Welche Keyword-Arten gibt es?

Kurzantwort
Keyword-Arten werden am sinnvollsten nach Suchintention eingeteilt: informational, navigational, kommerziell und transaktional. Für SEO ist diese Einteilung wichtiger als die Unterscheidung zwischen Short-Tail- und Long-Tail-Keywords. Die Suchintention bestimmt, ob Google für einen Begriff eher Ratgeber, Kategorien, Produktseiten, Vergleichsseiten oder eine bestimmte Marke erwartet.
Keyword-Arten sind keine theoretischen Kategorien für die Excel-Tabelle. Sie legen fest, welche Seite du erstellen solltest und welches Ziel diese Seite erfüllt. Die meisten Fehlentscheidungen entstehen, wenn ein passendes Keyword mit dem falschen Seitentyp kombiniert wird.
1. Suchintention bestimmt den Seitentyp
Die wichtigste Keyword-Systematik unterscheidet vier Suchintentionen. Eine Suchintention beschreibt, welches konkrete Ziel ein Nutzer mit seiner Eingabe verfolgt. Diese Absicht lässt sich oft bereits an der Formulierung erkennen, zuverlässig beurteilen kannst du sie aber erst anhand der aktuellen Suchergebnisse.
| Keyword-Art | Absicht | Beispiel | Passender Seitentyp |
|---|---|---|---|
| Informational | Wissen oder eine Anleitung finden | Keyword-Recherche erstellen | Ratgeber, Glossar, Anleitung |
| Navigational | Eine bestimmte Website oder Marke aufrufen | Search Console Login | Startseite, Login, Marken- oder Produktseite |
| Kommerziell | Anbieter oder Lösungen vergleichen | Keyword-Tools Vergleich | Vergleich, Test, Leistungsübersicht |
| Transaktional | Kaufen, buchen oder anfragen | SEO-Agentur beauftragen | Produktseite, Kategorie, Angebotsseite, Landingpage |
1.1 Informationale Keywords
Informationale Keywords signalisieren Wissensbedarf. Typische Zusätze sind „was“, „wie“, „warum“, „Anleitung“ oder „Beispiel“. Für solche Begriffe brauchst du einen Ratgeber, eine Anleitung oder einen Eintrag im SEO-Lexikon. Eine Produktseite beantwortet diese Suchabsicht meist zu oberflächlich.
1.2 Navigationale Keywords
Navigationale Suchanfragen enthalten häufig einen Marken-, Unternehmens- oder Produktnamen. Der Nutzer kennt sein Ziel bereits und verwendet Google als Abkürzung. Für diese Begriffe sollten deine Startseite, Login-Seite oder Marken-Unterseiten eindeutig benannt, intern gut verlinkt und technisch indexierbar sein.
1.3 Kommerzielle Keywords
Kommerzielle Keywords liegen zwischen Information und Kauf. Nutzer prüfen Optionen und suchen nach Vergleichen, Erfahrungen, Preisen, Alternativen oder Bewertungen. Ein Begriff wie „Keyword-Tool für Onlineshops“ verlangt deshalb meist mehr Beratung als eine einzelne Produktbeschreibung bieten kann.
1.4 Transaktionale Keywords
Transaktionale Keywords zeigen eine konkrete Handlung an. Wörter wie „kaufen“, „buchen“, „Angebot“, „Kosten“ oder „beauftragen“ sind typische Signale. Diese Suchanfragen gehören auf Produkt-, Kategorie-, Leistungs- oder Kontaktseiten mit klaren Informationen zu Leistung, Auswahl und nächstem Schritt.
Suchintention in zwei Minuten prüfen
Google das Keyword selbst und prüfe die ersten zehn organischen Treffer. Wenn dort überwiegend Ratgeber stehen, solltest du ebenfalls einen Ratgeber planen. Zeigt Google Kategorien und Produktseiten, passt eine transaktionale Landingpage besser. Die tatsächlich rankenden Seitentypen sind belastbarer als eine Vermutung aus dem Keyword-Wortlaut.
2. Der häufigste Fehler: richtige Begriffe, falsche Seiten
Der kritische Punkt einer Keyword-Strategie ist selten die Größe der Keyword-Liste. Es ist das Mapping, also die Zuordnung eines Begriffs zu einer konkreten URL. Ein Shop kann für „welcher Bürostuhl bei Rückenschmerzen“ eine starke Kategorieseite besitzen und trotzdem kaum ranken, weil Google für diese Anfrage überwiegend Ratgeber und medizinisch eingeordnete Kaufhilfen zeigt.
In solchen Fällen hilft es nicht, das Keyword häufiger in die Kategorie einzubauen. Du brauchst einen eigenständigen Ratgeber, der Auswahlkriterien erklärt und anschließend sinnvoll auf passende Produkte verlinkt. Umgekehrt sollte eine Suche nach „ergonomischen Bürostuhl kaufen“ nicht auf einem langen Grundlagenartikel enden. Der Nutzer will Produkte sehen, filtern und vergleichen.
Lege nicht mehrere Seitentypen für dieselbe Suchintention an, ohne ihre Aufgaben klar zu trennen. Wenn Ratgeber, Kategorie und Leistungsseite dasselbe Keyword gleich stark beanspruchen, kann Keyword-Kannibalisierung entstehen. Google wechselt dann zwischen mehreren eigenen URLs, während sich Rankings und interne Signale verteilen.
3. Short Tail und Long Tail
Die zweite gebräuchliche Einteilung richtet sich nach Länge und Spezifität. Short-Tail-Keywords bestehen häufig aus einem oder zwei Wörtern. Long-Tail-Keywords sind längere, präzisere Suchphrasen. Die Wortzahl ist nur ein Anhaltspunkt. Inhaltliche Genauigkeit und Wettbewerb sind wichtiger.

3.1 Short-Tail-Keywords
Short-Tail-Begriffe wie „Schuhe“, „CRM“ oder „SEO“ besitzen oft ein hohes Suchvolumen und starken Wettbewerb. Gleichzeitig ist die Absicht unklar. Bei „CRM“ kann der Nutzer eine Definition, eine Software, einen Vergleich, einen Anbieter oder einen Login suchen. Hohe Reichweite bedeutet deshalb noch keinen hohen Geschäftswert.
3.2 Long-Tail-Keywords
Long-Tail-Keywords wie „CRM für mittelständische Maschinenbauer“ haben meist ein kleineres einzelnes Suchvolumen. Dafür ist die Zielgruppe genauer erkennbar, der Wettbewerb häufig überschaubarer und die Abschlusswahrscheinlichkeit oft höher. Besonders für neue Websites sind solche Begriffe ein realistischer Einstieg in organische Rankings.
4. Welche Eigenschaften gute Keywords haben
Ein gutes SEO-Keyword hat nicht automatisch das höchste Suchvolumen. Es passt zum Angebot, zur Zielgruppe, zur Suchintention und zu einer Seite, die du fachlich überzeugend erstellen kannst. Zusätzlich muss die Chance realistisch sein, gegen die bestehenden Treffer zu bestehen.
Wir streichen in Keyword-Workshops regelmäßig Begriffe, die auf den ersten Blick attraktiv aussehen. Ein hohes Volumen nützt einem spezialisierten B2B-Anbieter wenig, wenn fast alle Suchenden eine kostenlose Definition oder ein Verbraucherprodukt erwarten. Ein kleineres Keyword mit klarer Branchen-, Problem- und Kaufabsicht kann deutlich mehr qualifizierte Anfragen liefern.
Eine ausführliche Vorgehensweise findest du im Leitfaden zur SEO-Keyword-Recherche. Für erste Ideen kannst du direkt den kostenlosen Keyword-Planner nutzen:
5. Welche Keywords werden häufig gesucht?
Zu den meistgesuchten Begriffen gehören regelmäßig große Marken, Plattformen, Nachrichtenereignisse, Wetteranfragen und allgemein bekannte Themen. Diese Keywords sind für die meisten Unternehmen keine sinnvollen SEO-Ziele. Sie erzeugen zwar viele Suchanfragen, besitzen aber oft keinen Bezug zum eigenen Angebot.
Die bessere Frage lautet: Welche Begriffe werden von potenziellen Kunden gesucht, bevor sie kaufen oder Kontakt aufnehmen? Für einen Hersteller von Industrieteilen kann ein enges Keyword mit wenigen qualifizierten Suchanfragen mehr Umsatzpotenzial besitzen als ein allgemeiner Begriff mit sehr hoher Reichweite.
6. Für welche Keywords rankt eine Seite?
Der Leistungsbericht der Google Search Console zeigt, über welche Suchanfragen eine URL Impressionen und Klicks erhält. Filtere dazu nach einer einzelnen Seite und öffne anschließend den Bereich „Suchanfragen“. So erhältst du die Begriffe, für die Google diese URL bereits eingeblendet hat.
Die angezeigte Position ist allerdings ein Durchschnitt aus verschiedenen Standorten, Geräten und Suchsituationen. Bei einer Auswertung lag ein lokal gemessenes Ranking auf Position 5, während die Search Console für denselben Begriff eine durchschnittliche Position von 16,11 auswies. Beide Werte können korrekt sein, beantworten aber unterschiedliche Fragen.
Für die tägliche Positionsmessung eignen sich deshalb ergänzend feste Standort-, Geräte- und Wettbewerbsdaten. Der Ranking-Check der Performance Suite kann Keywords nach Standort und Endgerät getrennt speichern. Mehrfach vorhandene Keywords sind dort oft kein Duplikat, sondern Messungen für unterschiedliche Geräte oder Orte.
Wenn du deine Keyword- und Ranking-Daten zentral prüfen möchtest, kannst du einen Free Account anlegen:
7. Rankings und Wörter auf der Seite
7.1 Welche Begriffe ranken?
Rankende Keywords sind Suchanfragen, bei denen Google deine URL in den Ergebnissen anzeigt. Diese Daten findest du in der Search Console oder in einem Ranking-Tool. Sie zeigen, wie Google und Nutzer die Seite tatsächlich einordnen. Für SEO ist diese Perspektive wesentlich aussagekräftiger als eine reine Wortzählung.
7.2 Welche Begriffe kommen im Text vor?
Die Frage, welche Keywords auf einer Seite stehen, meint etwas anderes. Sie lässt sich über die Seitensuche, den Quelltext oder eine Textanalyse beantworten. Ein Wort kann zwanzigmal im Text vorkommen und trotzdem kein Ranking erzielen. Umgekehrt kann eine Seite für Synonyme und Fragen ranken, die nicht exakt im Wortlaut erscheinen.
Exakte Keyword-Häufigkeit ist deshalb zweitrangig. Wenn eine Formulierung unnatürlich klingt, sind Synonyme, verwandte Begriffe und längere Phrasen sinnvoller als zusätzliche Wiederholungen. Auch ein SEO-Score von 100 ist kein eigenständiges Qualitätsziel, wenn dafür die Lesbarkeit leidet.
8. Welches Tool für Keyword Research?
Ein geeignetes Keyword-Tool sollte mindestens Suchvolumen, verwandte Suchanfragen, Nutzerfragen, Wettbewerb und aktuelle Rankings liefern. Für lokale Unternehmen kommen Standortdaten hinzu. Für bestehende Websites ist außerdem die Verbindung zur Search Console wertvoll, weil reale Impressionen und Klicks häufig neue Long-Tail-Themen offenlegen.
Die Keyword-Exporte der Performance Suite enthalten verwandte Begriffe und echte Nutzerfragen. An diesen Daten lässt sich die Suchintention oft direkt ablesen. Die zugrunde liegenden Keyword-Daten werden regelmäßig aktualisiert und können außerdem zeigen, welche eigenen URLs bereits für einen Begriff ranken. Das hilft, bestehende Inhalte weiterzuentwickeln und Kannibalisierung zu vermeiden.

Kein Tool nimmt dir jedoch die wichtigste Entscheidung ab: Prüfe das Keyword selbst bei Google und analysiere die vorderen Seitentypen. Das Tool sammelt Daten. Du entscheidest, ob daraus ein Ratgeber, eine Kategorie, eine Leistungsseite oder zunächst gar kein neuer Inhalt wird.
9. So gehen wir vor
Die Online Solutions Group GmbH (OSG) beginnt Keyword-Projekte mit einer Zuordnung aus Geschäftsziel, Suchintention, Seitentyp und vorhandener URL. Verwandte Begriffe und Fragen werden gebündelt, damit nicht für jede Formulierung eine neue Seite entsteht. Anschließend erstellen oder überarbeiten wir die passenden Inhalte und messen getrennt, welche URLs Impressionen, Klicks und Rankings gewinnen. Erfahrung aus über 1.000 Projekten seit 2008 fließt in die Priorisierung ein, während die Performance Suite die wiederkehrende Datensammlung übernimmt.
10. Häufige Fragen zu Keyword-Typen
Welche vier Keyword-Intentionen gibt es?
Die vier grundlegenden Suchintentionen sind informational, navigational, kommerziell und transaktional. Sie beschreiben, ob ein Nutzer Wissen sucht, eine bestimmte Website aufrufen, Angebote vergleichen oder eine konkrete Handlung ausführen möchte.
Welcher Keyword-Typ ist für SEO am besten?
Es gibt keinen grundsätzlich besten Keyword-Typ. Das passende Keyword verbindet eine relevante Suchintention mit deinem Angebot, einem geeigneten Seitentyp und einer realistischen Ranking-Chance.
Was ist ein Long-Tail-Keyword?
Ein Long-Tail-Keyword ist eine spezifische Suchphrase wie CRM für kleine Handwerksbetriebe. Solche Begriffe haben oft weniger Suchvolumen, aber eine klarere Absicht und häufig geringeren Wettbewerb.
Wie erkenne ich die Suchintention eines Keywords?
Suche den Begriff bei Google und prüfe die ersten organischen Ergebnisse. Die dominierenden Seitentypen zeigen, ob Nutzer eher einen Ratgeber, einen Vergleich, eine Kategorie oder eine Produktseite erwarten.
Wo sehe ich, für welche Keywords meine Seite rankt?
Die Google Search Console zeigt im Leistungsbericht Suchanfragen, Impressionen, Klicks und durchschnittliche Positionen. Filtere nach einer URL, um die rankenden Begriffe einer einzelnen Seite zu sehen.
Sind Keywords mit hohem Suchvolumen immer besser?
Nein. Ein hohes Suchvolumen kann mit unklarer Absicht und starkem Wettbewerb verbunden sein. Für Unternehmen sind spezifische Begriffe mit Geschäftsbezug häufig wertvoller.
Wie viele Keywords sollte eine Seite abdecken?
Eine Seite sollte ein Hauptthema und semantisch passende Unterfragen abdecken. Entscheidend ist eine gemeinsame Suchintention. Begriffe mit deutlich anderer Absicht benötigen meist einen eigenen Seitentyp.
Ordne Keywords zuerst nach Suchintention und erst danach nach Suchvolumen. Wenn Seitentyp, Nutzerbedarf und Geschäftsziel zusammenpassen, entsteht aus einer Keyword-Liste eine belastbare Content-Entscheidung. Bei einer unklaren SERP ist Abwarten oft sinnvoller als eine weitere Seite ohne eindeutige Aufgabe.
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