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30. Content Audit

Titelbild Content Audit

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1. Einführung – Was ist ein Content Audit

Als Content Audit wird der Prozess bezeichnet, bei dem alle Inhalte einer Webseite gründlich analysiert und bewertet werden. Ein Content Audit sollte jeder durchführen, der eine Webseite umgestalten oder erneuern möchte. Um zu wissen, was Teil der Erneuerungsmaßnahmen sein muss, was gut läuft und was gegebenenfalls Verbesserungsbedarf hat, ist ein Content Audit die einzige wirksame Methode, denn ohne Audit kann sich der Webseitengestalter nur auf Vermutungen stützen oder gestaltet die Webseite nach seinem eigenen Geschmack um, was aber vielleicht nicht den Kundenerwartungen entspricht. Ein Content Audit ist ein längerer Prozess, der vor dem Relaunch einer Internetseite gründlich durchgeführt werden muss.

2. Regelmäßig die Webseite aufräumen

Ein Content Audit verschafft dem Webseitenbetreiber einen generellen Überblick über die gesamte Seite, ihre Inhalte und ihre Struktur. Wer systematisch seine Analyse durchführt, findet alle versteckten Inhalte seiner Webseite ohne Ausnahme und kann den Relaunch gezielter durchführen. Sie werden sich wundern, was Sie bei dieser Prüfung alles finden. Es kommt nicht selten vor, dass Plakate für eine Buchpräsentation von vor vier Jahren noch immer online stehen, dass eine ältere Version eines Artikels über längst in Vergessenheit geratene Frisurentrends noch immer für alle Kunden zugänglich ist. Oder gar, dass Produkte im Webshop angepriesen werden, die seit vielen Monaten nicht mehr lieferbar sind. Ein häufig auftretender Fehler ist das Erscheinen von mehreren Versionen desselben Artikels, was für Verwirrung sorgt. Genau deshalb sollte ein Content Audit alle paar Jahre spätestens an der Tagesordnung stehen, allein schon, um die Seite wieder “aufzuräumen”. Schließlich lassen diese Nachlässigkeiten Ihre Seite nicht gerade aktuell und modern wirken, vielleicht sogar chaotisch. Das macht keinen guten Eindruck, weder bei Ihren Seitenbesuchern noch bei Google und co.

3. Content Audit und Inventory – Begrifflichkeiten

Neben dem Content Audit, also der Analyse des Inhaltes der Webseite, muss auch gleichzeitig ein Content Inventory durchgeführt werden. Content Inventory ist ein Inhaltsinventar, bei dem eine rein quantitative Auflistung und Analyse des Umfangs gemacht wird. Auf das Content Inventory folgt ein sogenanntes Content Audit, wobei nun wiederum die qualitative Analyse der Webseite durchgeführt wird. Bei diesem Schritt gibt es zwischen den einzelnen Fachleuten hin und wieder unterschiedliche Auffassungen der Materie. Die einen sehen das Content Inventory als Resultat des Content Audit. Bei diesem Ansatz ergibt sich aus der Auditierung eine Liste, die dann als Content Inventory bezeichnet wird. Im anderen Fall führt das Content Inventory zu einer Liste, anhand derer das Content Audit gemacht wird. Auch wenn die beiden Begriffe manchmal unterschiedlich gebraucht werden, so besteht doch ein enger Zusammenhang zwischen beiden.

4. Wann führe ich einen Content Audit durch

Ein Content Audit muss immer dann durchgeführt werden, wenn ein Relaunch oder eine Überarbeitung einer Webseite ansteht. Denken Sie über das Re-Design Ihrer Webseite nach oder wünschen Sie sich eine neue Struktur für Ihre Internetpräsenz? Dann können Sie sich schon überlegen, wie Ihre neue Webseite aufgebaut werden soll – aber planen Sie auf jeden Fall im Rahmen der Neugestaltung auch ein Content Audit ein, das den Umfang und die Inhalte der bestehenden Webseite klar auflisten und analysieren kann. Nur so ist sichergestellt, dass doppelte Inhalte, falsche Informationen, veraltete Versionen und andere Altlasten nicht im Rahmen der Neuorientierung mit übernommen werden.

5. Inhalte bestimmen

Der erste Schritt im Content Audit ist das Content Inventory, das Inhaltsinventar. Sie können sich das so vorstellen, wie eine Inventur in einem Lebensmittelgeschäft oder einem Lager. Es wird geschaut, was eigentlich alles vorhanden ist, zunächst einmal quantitativ, aber auch qualitativ: Wie viel ist da und was ist es? Es entsteht eine Liste der Inhalte (der Seiten, Unterseiten, Beiträge und Artikel sowie Bilder und Galerien etc.), die für die Analyse dient.

6. Praktisches Vorgehen bei der Erstellung der Übersicht

Erfassen Sie in Ihrer Übersicht alle Textseiten, PDFs, wenn vorhanden, Videos, Audiodateien, Bilder, Fotos und Tabellen sowie gegebenenfalls Applikationen oder interaktive Elemente verschiedener Art. Am besten lässt sich dies in einer tabellarischen Übersicht erfassen. Erstellen Sie eine Tabelle, in der zu jedem der vorgenannten Elemente folgende Eigenschaften definiert werden:

  • Titel der Seite oder des Elements,
  • URL,
  • Vorhandensein von Meta-Description, Untertiteln etc,
  • Datum der Erstellung und letzten Änderung,
  • Autor oder Verfasser,
  • Keywords beziehungsweise Hauptkeyword,
  • Typ des Textes oder des Elementes (also handelt es sich um einen Blogartikel, eine FAQ-Seite oder um eine Fotogalerie?),
  • Kategorie,
  • Anzahl von Kommentaren,
  • Anzahl von ausgehenden Links,
  • Anzahl der eingehenden Links,
  • Nutzerstatistiken (z.B. Seitenaufrufe können von Bedeutung sein).

Um einfacher damit arbeiten zu können, geben Sie jedem Element eine Nummer, so dass Sie nichts verwechseln können. Das ist vor allem dann wichtig, wenn die Webseite wirklich viele Elemente enthält und wenn Sie zu mehreren an der Analyse und der Neugestaltung einer Seite arbeiten. Wenn Ihre Webseite zu umfangreich ist, um ein vollständiges Content Audit durchzuführen, dann sollten Sie nur die 20 oder 50 am häufigsten besuchten, die 20 oder 50 am seltensten besuchten und 20 oder 50 der Seiten, die im Durchschnitt liegen analysieren. Ein vollständiges Content Audit ist jedoch die optimale Lösung. Eine Verschlankung des Audits ist nur dann als Alternative akzeptabel, wenn Ihre Seite wirklich riesig ist oder wenn Sie aus Zeitmangel keine vollständige Analyse machen können. Wenn es sich bei Ihrer Internetseite um einen Blog handelt, ist eine Möglichkeit der Verkleinerung des Analyseaufwandes auch die, dass nur Blogbeiträge, die jünger als ein oder zwei Jahre sind, in die Analyse mit einbezogen werden. Ältere Blogbeiträge werden von Google und anderen Suchmaschinenbots nicht unbedingt als alter und nicht aktueller Content wahrgenommen, während es bei statischen Webseiten so ist, dass Sackgassenseiten mit veralteten Inhalten und kaum Besuchern zu einem schlechten Ranking führen. Ein Blog darf schon von Natur aus auch alte Inhalte haben.

7. Doppelte und fehlende Inhalte definieren

Bei dieser Analyse müssen vorrangig doppelte Inhalte ermittelt werden. Idealerweise sollte die neue Webseite dann nur Inhalte aufweisen, die aktuell, informativ, interessant, gut gegliedert und gut auffindbar sind. Alle doppelten, veralteten oder irrelevanten Inhalte sollen identifiziert und entfernt werden. Ein nächster Schritt ist die Identifizierung von fehlenden Inhalten. Dazu machen Sie am besten ein Brainstorming, bei dem Sie sich die Struktur der Seite anschauen, Ihre Ziele für die Webseite definieren und sich ansehen, welche Seiten beliebt und benutzerfreundlich sind. Versetzen Sie sich in die Situation des Nutzers oder Seitenbesuchers und fragen Sie sich, was er oder sie auf Ihrer Seite sucht, erwartet oder kaufen möchte. Prüfen Sie zudem, ob Ihr Impressum auf dem neuesten Stand ist und ob Ihre Webseite den neuen Datenschutzbestimmungen entspricht. Werfen Sie nun noch einmal einen Blick auf die erwähnten Statistiken, die Teil Ihres Inventars waren. Prüfen Sie, ob es Seiten oder Artikel gibt, die nicht oder kaum aufgerufen wurden. Versuchen Sie, herauszufinden, was die Gründe dafür sind. Sind diese Seiten nicht leicht zu finden oder sind sie schlichtweg uninteressant für Ihre Besucher und Kunden? Seiten, die überflüssig oder einfach nicht gefragt sind, kreieren einen unnötigen Aufwand für den Seitenbetreiber, der die Seite ja schließlich auch pflegen muss. Trennen Sie sich vonseiten, die nicht die gewünschte Wirkung erzielen. Oder ändern sie das Konzept oder den Aufbau der Seiten dahingehend, dass sie interessanter, attraktiver oder nützlicher sind.

8. Einbeziehung Daten aus der Webanalyse

Führen Sie eine Webanalyse durch. Erheben Sie Daten, aus denen hervorgeht, welche Ihrer Seiten am häufigsten aufgerufen wurden, welche Produkte am meisten gekauft oder nachgefragt wurden, wie viele Besucher Ihren Newsletter abonniert haben und so weiter. Diese Ergebnisse teilen Ihnen mit, welche Ihrer Seitenbereiche besonders beliebt und erfolgreich sind. Ein wichtiges Kriterium ist auch, wie oft bestimmte Inhalte auf sozialen Medien geteilt wurden. Konzentrieren Sie sich auf diese erfolgreichen Seiten, um aus ihnen zu lernen. Wenn Ihre Webseite zu umfangreich ist und es hunderte oder gar tausende von Unterseiten gibt, dann konzentrieren Sie sich auf die 20 meistbesuchten Seiten, am besten auf die, welche von der Startseite aus mit einem einzigen Klick aufgerufen werden können. Das sind die Seiten der ersten Ebene. Arbeiten Sie an diesen 20 beliebtesten Seiten sowie mit den 20 schlechtesten Seiten. Bei Letzteren kann die Bearbeitung einfach so aussehen, dass Sie sie löschen oder vollständig neu konzipieren, um sie interessanter zu gestalten.

9. Durchführung Content Audit: Start

Um ein Content Inventory erfolgreich durchführen zu können, müssen Sie zunächst Ihr Ziel definieren. Stellen Sie sich die Frage nach dem Grund für den Relaunch oder die Umgestaltung der Seite und schreiben Sie Ihre Antworten stichpunktartig auf, damit später nichts vergessen wird. Wollen Sie einfach nur eine Modernisierung und einen frischen Look für Ihre Webseite haben, weil die alte Seite schon seit vier Jahren gleich aussieht oder wollen Sie wirklich auch etwas verbessern? Wenn Sie schon mal dabei sind, eine vollständige Analyse zu machen, dann fragen Sie sich, ob es sich lohnt, die Zielgruppe zu überprüfen, die Ausrichtung Ihrer Seite etwas zu korrigieren oder vielleicht einen neuen Aspekt mit einfließen zu lassen, der vorher noch nicht vorhanden war. Wollen Sie veraltete Inhalte entfernen und erfolgreiche ältere Themen neu beleben? All dies kann mit einem Relaunch verbunden werden. Das Inventory ermittelt den Ist-Zustand, findet Wiederholungen, Lücken, gute und schlechte oder besser gesagt erfolgreiche und weniger erfolgreiche Seitenelemente. Dies kann bei der Identifizierung der neuen Richtung natürlich helfen.

10. Tipps zum Erstellen eines Content Inventory und Content Audit

Nutzen Sie fürs Erstellen Ihres Inventars die Dateiliste, die bei statischen Webseiten stets vorhanden ist. Sie wird auch directory genannt. In dieser Liste finden sich alle Textseiten etc. Wenn Sie mit einem Content Management System arbeiten, einem sogenannten CMS, dann ist das Erstellen dieser Liste noch leichter, denn sie kann exportiert werden. Dies ist, wenn Sie etwas Übung im Umgang mit CMS haben, meist weniger aufwendig, als das Erstellen einer Liste von Hand.

Wenn Sie nicht mit einem CMS arbeiten, dann gibt es verschiedene Tools, die eine Seitenübersicht erstellen können. Dies lohnt sich vor allem bei sehr umfangreichen Seiten. Für Apple-Computer gibt es den SiteOrbiter, für Windows das Xenu Link Sleuth. Beide Programme erfordern etwas Erfahrung im Umgang mit dieser Art von Tool und sie werden im Allgemeinen nicht als besonders benutzerfreundlich empfunden. Aber für jemanden, der keine andere Möglichkeit hat, eine Seitenübersicht zu erstellen, ist diese Methode eine gute Alternative. Beim SiteOrbiter gibt es aktuell leider das Problem, dass das Programm nicht über den deutschen AppStore aufgerufen und heruntergeladen werden kann, weil es keine deutsche Version davon gibt.

Bei einer Webseite mit mehr als 50 Unterseiten ist es sinnvoll, einen Testlauf mit 20 bis 30 Seiten durchzuführen. Beginnen Sie also mit einem Content Audit im kleineren Umfang und diskutieren Sie das Ergebnis dieser kleinen Testphase mit Ihrem Team. Spielen Sie das gesamte Projekt des Audits ganz durch und diskutieren Sie auch die Art und den Umfang der Analyse. Fragen Sie sich und Ihr Team, ob gegebenenfalls Daten erhoben werden, die für Ihr Relaunch-Projekt nicht von Bedeutung sind oder ob im Gegensatz Informationen fehlen, die für die Analyse von Nöten wären. So stellen Sie sicher, dass nicht im Nachhinein Stunden und Tage mit der Beschaffung von Informationen verbracht werden, die nicht gebraucht werden. Beim Testlauf sollte auch generell geprüft werden, ob die Prozedur der Analyse durch bestimmte Maßnahmen erleichtert werden kann. Ist Arbeitsteilung möglich und wenn ja, in welchem Maße?

11. Das eigentliche Content Audit – die Inhaltsanalyse

Der nächste und entscheidende Schritt ist die eigentliche Analyse. Nun wird analysiert und untersucht, was das Inventar zum Vorschein gebracht hat. Für eine Beurteilung brauchen Sie immer auch Kriterien. Diese sollten in die gefundenen Inhalte in Kategorien unterteilen. Eine einfache Struktur dieser Aufteilung wäre zum Beispiel: der Inhalt ist interessant und aktuell also bleibt er auf der Seite; der Inhalt ist interessant aber nicht mehr aktuell oder nicht gut genug ausgearbeitet also muss er überarbeitet werden; der Inhalt ist nicht wichtig oder nicht interessant oder nicht relevant für die Zielgruppe oder veraltet, also kann er gelöscht werden. Diese drei einfachen Gruppen erlauben eine grobe Einteilung und geben schon früh Arbeitsanweisungen.

Selbstverständlich wird die Bearbeitung der Seitenelemente, die eine Überarbeitung erfordern, einige Zeit in Anspruch nehmen und viele Diskussionen mit sich bringen. Aber dem Löschen vonseiten, die nicht relevant sind, sollte ebenso eine große Bedeutung zukommen. Alles, was als nicht wichtig und nicht zielführend betrachtet wird, sollte verschwinden. Das ist gut für die Auffindbarkeit durch Suchmaschinen. Google legt großen Wert auf eine gute und einfache Seitenstruktur mit wenigen Altlasten. Es erleichtert den Pflegeaufwand der gesamten Seite und es vereinfacht den Besuchern der Seite ihr Interneterlebnis, weil die Seite weniger unordentlich wirkt. Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass Sie die URLs der Seiten, die gelöscht werden, stets auf andere verwandte Seiten umleiten. So läuft der User nicht ins Leere, wenn er einen alten Link erwischt.

Eine Alternative zum Löschen ist es, die Seite, wenn Sie sie unbedingt behalten möchten, auf “noindex” oder “nofollow” zu setzen. Dann bleiben die Informationen vorhanden aber Google stört sich nicht an den alten Informationen.

Fazit

Ein Content Audit ist alle paar Jahre wichtig, um zu überprüfen, wie gut Ihre Webseite nach all der Zeit und mit all den neuen Inhalten noch ist. Sie werden überrascht sein, wie viel digitaler Unrat sich mit der Zeit ansammelt. Das Überarbeiten einer Seite läuft natürlich stetig. Aber nur durch ein komplettes Inventar können Sie feststellen, ob es Altlasten gibt und was auf Ihrer Seite gut und nützlich oder alt und irrelevant ist. Beim täglichen Pflegen der Webseite ist dieses gründliche Aufräumen nicht möglich, denn Seiten, die in Vergessenheit geraten sind und in irgendwelchen Sackgassen vor sich hin gammeln, werden im täglichen Betrieb von Ihren Mitarbeitern übersehen – nicht aber von den Suchmaschinen, die Ihnen dafür ein schlechteres Ranking geben. Nehmen Sie sich also die Zeit für eine gründliche Content Analyse.

(TitelbildCopyright © Shutterstock/Tahsatuvango)

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