Kann man Keywords selbst finden?

Kurzantwort
Ja, du kannst Keywords selbst finden. Sammle Kundenfragen, nutze Google-Suchvorschläge und verwandte Suchanfragen, prüfe die Google Search Console und ergänze kostenlose Volumendaten. Für die ersten 20 bis 30 relevanten Begriffe reicht dieses Vorgehen meist aus. Danach wird die Recherche ohne Keyword-Datenbank zunehmend mühsam und lückenhaft.
Keywords selbst finden funktioniert besonders gut, wenn du dein Angebot und die Sprache deiner Kunden kennst. Du brauchst für den Einstieg weder ein kostenpflichtiges SEO-Tool noch eine umfangreiche Schulung. Entscheidend ist, dass du Suchbegriffe nicht nur sammelst, sondern nach Suchintention, Relevanz und realistischer Chance bewertest.
1. Keywords in fünf Schritten finden
Eine brauchbare Keyword-Liste entsteht selten in einer einzigen Sitzung. Starte mit zehn offensichtlichen Begriffen und erweitere diese systematisch. Für ein regionales Unternehmen könnten das die Dienstleistung, der Ort, typische Probleme und häufige Kundenfragen sein. Aus zehn Ausgangsbegriffen entstehen auf diese Weise meist 20 bis 30 konkrete Suchphrasen.
| Schritt | Quelle | Was du daraus gewinnst |
|---|---|---|
| 1 | Kundengespräche und Anfragen | Echte Begriffe aus der Zielgruppe |
| 2 | Google-Suchvorschläge | Häufig gesuchte Ergänzungen |
| 3 | Verwandte Suchanfragen | Unterthemen und Longtail-Keywords |
| 4 | Google Search Console | Suchbegriffe mit bestehenden Impressionen |
| 5 | Kostenloser Keyword-Planner | Schätzungen zu Volumen, Wettbewerb und CPC |
Bewerte jeden Begriff anschließend anhand von drei Fragen: Passt er zu deinem Angebot? Ist die Suchabsicht klar? Kannst du dazu eine Seite erstellen, die eine bessere Antwort liefert als die vorhandenen Ergebnisse? Ein großes Suchvolumen ist wertlos, wenn der Begriff keine passenden Besucher bringt.
2. Kundenfragen liefern die besten Ideen
Der häufigste Fehler passiert schon vor dem ersten Tool: Unternehmen übersetzen ihr Angebot in interne Fachbegriffe und nehmen an, Kunden würden genauso suchen. Ein Softwareanbieter spricht beispielsweise von einer branchenspezifischen Prozessplattform. Der Interessent sucht eher nach „Software für Auftragsplanung im Handwerk“ oder fragt: „Wie plane ich Monteure effizient?“
Durchsuche für den ersten Entwurf alle Stellen, an denen Kunden ihre eigenen Worte verwenden:
Notiere die Formulierungen unverändert. Glätten kannst du sie später. Gerade scheinbar umständliche Fragen sind oft wertvoll, weil sie eine konkrete Suchintention zeigen und sich als Longtail-Keyword eignen. Longtail-Keywords bestehen aus mehreren Wörtern und beschreiben den Bedarf genauer als breite Begriffe wie „Software“, „Arzt“ oder „Möbel“.
Der schnellste Start
Bitte Vertrieb und Kundenservice jeweils um die zehn häufigsten Fragen aus den vergangenen drei Monaten. Markiere danach alle Wörter, die mehrfach vorkommen. Diese Begriffe sind oft näher an der tatsächlichen Nachfrage als das erste interne Brainstorming.
3. Google kostenlos als Recherchequelle nutzen
Gib einen Ausgangsbegriff bei Google ein und ergänze nacheinander Buchstaben, Orte, Zielgruppen oder typische Fragewörter. Aus „Photovoltaik“ werden beispielsweise „Photovoltaik für Mehrfamilienhaus“, „Photovoltaik Kosten“ oder „Photovoltaik ohne Speicher sinnvoll“. Diese Vorschläge sind keine exakten Volumenangaben, zeigen aber, welche Kombinationen Google als relevante Suchanfragen kennt.
Prüfe anschließend drei Bereiche der Suchergebnisse:
Der Wert dieser Methode liegt in der Verzweigung. Öffne eine passende Frage, übernimm zwei neue Formulierungen und recherchiere mit diesen Begriffen weiter. So entsteht aus einem allgemeinen Thema schrittweise ein Cluster aus Kaufbegriffen, Informationsfragen und konkreten Problemen.

Sortiere die Liste noch nicht allein nach vermutetem Suchvolumen. Begriffe mit kleinerer Nachfrage können für B2B-Unternehmen oder lokale Anbieter wirtschaftlich relevanter sein als stark gesuchte Oberbegriffe. Das perfekte Suchvolumen existiert nicht, weil Wettbewerb, Geschäftsmodell und vorhandene Autorität die Chance mitbestimmen. Auch Begriffe mit niedrigen Schätzwerten können über mehrere ähnliche Suchanfragen erheblichen Traffic liefern.
4. Search Console für echte Suchbegriffe
Die Google Search Console ist für bestehende Websites oft die ergiebigste kostenlose Quelle. Öffne den Leistungsbericht und exportiere Suchanfragen mit Impressionen, aber wenigen Klicks. Eine Impression bedeutet, dass eine Seite bereits in einem Google-Ergebnis eingeblendet wurde. Damit besitzt deine Domain für das Thema zumindest eine erste Relevanz.
Konzentriere dich zunächst auf drei Gruppen:
Der typische Kipppunkt liegt bei der Zuordnung zur URL. Eine Tabelle voller Suchbegriffe sieht nach Fortschritt aus, liefert aber noch keinen Content-Plan. Prüfe zu jedem Keyword, welche eigene Seite bereits rankt. Passt die Seite zur Suchabsicht, wird sie verbessert. Passt sie nicht, braucht das Thema möglicherweise eine eigene URL. Ohne diese Prüfung erzeugst du leicht zwei Seiten zum gleichen Keyword und damit Keyword-Kannibalisierung.
Die Search Console liefert echte Daten aus deiner Domain, zeigt jedoch nur Suchanfragen, für die Google deine Website bereits eingeblendet hat. Vollständig neue Themen findest du damit kaum. Deshalb sollte sie deine Sammlung ergänzen und nicht als einzige Quelle dienen. Die Einbindung der Search Console kann außerdem neue Begriffe mit Klicks und Impressionen sichtbar machen.
5. Suchvolumen kostenlos gegenprüfen
Nach der Sammlung brauchst du eine grobe Priorisierung. Der kostenlose Keyword-Planner liefert dafür Schätzungen zu Suchvolumen, Wettbewerbsdichte und Cost-per-Click, kurz CPC. Der CPC zeigt, welchen Klickpreis Werbetreibende bei Google Ads ungefähr erwarten können. Ein hoher Wert kann ein Hinweis auf wirtschaftliches Interesse sein, ist jedoch kein Beweis für gute organische Chancen.
Prüfe deine wichtigsten Begriffe direkt im Artikel:
Bewerte die Ergebnisse immer als Orientierung. Volumenwerte sind Schätzungen und fassen ähnliche Suchanfragen teilweise zusammen. Ein Keyword mit 50 geschätzten Suchanfragen kann sinnvoller sein als ein Begriff mit 2.000, wenn die kleinere Gruppe genau dein Angebot sucht. Priorisiere deshalb in dieser Reihenfolge: Relevanz, Suchintention, realistische Zielseite und erst danach Suchvolumen.
Wenn du deine Liste dauerhaft kostenlos gegenprüfen möchtest, kannst du außerdem den Free Account der Performance Suite nutzen. Die Keyword- und Ranking-Daten der Performance Suite helfen dabei, Begriffe zu speichern, Entwicklungen zu beobachten und weitere Ideen zu ergänzen. Für jedes hinterlegte Keyword können unter anderem Top-100-Ergebnisse, Nutzerfragen und verwandte Suchanfragen ausgewertet werden.
Lege deine erste Liste an und prüfe anschließend, welche Themen fehlen:
6. Keywords der Konkurrenz herausfinden
Du kannst einen Teil der Wettbewerbsbegriffe selbst erkennen. Suche nach deinen Leistungen und öffne die Seiten, die regelmäßig auf den ersten Positionen erscheinen. Prüfe Seitentitel, Hauptüberschrift, Zwischenüberschriften, URL, Navigation und wiederkehrende Formulierungen. Daraus lässt sich meist ableiten, auf welches Hauptthema und welche Unterfragen eine Seite ausgerichtet ist.
Ein praktischer Ablauf dauert pro Wettbewerber etwa 15 Minuten:
Was du auf diesem Weg nicht erhältst, ist die vollständige Ranking-Liste einer fremden Domain. Eine Seite kann für Hunderte Varianten ranken, obwohl nur wenige davon sichtbar im Text stehen. Vollständige Wettbewerbsdaten erfordern eine Datenbank, die Suchergebnisse laufend erfasst. Eine SEO-Marktanalyse der Wettbewerbsbegriffe zeigt deshalb deutlich mehr als die manuelle Seitenprüfung.
Die überraschende Beobachtung bei manuellen Konkurrenzanalysen: Viele Listen enthalten vor allem Wörter, die ein Wettbewerber häufig schreibt, aber nicht zwingend Begriffe, für die er tatsächlich rankt. Trenne deshalb konsequent zwischen „auf der Seite verwendet“ und „in Google sichtbar“. Für die ersten Ideen reicht die manuelle Methode. Für einen belastbaren Content-Gap brauchst du Ranking-Daten.
7. Google erkennt Keyword-Stuffing
Ja, Google erkennt Keyword-Stuffing zuverlässig. Gemeint ist die übermäßige und unnatürliche Wiederholung eines Suchbegriffs, etwa wenn in jedem zweiten Satz dieselbe Wortgruppe steht. Das verbessert die Relevanz einer Seite nicht und schadet der Lesbarkeit. Das Thema ist seit Langem erledigt, taucht aber weiterhin in alten SEO-Ratgebern auf.
Wiederhole ein Keyword nicht nach einer festen Prozentzahl. Nutze es im Seitentitel, in einer passenden Überschrift und dort, wo es sprachlich sinnvoll ist. Synonyme, konkrete Beispiele und Antworten auf Unterfragen helfen Lesern und Google stärker als zehn zusätzliche Wiederholungen.
Ein einfacher Test funktioniert ohne Tool: Lies den Text laut vor. Fällt dir ein Begriff unangenehm oft auf, wird er auch Lesern auffallen. Prüfe außerdem, ob jeder Absatz eine neue Information liefert. Keyword-Stuffing entsteht häufig, wenn ein kurzer Gedanke künstlich auf viele Wörter verlängert wird.
8. Organische Keywords kann man nicht kaufen
Organische Keywords lassen sich nicht kaufen. Du kannst bei Google Ads Anzeigen für ausgewählte Suchbegriffe buchen und pro Klick bezahlen. Dadurch entsteht eine bezahlte Platzierung, aber kein besseres organisches Ranking. Sobald die Anzeigen pausieren, endet auch der bezahlte Besucherstrom.
SEO und SEA können sich bei der Keyword-Auswahl ergänzen. Begriffe, die über Anzeigen qualifizierte Anfragen oder Verkäufe erzeugen, sind interessante Kandidaten für organische Inhalte. Umgekehrt muss nicht für jeden Begriff dauerhaft bezahlt werden, wenn bereits eine starke organische Präsenz besteht. Entscheidend bleibt die getrennte Erfolgsmessung beider Kanäle.
9. Ab wann ein Tool sinnvoll wird
Für die ersten 20 bis 30 Begriffe ist Eigenrecherche meist ausreichend. Danach wächst der Aufwand überproportional: Du musst Dubletten entfernen, Suchintentionen unterscheiden, Rankings prüfen, Wettbewerber vergleichen und neue Varianten regelmäßig ergänzen. Eine einmalige Excel-Liste veraltet, weil sich Sprachgebrauch, Nachfrage, Angebote und Suchergebnisse verändern. Keyword-Recherche ist daher ein fortlaufender Lernprozess.
Die sinnvollste Entscheidung lautet: Sammle zuerst selbst und nutze anschließend ein Tool zur Gegenprüfung. Damit behältst du die Kundensprache in deiner Recherche und erkennst zugleich Themen, die deine manuelle Suche übersehen hat. Ein Tool sollte die fachliche Auswahl unterstützen. Es kann dir nicht abnehmen zu entscheiden, welcher Begriff wirklich zu deinem Geschäftsmodell passt.
10. So gehen wir vor
Bei der Online Solutions Group GmbH beginnt die Keyword-Arbeit mit Angebot, Zielgruppenfragen, bestehenden Search-Console-Daten und dem Wettbewerbsumfeld. Danach gruppieren wir die Begriffe nach Suchintention und ordnen sie konkreten URLs zu. Die Performance Suite ergänzt laufend neue Fragen und verwandte Suchanfragen, während eine feste Ansprechperson priorisiert, welche Themen umgesetzt werden. Dieses Vorgehen ist Teil unserer SEO- und GEO-Betreuung, bei der Google-Sichtbarkeit und GEO, also Generative Engine Optimization, aus einer gemeinsamen Datenbasis bearbeitet werden.

11. Häufige Fragen zur Keyword-Suche
Wie finde ich die richtigen Keywords?
Sammle zuerst echte Kundenfragen und ergänze sie mit Google-Suchvorschlägen, verwandten Suchanfragen und Search-Console-Daten. Prüfe danach Relevanz, Suchintention, Wettbewerb und Suchvolumen.
Was sind Longtail-Keywords?
Longtail-Keywords sind längere und konkrete Suchphrasen aus mehreren Wörtern. Sie besitzen oft ein kleineres Suchvolumen, bilden den Bedarf des Nutzers aber genauer ab.
Wie viele Keywords brauche ich pro Seite?
Eine Seite braucht meist ein klares Hauptthema und mehrere eng verwandte Begriffe und Fragen. Eine feste Anzahl gibt es nicht, weil Umfang und Suchintention des Themas die benötigte Abdeckung bestimmen.
Wie lange dauert eine Keyword-Recherche?
Eine erste Liste mit 20 bis 30 Begriffen lässt sich häufig in wenigen Stunden erstellen. Die Prüfung von Suchintention, Wettbewerbern, Rankings und passenden Zielseiten benötigt zusätzliche Zeit und sollte regelmäßig wiederholt werden.
Brauche ich den Google Keyword-Planner?
Der Google Keyword-Planner ist eine mögliche Quelle für Ideen und Volumenschätzungen. Für den Einstieg reichen auch Google-Suchvorschläge, die Search Console und ein kostenloser Keyword-Planner.
Kann ich Konkurrenz-Keywords kostenlos prüfen?
Titel, Überschriften, URLs und Inhalte der Wettbewerber kannst du kostenlos untersuchen. Eine vollständige Liste ihrer organischen Rankings erhältst du nur über eine Datenbank mit laufend erfassten Suchergebnissen.
Was kostet eine Keyword-Recherche?
Die eigene Recherche kann ohne Toolkosten erfolgen, benötigt aber Arbeitszeit. Kosten entstehen, wenn du umfangreiche Ranking-Daten, Wettbewerbsanalysen oder professionelle Unterstützung für Auswahl, Clusterung und Seitenzuordnung brauchst.
Beginne mit den Fragen deiner Kunden, begrenze die erste Liste auf 20 bis 30 relevante Begriffe und ordne jedem Thema eine konkrete Seite zu. Prüfe erst danach Volumen und Wettbewerb. Diese Reihenfolge verhindert, dass große Zahlen deine Auswahl bestimmen, obwohl der Suchbegriff kaum zu deinem Angebot passt.
Wenn du deine Keyword-Liste gemeinsam mit einem Experten bewerten und daraus eine umsetzbare SEO- und GEO-Strategie ableiten möchtest, kannst du einen kostenlosen und unverbindlichen Potenzialcheck anfragen.








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