Welche Arten von Ankertexte gibt es?

Kurzantwort
Es gibt sechs zentrale Arten von Ankertexten: Marken-Ankertexte, nackte URLs, generische Formulierungen, teilweise passende Wortgruppen, exakt passende Keywords und Bild-Links mit Alt-Text. Ein natürliches Backlink-Profil besteht überwiegend aus Marken-, URL- und variierenden Ankertexten. Exakte Keyword-Anker sind wirksam, fallen bei häufiger Verwendung aber besonders schnell als unnatürlich auf.
Ankertexte sind die sichtbaren und anklickbaren Wörter eines Links. Welche Verteilung sinnvoll ist, hängt von Marke, Branche, Seitentyp und bisherigem Linkaufbau ab. Feste Idealquoten gibt es deshalb nicht. Es gibt jedoch klare Muster, mit denen du ein auffälliges Profil früh erkennst und interne wie externe Links besser steuerst.
1. Sechs Arten von Ankertexten
Die folgende Einteilung deckt die Ankertexte ab, die bei einer Backlink-Analyse und bei der internen Verlinkung regelmäßig relevant werden. Die Prozentangaben sind Prüfkorridore für ein natürlich gewachsenes externes Linkprofil, keine Google-Vorgabe. Bei jungen Marken, Onlineshops, Verzeichniseinträgen oder stark redaktionell geprägten Branchen kann die tatsächliche Verteilung deutlich abweichen.
| Art des Ankertexts | Beispiel | Typischer Prüfkorridor | Einordnung |
|---|---|---|---|
| Marken-Ankertext | OSG oder Online Solutions Group | 30 bis 50 Prozent | Natürlich und meist risikoarm |
| Nackte URL | seoagentur.de | 15 bis 30 Prozent | Typisch für Quellen, Profile und Empfehlungen |
| Generischer Ankertext | zur Website, diese Analyse | 10 bis 20 Prozent | Natürlich, aber thematisch wenig präzise |
| Teilweise passender Ankertext | professionelle Analyse des Linkprofils | 10 bis 20 Prozent | Verbindet Kontext und Keyword-Relevanz |
| Exakt passendes Keyword | Backlink-Analyse | 0 bis 5 Prozent | Starkes Signal mit erhöhtem Überoptimierungsrisiko |
| Bild-Link mit Alt-Text | Logo mit Alt-Text OSG | 0 bis 10 Prozent | Der Alt-Text übernimmt die beschreibende Funktion |
Die Werte müssen nicht exakt 100 Prozent ergeben, wenn ein Analysewerkzeug Mischformen unterschiedlich klassifiziert. Ein Markenname zusammen mit einem Keyword kann beispielsweise als Markenanker oder als teilweise passender Anker erscheinen. Wichtiger als eine mathematisch perfekte Quote ist der Vergleich mit der eigenen Historie und mit glaubwürdigen Wettbewerbern derselben Branche.
1.1 Marken-Ankertexte
Marken-Ankertexte enthalten den Firmen-, Produkt- oder Domainnamen, etwa „OSG“, „Online Solutions Group“ oder „seoagentur.de Backlink-Check“. Solche Links entstehen häufig bei Empfehlungen, Presseberichten, Partnerschaften und Quellenangaben. Bei einer bekannten Marke darf ihr Anteil deutlich höher liegen als bei einem neuen Unternehmen, das bisher hauptsächlich durch gezielten Linkaufbau erwähnt wurde.
1.2 Nackte URLs
Bei nackten URLs ist die Internetadresse selbst verlinkt, beispielsweise https://www.beispiel.de/ratgeber/. Diese Form entsteht häufig in Verzeichnissen, Foren, Quellenlisten und Profilen. Eine größere Zahl solcher Links ist nicht automatisch ein Qualitätsmerkmal, wirkt in der Gesamtverteilung aber meist natürlicher als eine lange Serie identischer Money-Keywords.
1.3 Generische Formulierungen
Generische Ankertexte lauten zum Beispiel „diese Studie“, „zur Website“ oder „weitere Informationen“. Sie geben Google weniger thematischen Kontext, passen jedoch zum normalen Schreibverhalten redaktioneller Autoren. „Hier klicken“ ist trotzdem keine gute Empfehlung: Der Text hilft weder dem Leser noch Nutzern von Screenreadern zu verstehen, welches Ziel sie erwartet.
1.4 Teilweise passende Wortgruppen
Teilweise passende Anker enthalten das relevante Keyword eingebettet in eine natürliche Formulierung. Statt nur „Backlink-Analyse“ zu verlinken, kann ein Satz auf „eine ausführliche Analyse des Backlink-Profils“ verweisen. Diese Variante ist für die interne Verlinkung besonders nützlich, weil sie Thema, Ziel und Lesefluss miteinander verbindet.
1.5 Exakt passende Keywords
Ein exakt passender Anker besteht genau aus dem Keyword, für das die Zielseite ranken soll. Für eine Seite über Linkaufbau wäre das beispielsweise „Linkaufbau Agentur“. Der Anker sendet ein sehr klares thematisches Signal. Wiederholt sich dieselbe kommerzielle Formulierung bei vielen externen Links, entsteht zugleich das auffälligste Muster im gesamten Profil.
1.6 Bild-Links und Alt-Texte
Ist ein Bild verlinkt, fehlt der klassische Textanker. Suchmaschinen nutzen dann den Alt-Text des Bildes als beschreibendes Signal. Ein Firmenlogo sollte deshalb einen passenden Markennamen tragen. Ein mit „SEO Agentur München günstig kaufen“ überladener Alt-Text löst dagegen kein Ankertextproblem, sondern verschiebt die Überoptimierung lediglich in das Bildattribut.
2. Welche Schlüsselwörter gehören hinein?
Ein sinnvoller Ankertext benennt das Ziel so konkret, dass der Leser seine Erwartung vor dem Klick prüfen kann. Für eine Leistungsseite eignen sich der Markenname, die Leistung oder eine natürliche Kombination daraus. Bei einem Ratgeber darf der Anker die beantwortete Frage oder das behandelte Problem aufnehmen. Entscheidend ist die Übereinstimmung mit dem tatsächlichen Inhalt der Zielseite.
Der einfachste Ankertext-Test
Lies den Satz ohne URL und frage dich, ob du allein anhand der verlinkten Wörter weißt, was dich nach dem Klick erwartet. Wenn die Antwort nein lautet, ist der Anker zu allgemein. Verspricht der Text mehr als die Zielseite liefert, ist er zu aggressiv formuliert.
3. Zweck für Ranking und Nutzer
Der Ankertext erfüllt zwei Aufgaben gleichzeitig: Er ordnet die Zielseite thematisch ein und führt den Leser zum nächsten sinnvollen Inhalt. Suchmaschinen erhalten dadurch Informationen über den Zusammenhang zwischen Ausgangsseite und Zielseite. Nutzer erkennen, ob der Link ihre aktuelle Frage vertieft, eine Quelle öffnet oder zu einem Angebot führt.
Das wird besonders bei der internen Verlinkung sichtbar. Verlinken fünf relevante Ratgeber mit unterschiedlichen, aber klaren Formulierungen auf dieselbe Leistungsseite, entsteht ein konsistenter Themenzusammenhang. Verweisen dieselben Seiten nur mit „mehr lesen“ auf verschiedene Ziele, bleibt dieser Zusammenhang für Leser und Suchmaschine unnötig unscharf.

Der Textanker allein macht einen Link allerdings nicht wertvoll. Für die Bewertung zählen zusätzlich Linkattribut, Online-Status, Linkstärke, thematische Umgebung und die Rankings der verlinkenden Seite. Eine präzise Keyword-Formulierung auf einer ungeeigneten oder kaum relevanten Seite wiegt diese Schwächen nicht auf.
4. Regeln aus dem Risiko ableiten
Der häufigste Fehler beginnt nicht mit einem einzelnen exakten Anker. Er entsteht, wenn eine Kampagne denselben Begriff wiederholt, weil er bei der ersten Platzierung sinnvoll wirkte. Nach zehn oder zwanzig Kooperationen sieht das Profil nicht mehr redaktionell gewachsen aus. Es zeigt die Vorgabe hinter dem Linkaufbau. Je kommerzieller das Keyword, desto deutlicher fällt diese Wiederholung auf.
Exakte Keyword-Anker sind zugleich wirksam und riskant. Sie beschreiben die Zielseite sehr präzise, erzeugen in Masse aber das klarste unnatürliche Muster. Bei bezahlten Platzierungen solltest du deshalb keine Serie identischer Money-Keywords diktieren. Marke, URL und natürliche Teilformulierungen bieten meist den glaubwürdigeren Rahmen.
Aus diesem Risiko lassen sich die wichtigsten Regeln direkt ableiten: Ankertexte müssen beschreibend sein, zur Zielseite passen und über mehrere Links hinweg variieren. Die Variation sollte sprachlich echt bleiben. Zehn künstlich umgestellte Versionen desselben Money-Keywords sind keine Vielfalt, wenn jeder Anker dieselbe kommerzielle Absicht erkennen lässt.
5. Vor Kampagnen die Verteilung prüfen
Der teuerste Fehler ist eine Kampagne, die ein bereits überrepräsentiertes Muster weiter verstärkt. Bevor du neue Links planst, solltest du deshalb den aktuellen Bestand nach Markenankern, URLs, generischen Formulierungen, Teiltreffern und exakten Keywords gruppieren. Erst danach lässt sich entscheiden, welche Anker bei neuen Platzierungen das Profil sinnvoll ergänzen.
Genau diese Übersicht liefert der Anchor-Text-Export im Backlink-Tool der Performance Suite. Das Ergebnis überrascht oft, weil alte Kampagnen, frühere Dienstleister und längst vergessene Kooperationen weiter im Profil stehen. Die Performance Suite bietet für Backlinks mehrere kuratierte Exporte, darunter Anchor-Texte, verlorene Links und Wettbewerber-Profile.
Wenn du die aktuelle Verteilung mit deinen eigenen Daten prüfen möchtest, kannst du einen Free Account anlegen:
Eine sinnvolle Kampagnenentscheidung lautet selten „Wir brauchen jetzt fünf Links mit Keyword X“. Sie lautet eher: „Der Markenanteil ist niedrig, exakte Money-Keywords sind bereits stark vertreten und die Zielseite erhält kaum variierende Teiltreffer.“ Daraus folgt eine konkrete Vorgabe für die nächsten Platzierungen, ohne ein starres Idealprofil zu erfinden.

6. Interne Ankertexte gezielt steuern
Über fremde Ankertexte hast du selten vollständige Kontrolle. Redaktionen ändern Formulierungen, Nutzer setzen URLs und Verzeichnisse übernehmen den Firmennamen. Bei bezahlten Kooperationen ist mehr Abstimmung möglich, doch selbst dort sollte der Text redaktionell glaubwürdig bleiben. Die sauberste Stellschraube liegt daher in deinen eigenen Inhalten.
Bei der Optimierung interner Ankertexte kannst du Zielseite, Wortlaut und Linkumgebung selbst bestimmen. Nutze diese Kontrolle, um zentrale Seiten mit verschiedenen präzisen Formulierungen zu stärken. Ein Ratgeber über Backlink-Kosten darf anders auf eine Leistungsseite verweisen als ein Artikel über Linkqualität, obwohl beide Links dasselbe Ziel haben.
Ein häufiger Grenzfall sind mehrere Seiten, die ähnliche Suchintentionen abdecken. Hier kann eine starke interne Verlinkung die falsche URL zusätzlich stärken und Keyword-Kannibalisierung verschärfen. Prüfe deshalb zuerst das Keyword-Mapping: Jedes wichtige Suchthema braucht eine bevorzugte Zielseite, auf die passende interne Anker konsistent verweisen.
7. Empfehlungen für gute Ankertexte
Gute Ankertexte entstehen aus dem Satz und aus der Zielseite, nicht aus einer isolierten Keyword-Liste. Schreibe zunächst den redaktionell passenden Satz. Markiere anschließend die Wörter, die das Linkziel am klarsten beschreiben. Erst danach prüfst du, ob sich ein relevantes Keyword natürlich integrieren lässt.
Praktische Reihenfolge: Prüfe zuerst die Zielseite, dann den Satzkontext, anschließend die bisherige Ankertext-Verteilung und zuletzt das gewünschte Keyword. Diese Reihenfolge verhindert, dass ein kommerzieller Suchbegriff den Inhalt und den Lesefluss bestimmt.
Bei externen Kooperationen sollte dein Briefing mehrere mögliche Formulierungen erlauben. Gib Thema, Zielseite und redaktionellen Kontext vor, aber vermeide die Anweisung, jede Platzierung mit demselben exakten Money-Keyword zu versehen. Gute Publisher formulieren den Link passend zu ihrem Text. Genau diese sprachliche Eigenständigkeit unterstützt ein glaubwürdiges Gesamtbild.
Du kannst dein aktuelles Profil zusätzlich mit dem kostenlosen Backlink-Check prüfen. Der Check zeigt unter anderem wichtige Links, Popularität, Linkpower und Spam-Score.
8. So gehen wir vor
Zu Beginn einer Linkaufbau-Kampagne analysieren wir bestehende Links, Zielseiten und Anchor-Verteilung. Danach legen wir fest, welche Themen und Linkziele den größten fachlichen Hebel haben und welche Ankertypen das Profil ergänzen. Neue Platzierungen werden einzeln nach Linkattribut, Online-Status, Linkstärke und rankenden Keywords geprüft. Bei der strategischen Linkaufbau-Betreuung bleiben Maßnahmen und ihre spätere Wirkung in einer gemeinsamen Datenbasis nachvollziehbar.
9. Häufige Fragen zu Ankertexten
Was ist ein Ankertext einfach erklärt?
Ein Ankertext ist der sichtbare und anklickbare Text eines Links. Er zeigt dem Leser und Suchmaschinen, welches Thema oder Ziel sich hinter dem Link befindet.
Welcher Ankertext ist für SEO am stärksten?
Ein exakt passendes Keyword liefert das deutlichste thematische Signal. Bei häufigem externem Einsatz erzeugt es jedoch ein auffälliges Muster, weshalb natürliche Teilformulierungen, Markenbegriffe und URLs meist ausgewogener sind.
Wie viele exakte Keyword-Anker sind sinnvoll?
Es gibt keine allgemeingültige Quote. Als Prüfkorridor für externe Links gelten häufig null bis fünf Prozent, doch Branche, Markenbekanntheit und bestehendes Profil müssen immer berücksichtigt werden.
Sind Marken-Ankertexte gut für SEO?
Marken-Ankertexte gehören zu einem natürlichen Linkprofil und verbinden eine Domain eindeutig mit ihrem Unternehmen oder Produkt. Bei bekannten Marken können sie den größten Anteil aller externen Ankertexte ausmachen.
Zählt der Alt-Text eines Bildes als Ankertext?
Bei einem verlinkten Bild übernimmt der Alt-Text die beschreibende Funktion des Ankertexts. Er sollte den Bildinhalt und gegebenenfalls die Marke korrekt benennen, ohne mit Keywords überladen zu werden.
Sollten interne Ankertexte immer verschieden sein?
Interne Ankertexte dürfen wichtige Begriffe wiederholen, sollten aber zum jeweiligen Satz und zur Zielseite passen. Natürliche Varianten verbessern die Verständlichkeit und bilden unterschiedliche Aspekte des Zielthemas ab.
Sind generische Ankertexte wie 'hier klicken' schädlich?
Ein einzelner generischer Anker ist normalerweise kein Problem. Formulierungen wie 'hier klicken' liefern jedoch wenig Kontext und sind für Leser sowie Screenreader weniger hilfreich als ein beschreibender Linktext.
10. Verteilung vor Wortwahl
Bewerte einen Ankertext nie isoliert. Ein exakt passendes Keyword kann im richtigen Kontext sinnvoll sein, während derselbe Anker als zwanzigste Wiederholung ein unnötiges Risiko erzeugt. Prüfe daher zuerst das Gesamtprofil, steuere anschließend die internen Links und plane externe Platzierungen als Ergänzung zur vorhandenen Verteilung.
Wenn du wissen möchtest, welche Ankertexte, Zielseiten und Linkquellen für deine Domain Priorität haben, kannst du das Profil mit der OSG einordnen. Das Erstgespräch ist kostenlos, unverbindlich und ohne Verkaufsdruck.








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