Der SEO-Management-Prozess

Wie Sie einen allgemeingültigen SEO-Management-Prozess verfassen, der sowohl für Shops als auch Websites gültig ist und jahrelang als Standard gilt. 

SEO-Prozess für Ihre Webprojekte

SEO ist die Online-Marketing-Disziplin für Perfektionisten. Jedes geschriebene Wort und jeder gute Backlink zahlen in Ihr Ranking ein. Sie können aber nur dauerhaft erfolgreich sein, wenn Sie es schaffen, Ihre Qualität in allen Bereichen konsequent hochzuhalten.

Um eine hohe Qualität zu gewähren, benötigen Sie eine strukturierte Übersicht über Ihren SEO-Prozess. Dieser SEO-Prozess gibt Ihnen bei allen Webprojekten, egal ob Online-Shop oder Website, einen allgemein gültigen Ablauf vor. Nutzen Sie ihn, um keine wichtige Aufgabe zu vergessen. Anhand dieses Prozesses werden Sie Risiken und Probleme, die während des Betriebs eines Projekts auftreten können, deutlich reduzieren und die SEO-Ergebnisse laufend verbessern. Der SEO-Management-Prozess ist ein ganzeinheitliches Konzept, welches dazu dient, eine gute und nachhaltige Performance in diesem Bereich zu gewähren. Es zielt auf fortlaufenden und langfristen Erfolg ab.

Auf dieser Seite erfahren Sie, welche einmaligen und wiederkehrenden Aufgaben zur professionellen Suchmaschinenoptimierung gehören und wie Sie mit nachhaltigem SEO die Qualität Ihrer Seite kontinuierlich verbessern können. Dabei spielen die technischen als auch inhaltlichen Aufgaben eine gleich starke Rolle für den Erfolg im SEO.

Das Wichtigste in Kürze

  • Worum geht es?
    SEO-Management-Prozess
  • Inhalte
    Ein SEO-Projekt gliedert sich in einmalige (Keywordanalyse, Content-, Technik- und Offpage-Konzept) sowie wiederkehrende Aufgaben
  • Key-Takeaway
    Der SEO-Prozess gibt bei allen Projekten einen allgemein gültigen Ablauf vor.

Einmalige Aufgaben

  • Keywordanalye und Keyword-Konzept
    Bei der Keywordanalyse werden die Schlüsselwörter ermittelt, für die der Webauftritt optimiert werden soll, da sie den größten Nutzen versprechen. Hierbei werden alle relevanten Daten wie Saisonalität, AdWords-Daten, Profitabilität, aktuelle Rankings, Suchvolumen, Wettbewerbsdichte uvm. berücksichtigt. Die Keywords werden schließlich geclustert und diversen Content-Arten zugeordnet. 
  • Technik-Konzept
    Im Rahmen des Technik-Konzepts erfolgt eine Komplettanalyse der Internetpräsenz. Die Website wird mit Crawlern analysiert, es wird eine Checkliste durchgearbeitet und die einzelnen Seiten individuell von Experten überprüft. Außerdem werden Lösungsvorschläge für die einzelnen Schwachstellen, wie z. B. die Ladezeiten, erarbeitet und eine verlässliche Tracking-Systematik erstellt. 
  • Content-Konzept
    Das Content-Konzept beinhaltet u. a. die Analyse der bestehenden Texte auf der Website, Vorgaben für neuen Content werden gemacht, die Content-Strategien der Mitbewerber werden unter die Lupe genommen sowie Content-Pläne für einen Blog bzw. Ratgeber erstellt. 
  • Analyse der Google Webmaster-Tools
    Die Google Webmaster-Tools sind der ideale Ausgangspunkt für die Analyse eines Webprojekts, kommen die Daten doch aus erster Hand. Hier kann man einfach herausfinden, welche Suchanfragen tatsächlich zu Impressionen und Klicks in den Google-SERPs geführt haben und daher bei der Optimierung potenziell von Interesse sind. 
  • Offpage-Konzept
    Das Offpage-Konzept ist ein individuelles Konzept zur optimalen Strategie des Linkaufbaus. Es werden dabei mehrere Wettbewerber anhand verschiedener Kriterien unter Verwendung sowohl der gängigen als auch selbst erstellter SEO-Tools analysiert. Zudem wird das aktuelle Linkprofil auf mögliche Risiken untersucht (Detox-Analyse), neue Linkaufbau-Möglichkeiten erarbeitet und die Rahmenbedingungen für den Linkaufbau vorgegeben. 
  • Roadmap
    Im Rahmen der SEO-Strategie werden alle SEO-Teilbereiche wie Content, Technik und Linkaufbau während der ersten Wochen so optimiert, dass rasche Erfolge möglich sind. Das liegt u. a. an der Erstellung einer Road Map, die sofort nach Beginn des Projekts die wichtigsten SEO-Probleme behebt. 
  • Schulung der Projekt-Beteiligten
    Alle Beteiligten werden vor Beginn oder während des Projekts in den relevanten SEO-Basics geschult. 
  • Festlegung regelmäßiger Telkos oder Termine
    Die regelmäßigen Termine dienen dazu, den Projektfortschritt mit allen Projektbeteiligten zu besprechen und die nächsten Schritte und Optimierungsmaßnahmen zu planen. 

Iterative Prozesse/Aufgaben

  • Projektmanagement
    SEO ist keine einmalige Angelegenheit, Webseiten ändern sich ständig und daher ist auch SEO ein fortlaufender Prozess, der planmäßig betrieben werden muss. Mit der Road Map (siehe oben) sollte laufendes Projektmanagement betrieben werden. Ein Projektleiter muss prüfen, ob die einzelnen Punkte zeitgemäß umgesetzt werden. Ein Online-Projektmanagement-Tool in Verbindung mit regelmäßigen Telkos oder Meetings ist hier sehr sinnvoll.
  • Keywords
    Keywords sind der Schlüssel zum Erfolg Ihrer Maßnahmen im Bereich SEO. Nur wenn die richtigen gewählt wurden, bekommen Sie auch die gewünschten Besucher auf Ihre Website. Doch Schlüsselwörter sind nicht statisch. Die Keywords für den Linkaufbau sollten monatlich angepasst werden. Je nachdem, wie schnell sich welche Keywords entwickelt haben, können neue genutzt werden. Je nach SEM-Performance, Saisonalität, neue Produkte / Marken, können neue Keywords genutzt werden und durch gute Links besser Positionen erreicht werden
  • Ständiger Linkaufbau
    Nur wenn eine Webseite regelmäßig neue Links erhält, kann diese ihre Performance verbessern. Linkaufbau ist keine einmalige Aufgabe sondern muss dauerhaft betrieben werden. Nur so halten Sie Ihre Positionen und haben die Chance auf bessere.
  • Links (Kontrolle)
    Anhand von Links beurteilen Suchmaschinen unter anderem die Popularität von Webseiten. Doch nicht jeder Link trägt auch zu einem hohen Suchmaschinen-Ranking bei, außerdem schläft die Konkurrenz nicht. Prüfen Sie daher regelmäßig Ihre Links und die des Wettbewerbs und achten Sie auf folgende Punkte:
    • Qualität der eigenen Links
    • Verfügbarkeit der eigenen Links
    • Aktivität der Wettbewerber
    • Neue Linkaufbau-Möglichkeiten
    • Linkarten (Mix)
    • Mischung der Linktexte
  • SEO-Tracking
    Nur wenn die SEO-Maßnahmen auch von Erfolg gekrönt sind, sprich sichtbare Ergebnisse produzieren, haben sie im Unternehmen eine Daseinsberechtigung. SEO-Tracking gibt ihnen zum Beispiel Antworten auf folgende Fragen:
    • Über welche Keyword wird der meiste Traffic generiert
    • Welche Keywords sind die umsatzstärksten
    • Welche Keywords sind in der Schwelle (Position 11-40)
    • Wie sind die Verkettungen zu anderen Kanälen z.B. SEA
    • Wie entwickeln sich die wichtigen 100-500 Keywords (täglich)
    • Wie entwickeln sich alle 1.000 - 5.000 Keywords (wöchentlich)
    • Wie ist die gesamte Sichtbarkeit im Vergleich zum Wettbewerb (laut Sistrix und Xovi)
    • Wie entwickelt sich die Anzahl der indexierten Seiten
    • Wie entwickelt sich die Ladezeit der Website und deren Unterseiten
  • Webcontrolling
    Nur wenn Sie den Weg Ihrer Besucher durch Ihre Webseite kennen, können Sie Ihr SEO letztlich optimieren.
    • Welche Rolle spielt SEO in der User Journey?
    • Wie hoch ist die Absprungquote für welche Keywords?
    • Verweildauer, CR, etc. für die wichtigsten Keywords?
    • Wie entwickelt sich der Traffic über die Keywords, die durch SEO optimiert werden?
  • Qualität
    Qualität ist im SEO essentiell. Überprüfen Sie deshalb regelmäßig die Qualität in allen Bereichen: Content, Technik, Linkaufbau. Sind die Texte gut und ausreichend lang? Eventuell sollte sogar mit zusätzlichen Inhalten wie Bildern, PDFs, Videos, etc. gearbeitet werden.
  • Meta-Tags
    Sind die Backlinks gut? Um die Qualität der Link bewerten zu können, muss die Stärke der Website gemessen werden, der Eintrag oder Text in dem der Link gesetzt ist selbst und die Themenrelevanz von Website und Text. Ist die Website technisch einwandfrei? Zum Beispiel keine gebrochenen Links, gute Ladezeiten, etc. - die wichtigen Kriterien für die Qualität können Sie in den Google Webmaster Tools messen.
  • Content
    Content is king! Vor allem Text-Content ist wichtig, damit Google das Thema von Webseiten bestimmen kann. Stellen Sie sich daher folgende Fragen:
    • Wird laufend Content aufgebaut? Z.B. Produkttexte, Ratgeber, Glossar, Blogs, etc. – auch die Content-Erstellung sollte wie der Linkaufbau dauerhaft betrieben werden
    • Existiert Duplicate Content (DC) intern oder extern (prüfen mit Copyscape)
    • Welche neuen Content-Arten können genutzt werden? Zum Beispiel ein FAQ.
    • Welche Content-Arten nutzt der Wettbewerb? Wie viel Content baut er pro Monat auf? Wie lang sind die Produkt-Texte von Ihren Wettbewerbern?
  • Google-Updates
    Google ändert ständig etwas an seinem Algorithmus, mit dem die Suchergebnisse in eine Reihenfolge gebracht werden. Mal sind die Auswirkungen geringer, mal stärker. Ein Mitarbeiter muss regelmäßig alle Google-Updates prüfen und überlegen wie und ob sich diese auf die Prozesse auswirken. Es ist wichtig, dass dieser Mitarbeiter eine Bringschuld hat und auf andere zugeht. Es gibt einige Websites, die über Google Updates berichten, z.B. www.seomoz.org/google-algorithm-change oder www.seowetter.de Webprojekte, die stark an Sichtbarkeit verlieren oder gewinnen, müssen auf Ursachen hierfür untersucht werden. Diese "Movers and Shakers" werden bei Sistrix oder Searchmetrics angezeigt. Wenn Sie die Gründe für den Anstieg oder Abfall finden, können Sie wichtige Erkenntnisse über den Algorithmus von Google gewinnen und diese Informationen für Ihr Projekt nutzen!
  • SEM
    Bezahlte Werbeanzeigen bei Google liefern wichtige Erkenntnisse, die Sie auch in der Suchmaschinenoptimierung nutzen können. Welche Keywords bringen die meisten Sales und auf welchen Positionen sind diese Keywords in der organischen Suche? Das sollten Sie laufend prüfen, sonst geht Ihnen Umsatz verloren. Testen Sie neue Keywords durch SEM-Kampagnen, bevor diese im SEO optimiert werden.
  • PR
    Wichtig für eine gute Performance in Sachen SEO ist auch, dass im Web über Sie gesprochen wird. Das ist das Ziel von PR.
    • Neue Pressemeldungen erstellen und auf themenrelevanten und reichweitenstarken Websites veröffentlichen. 
    • Laufende Kontrolle z.B. durch Google Alerts, wo etwas von Ihrem Unternehmen veröffentlicht wird. Google Alerts sollten auch für Wettbewerber genutzt werden, so finden Sie Links und News. Das können z. B. auch Gutschein-Kampagnen sein.
  • Social Media
    Mit Social-Media-Aktivitäten können Sie Ihre SEO-Maßnahmen gezielt unterstützen. Seien Sie in einem eigenen Blog, auf Facebook und Twitter aktiv. Hier sollte vor allem darauf geachtet werden, dass Social Media nicht komplett vernachlässigt wird. Ansonsten ist Social Media eine eigene Disziplin, die über eigene Teams oder Experten abgebildet werden sollte und nicht durch SEOs.
  • Produkte / z.B. neue Produkte und Marken
    Wichtig bei der Einrichtung von SEO-Prozessen in Unternehmen ist auch, einige Abteilungen (z. B. das Marketing) mit ins Boot zu holen. Denn diese können u. U. relevante Informationen für die Suchmaschinenoptimierung liefern.
    • Prüfen, welche Produkte und Marken zum Sortiment hinzukommen
    • Texte erstellen
    • Keywords im Reporting aufnehmen
    • Im Linkaufbau berücksichtigen
    • Interne Verlinkung optimieren
  • Trends und Innovationen
    Im Bereich Suchmaschinenoptimierung ändert sich ständig etwas. Daher ist es hier besonders wichtig, "am Ball zu bleiben" und neue Trends nicht zu verschlafen. Regelmäßige Analysen nach neuen Tools, neue Strategien, neuen Studien, etc. sind wichtig Trends wie Mobile-SEO, hierzu kann geprüft werden wie sich der Traffic über mobile Endgeräte entwickelt. Nutzen Sie hierfür Ihr Webcontrolling Tool. Teilnahme an Webinaren (häufig kostenlos) Teilnahme an Kongressen und Veranstaltungen. Im Idealfall sollte jede Veranstaltung von einem Teammitglied besucht werden das dann wiederum andere Teammitglieder schult.
  • Wissensmanagement
    Wenn das Know-how nur in den Köpfen Ihrer Mitarbeiter vorhanden ist, nehmen diese es bei einem Ausscheiden aus dem Unternehmen auch mit zur Konkurrenz. Aktives Wissensmanagement ist deshalb eine wichtige Aufgabe im SEO-Prozess. Erfahrungswerte, Standards, etc. sollten sorgfältig in einem internen Wiki dokumentiert werden. Empfehlenswert ist hier ein modernes Wiki wie Confluence www.atlassian.com/de/software/confluence/overview/team-collaboration-software 
  • Technik
    Eine Website ist - technisch gesehen - ständig im Wandel. Daher muss sie auch ständig auf SEO-relevante Veränderungen überprüft werden.  Alle Änderungen an der Technik (Realeses) aus SEO-Sicht prüfen und freigeben Regelmäßige Schulungen für die Entwickler. Support bei Fragen für die internen Entwickler. Google Webmaster Tools checken Interne Verlinkung und ausgehende Links mit Xenu oder Screaming Frog prüfen. Das ist wichtig, wenn z.B. gebrochene Links entstanden sind. Neuerdings bieten auch Online-Tools diese Dienste an z.B. de.onpage.org - überlegen Sie sich aber, ob das nötig ist. Neue Möglichkeiten nutzen z.B. die Bewertungen, Preise, Lagerbestand in der Description anzeigen.

Tipp

An diesem Prozess bzw. dieser Checkliste sehen Sie schnell, dass Angebote von Agenturen die für wenige hundert Euro SEO für Sie betreiben wollen, nicht seriös sein können. Sie erkennen sicherlich auch, dass viele dieser Aufgaben am besten Inhouse also von Kundenseite durchgeführt werden sollten. Wenn Sie SEO richtig erfolgreich betreiben möchten benötigen Sie trotz Agentur einen kompetenten Inhouse Ansprechpartner.