Möglichkeit, Besucher von der Suchmaschine auf das Netzwerk und direkt auf den eigenen Blog oder die Website umzuleiten. Dazu muss das Erste was der Suchende sieht, wenn er das Profil aufruft, ein frischer, ansprechender Link sein. Je öfter das Profil genutzt wird, desto aktiver schätzt der Algorithmus es ein und schlägt es dementsprechend vor. Das Google Plus Profil lässt sich außerdem hervorragend mit Google Maps verbinden, indem es dort auf der Adresse der Büroanschrift hinterlegt wird. Zusammen mit Kontaktdaten und der Möglichkeit zur Bewertung der Dienstleistungen erreichen Marketer vor allem lokal und regional eine größere Anzahl von Interessenten.

3. Circles als Ergänzung zu Businessnetworks

Google Plus Circles sind eine Möglichkeit, Kontakte direkt zum eigenen Netzwerk hinzuzufügen. Dabei sehen Nutzer, wer sie zu Circles hinzufügt, folgen jedoch nur zurück, wenn sie die Tätigkeit, das Profil und die Posts ansprechen. Wer Circles nutzen möchte, sollte also das Netzwerk tatsächlich ständig bespielen. Dann jedoch zeigt sich schnell, dass sich, ähnlich wie über LinkedIn oder Xing ein stabiles Businessnetz aufbauen lässt, in dem vor allem Branchenkollegen miteinander agieren. Sozusagen als SEO-Bonus werden die neuen geteilten Inhalte dann auch auf Google selbst angezeigt, wenn nach dem Betreffenden erfolgreich gesucht wurde.

Diese Strategie der Nutzung macht Google Plus auch 2018 attraktiv für Marketingzwecke. Da der Account automatisch durch die Nutzung der übrigen Dienste existiert, heißt es, ihn einfach mit aktuellen Kontaktdaten, einem ansprechenden Foto und einigen Posts zu füllen und schon lässt er sich sinnvoll nutzen zur Ergänzung des Marketing Mixes.


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