AGOF


Was war die agof?

Die agof, kurz für Arbeitsgemeinschaft Onlineforschung, war ein Zusammenschluss deutscher Online-Vermarkter und Medienanbieter. Sie entwickelte Standards zur Messung digitaler Reichweiten und veröffentlichte vergleichbare Daten über die Nutzung werbefinanzierter Websites und Apps. Ihre Reichweitenforschung wurde zum Jahresbeginn 2023 von der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse übernommen.

Die agof schuf eine gemeinsame Datengrundlage, mit der Werbetreibende, Vermarkter und Mediaagenturen die Reichweite digitaler Medienangebote vergleichen und Kampagnen planen konnten. Im Mittelpunkt standen neutrale Medienforschung, einheitliche Messverfahren sowie belastbare Angaben über Nutzerzahlen und Zielgruppen.

Was bedeutet die Abkürzung agof?

Die Abkürzung agof steht für Arbeitsgemeinschaft Onlineforschung. Der eingetragene Verein wurde am 12. Dezember 2002 gegründet und vereinte Betreiber sowie Vermarkter von Internet-Medien. Sein satzungsgemäßer Zweck bestand darin, kontinuierliche Medienforschung auf Basis wissenschaftlich anerkannter mathematisch-statistischer Verfahren durchzuführen und weiterzuentwickeln.

Die Organisation verstand sich als neutrale Instanz zwischen Medienanbietern auf der einen und Mediaagenturen sowie Werbetreibenden auf der anderen Seite. Sie sollte sicherstellen, dass digitale Reichweiten nach gemeinsamen Regeln erhoben, ausgewiesen und für die Mediaplanung nutzbar gemacht wurden.

  • Reichweitenforschung: Die Studien ermittelten, wie viele Personen digitale Medienangebote nutzten.
  • Zielgruppenbeschreibung: Die Daten ermöglichten Auswertungen nach Merkmalen wie Alter, Geschlecht oder Region.
  • Standardisierung: Einheitliche Definitionen und Messregeln machten verschiedene Angebote vergleichbar.
  • Mediaplanung: Auswertungswerkzeuge unterstützten die Auswahl digitaler Werbeträger und Belegungseinheiten.

Wie funktionierte die Reichweitenmessung?

Die Reichweitenforschung der agof kombinierte technische Messdaten mit statistischen Verfahren und Datenfusionen. Aus den gemessenen Nutzungsvorgängen wurden statistische Aussagen über die Reichweite und Nutzerstruktur teilnehmender Websites und Apps abgeleitet. Die veröffentlichten Studien enthielten aggregierte Daten und waren nicht auf die Identifizierung einzelner Nutzer ausgerichtet.

Eine zentrale Kennzahl war der Unique User. Sie bezeichnete eine Person, die ein digitales Angebot innerhalb eines festgelegten Zeitraums mindestens einmal nutzte. Mehrere Besuche derselben Person erhöhten daher zwar die Zahl der Kontakte oder Besuche, aber nicht automatisch die Netto-Reichweite.

Ein Angebot mit 500.000 Unique Usern und 2.000.000 Nutzungskontakten erreichte im betrachteten Zeitraum rund 500.000 unterschiedliche Personen. Im Durchschnitt entfielen vier Kontakte auf jeden Unique User. Die Rechnung lautet: 2.000.000 Kontakte ÷ 500.000 Unique User = 4 Kontakte pro Nutzer.

Was waren die daily digital facts?

Die daily digital facts, kurz ddf, waren eine fortlaufend bereitgestellte Datengrundlage für digitale Reichweiten und Zielgruppen. Sie unterstützten die Planung von Online-Werbung, indem sie Leistungswerte für teilnehmende digitale Angebote und definierte Belegungseinheiten auswiesen.

Die daily digital facts konnten beispielsweise genutzt werden, um die Netto-Reichweite eines Angebots in einer Zielgruppe zu prüfen, Überschneidungen zwischen Werbeträgern zu beurteilen oder digitale Reichweiten mit anderen Mediengattungen zu verbinden. Solche Daten flossen unter anderem in Studien für kombinierte Print-Digital-Reichweiten ein.

Ist die Arbeitsgemeinschaft Onlineforschung noch aktiv?

Die agof stellte ihre eigene Reichweitenmessung zum 31. Dezember 2022 ein. Mit dem Jahreswechsel wurde die Online-Reichweitenforschung unter das Dach der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse, kurz agma, integriert und dort zunächst weitergeführt. Die Arbeitsgemeinschaft Onlineforschung e.V. befindet sich inzwischen in Auflösung beziehungsweise Liquidation.

Seit dem 4. Dezember 2024 befindet sich die DNA, die Digitale Nutzungsstudie der agma, im Regelbetrieb. Sie dient als neuer Reichweitenstandard für digitale Werbeträger und löst die frühere agof-Systematik fachlich ab. Der Kern der DNA ist die Advertising-Reach, also die tatsächlich messbare Reichweite auf Seitenbestandteilen mit buchbaren Werbeflächen.

Was unterscheidet agof-Daten und die neue DNA?

MerkmalFrühere agof-ReichweitenforschungDNA der agma
Verantwortliche OrganisationArbeitsgemeinschaft OnlineforschungArbeitsgemeinschaft Media-Analyse
Zentrale ReichweiteUnique User digitaler AngeboteWerberelevante Netto-Reichweite beziehungsweise Ad-Reach
Technische GrundlageTechnische Nutzungsmessung mit statistischer DatenverarbeitungMessung über einen Prebid-Analytics-Adapter
Werbefreie BereicheNutzung konnte im Rahmen der Angebotsmessung berücksichtigt werdenOhne möglichen Bidding-Prozess erfolgt keine Ad-Reach-Messung
StatusReichweitenmessung beendetAktueller Regelbetrieb

Die DNA erfasst ausschließlich werberelevante Kontakte. Bei aktiviertem Ad-Blocker oder auf werbefreien Seitenbestandteilen findet deshalb keine Messung statt. Neben Unique Usern werden unter anderem Brutto-Kontakte, soziodemografische Angaben und weitere Zielgruppenmerkmale bereitgestellt.

Welche Bedeutung hatten die Daten für SEA und Mediaplanung?

agof-Daten dienten vor allem der Planung klassischer digitaler Displaywerbung und nicht der unmittelbaren Steuerung von Suchanzeigen. Ein SEA-Manager konnte die ausgewiesenen Reichweiten jedoch für die übergreifende Budgetplanung nutzen, etwa um Suchkampagnen mit Displaymaßnahmen auf reichweitenstarken Medienangeboten zu ergänzen.

Reichweiten- und Zielgruppendaten beantworten andere Fragen als Kennzahlen aus Google Ads. Während CTR, Conversion-Rate, CPA und ROAS die Leistung einer konkreten Kampagne beschreiben, zeigen Medienforschungsdaten, wie viele Personen über einen Werbeträger grundsätzlich erreichbar sind und wie sich dessen Publikum zusammensetzt.

Für eine kombinierte Planung von organischer und bezahlter Sichtbarkeit können Unternehmen zusätzlich SEO- und SEA-Synergien auswerten. Die operative Kampagnensteuerung basiert anschließend auf eigenen Tracking-, Kosten- und Conversion-Daten sowie einem transparenten SEO-Reporting.

Welche Relevanz hat die agof für SEO und GEO?

Die Daten der agof waren kein Rankingfaktor und kein Ersatz für Webanalyse oder SEO-Tools. Sie konnten jedoch Marktpotenziale sichtbar machen, weil Reichweiten, Zielgruppenstrukturen und digitale Nutzungsmuster Hinweise darauf gaben, auf welchen Medienangeboten bestimmte Nutzergruppen erreichbar waren.

Für SEO lassen sich solche Marktinformationen mit Keyword-Daten, Rankings, organischem Traffic und Conversions verbinden. Ein Medienangebot mit hoher Gesamtreichweite muss nicht automatisch für ein bestimmtes Suchthema relevant sein. Umgekehrt kann eine kleinere Fachseite für ein eng abgegrenztes Keyword-Cluster eine besonders passende Zielgruppe erreichen.

GEO steht für Generative Engine Optimization und bezeichnet die Optimierung der Sichtbarkeit in KI-basierten Antwortsystemen. Historische agof-Reichweiten lassen keine direkte Aussage darüber zu, ob eine Marke in ChatGPT, Perplexity oder Gemini genannt wird. Für eine Analyse der KI-Sichtbarkeit werden stattdessen Erwähnungen, Quellen, Antworten und thematische Zusammenhänge in den jeweiligen KI-Systemen untersucht.

Wie sind agof-Zahlen heute zu verwenden?

Historische agof-Zahlen sollten immer zusammen mit dem Erhebungszeitraum, der untersuchten Grundgesamtheit und der damaligen Studienmethodik genannt werden. Ein alter Reichweitenwert beschreibt die Nutzung im jeweiligen Messzeitraum und lässt sich nicht ungeprüft auf aktuelle Websites, Apps oder Zielgruppen übertragen.

  • Prüfe, aus welchem Monat oder Quartal der Reichweitenwert stammt.
  • Unterscheide zwischen Unique Usern, Kontakten, Visits und Seitenaufrufen.
  • Kontrolliere, ob sich der Wert auf ein Gesamtangebot oder eine einzelne Belegungseinheit bezieht.
  • Nutze für aktuelle Mediaplanungen die derzeit gültigen Studien und Leistungswerte der agma.

Fragen zur Verbindung von Reichweitenanalyse, SEO, SEA und GEO kannst du in einer kostenlosen Erstberatung zur Search-Strategie klären. Die Betreuung erfolgt durch Experten mit mindestens 14 Jahren Erfahrung; die OSG gehört zu den aktuell acht Agenturen in Deutschland mit BVDW-Zertifizierungen für SEO und SEA.

Häufige Fragen zur Arbeitsgemeinschaft Onlineforschung

Was bedeutet die Abkürzung agof?

Die Abkürzung steht für Arbeitsgemeinschaft Onlineforschung. Die Organisation entwickelte Standards und Studien zur Messung der Nutzung digitaler Medienangebote.

Kann man aktuelle Reichweiten noch bei der agof abrufen?

Die eigene Reichweitenmessung der Arbeitsgemeinschaft wurde eingestellt. Aktuelle werberelevante Digitalreichweiten werden heute im Rahmen der Digitalen Nutzungsstudie der agma ausgewiesen.

Sind Unique User und Visits dasselbe?

Nein. Unique User beschreiben unterschiedliche Nutzer innerhalb eines Zeitraums, während Visits einzelne Besuche zählen. Eine Person kann mehrere Visits erzeugen.

Waren agof-Zahlen ein Google-Rankingfaktor?

Nein. Die Werte dienten der Medienforschung und Werbeplanung. Google-Rankings werden nicht anhand der ausgewiesenen Reichweiten eines digitalen Angebots berechnet.

Was bedeutet die Abkürzung e.V. i.L.?

Die Bezeichnung e.V. i.L. bedeutet eingetragener Verein in Liquidation. Sie weist darauf hin, dass der Verein aufgelöst und rechtlich abgewickelt wird.


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