Reconsideration Request

Was ist ein Reconsideration Request?

Ein Reconsideration Request ist ein Antrag an Google, eine manuelle Maßnahme gegen eine Website nach der vollständigen Fehlerbehebung erneut zu prüfen. Der Antrag wird in der Google Search Console eingereicht. Google bewertet anschließend, ob die dokumentierten Verstöße gegen die Spamrichtlinien beseitigt wurden und die Maßnahme aufgehoben werden kann.

Ein Reconsideration Request, deutsch: Antrag auf erneute Überprüfung, ist ausschließlich bei einer manuellen Maßnahme möglich. Ein Google-Mitarbeiter hat dabei festgestellt, dass eine Website ganz oder teilweise gegen die Spamrichtlinien verstößt. Die betroffenen Bereiche und der Grund erscheinen im Bericht „Manuelle Maßnahmen“ der Google Search Console.

Wann ist der Antrag erforderlich?

Ein Reconsideration Request ist erforderlich, wenn die Google Search Console eine manuelle Maßnahme meldet und du den genannten Verstoß behoben hast. Manuelle Maßnahmen können eine einzelne URL, bestimmte Verzeichnisse oder die gesamte Domain betreffen. Je nach Umfang verlieren betroffene Seiten Rankings oder werden vollständig aus den Suchergebnissen entfernt.

Ein plötzlicher Rückgang des organischen Traffics reicht als Grund für einen Reconsideration Request nicht aus. Rankingverluste können durch Algorithmusänderungen, technische Fehler, geänderte Suchintentionen oder stärkere Wettbewerber entstehen. Ohne Eintrag im Bericht „Manuelle Maßnahmen“ gibt es keinen Antrag, den Google auf diesem Weg bearbeiten könnte. Prüfe deshalb zuerst die Search Console und führe anschließend eine strukturierte SEO-Analyse der betroffenen Domain durch.

Ein vorschnell eingereichter Reconsideration Request kann abgelehnt werden, wenn Verstöße nur teilweise behoben wurden. Reiche den Antrag erst ein, wenn alle betroffenen Seitentypen, Links oder strukturierten Daten kontrolliert und die vorgenommenen Änderungen dokumentiert sind.

Reconsideration Request: Ablauf 2026

Der Ablauf beginnt mit der Ursachenanalyse, nicht mit dem Schreiben des Antrags. Die Nachricht in der Search Console nennt die Art der manuellen Maßnahme und zeigt teilweise Beispiel-URLs. Diese Beispiele sind keine vollständige Fehlerliste. Wenn Google zwei betroffene Seiten aufführt, können weitere Seiten mit demselben Muster existieren. Untersuche deshalb die gesamte Website auf die genannte Ursache.

Schritt Aufgabe Prüfkriterium
Diagnose Manuelle Maßnahme und Beispiel-URLs auswerten Ursache und betroffene Seitentypen sind bekannt
Bereinigung Verstöße vollständig entfernen oder korrigieren Das beanstandete Muster ist nicht mehr vorhanden
Dokumentation Änderungen und Kontrollmaßnahmen festhalten Jede Aussage im Antrag ist nachvollziehbar
Antrag Reconsideration Request über die Search Console senden Der Antrag beschreibt Ursache, Maßnahmen und Vorsorge
Nachkontrolle Nachrichten und Suchleistung überwachen Entscheidung und verbleibende Auffälligkeiten werden erkannt

Die Bearbeitung eines Reconsideration Request dauert üblicherweise mehrere Tage bis einige Wochen. Umfangreiche Linkbereinigungen oder websitespezifische Prüfungen können mehr Zeit beanspruchen. Weitere Anträge während einer laufenden Prüfung beschleunigen den Prozess nicht. Warte auf die Nachricht in der Search Console und verändere die dokumentierte Bereinigung währenddessen nur, wenn du einen weiteren Verstoß entdeckst.

Was gehört in den Antrag?

Ein guter Reconsideration Request beschreibt knapp und überprüfbar, wie der Verstoß entstanden ist, welche Bereiche betroffen waren und welche Korrekturen vorgenommen wurden. Google benötigt keine lange Rechtfertigung. Entscheidend ist, ob die Ursache verstanden und die beanstandete Vorgehensweise vollständig beendet wurde.

  • Nenne die konkrete manuelle Maßnahme aus der Google Search Console.
  • Beschreibe die Ursache sachlich, einschließlich eingesetzter Systeme oder früherer Prozesse.
  • Führe die vorgenommenen Änderungen mit betroffenen Seitentypen oder Linkgruppen auf.
  • Erkläre, wie du vergleichbare Verstöße künftig kontrollierst.
  • Verweise auf nachvollziehbare Nachweise, sofern diese für die Prüfung erforderlich sind.

Bei unnatürlichen Backlinks sollte der Reconsideration Request beispielsweise dokumentieren, welche Links geprüft, welche Webmaster kontaktiert und welche Links entfernt wurden. Eine Disavow-Datei kann ergänzend verwendet werden, wenn schädliche Links trotz ernsthafter Bemühungen nicht entfernt werden konnten. Eine belastbare Backlink-Audit-Dokumentation trennt problematische Muster von redaktionell gesetzten Verweisen.

Prüfe das Linkprofil vor dem Antrag auf auffällige Quellen, Ankertexte und wiederkehrende Muster:

Typische Gründe für manuelle Maßnahmen

Google unterscheidet mehrere Arten manueller Maßnahmen. Dazu gehören unnatürliche Links zur Website, unnatürliche ausgehende Links, Inhalte mit geringem eigenständigem Nutzen, Cloaking, irreführende Weiterleitungen, versteckter Text, Keyword-Stuffing und missbräuchlich eingesetzte strukturierte Daten. Die erforderliche Bereinigung richtet sich immer nach dem konkret gemeldeten Verstoß.

Bei unnatürlichen ausgehenden Links genügt es beispielsweise nicht, einzelne Links zu löschen, wenn das zugrunde liegende Veröffentlichungsmodell bestehen bleibt. Bezahlte oder anderweitig vergütete Links müssen entfernt oder mit einem passenden Linkattribut gekennzeichnet werden. Prüfe zusätzlich ältere Beiträge, Gastartikel und automatisiert erzeugte Seiten, weil Google die Maßnahme anhand eines wiederkehrenden Musters bewertet.

Bei problematischen Inhalten erfordert der Reconsideration Request mehr als sprachliche Überarbeitungen. Seiten ohne eigenständigen Informationswert müssen substanziell verbessert, zusammengeführt oder entfernt werden. Eine vollständige SEO-Analyse sollte dabei auch Indexierung, interne Verlinkung und ähnliche Seitentypen erfassen.

Unterschied zu algorithmischen Verlusten

Der Unterschied zwischen einem Reconsideration Request und der Erholung nach einem Google-Update liegt im Auslöser. Eine manuelle Maßnahme wird von einem Google-Mitarbeiter verhängt, in der Search Console angezeigt und nach einem Antrag individuell überprüft. Eine algorithmische Neubewertung erfolgt automatisiert und bietet keine Antragsfunktion.

Nach einem algorithmischen Rankingverlust musst du Qualitäts-, Technik- oder Relevanzprobleme beheben und auf eine erneute Verarbeitung durch Google warten. Nach einer manuellen Maßnahme ist zusätzlich der Reconsideration Request erforderlich. Ein positiver Bescheid hebt die manuelle Maßnahme auf, stellt frühere Rankings jedoch nicht automatisch wieder her. Google bewertet die bereinigten Seiten anschließend nach den regulären Ranking-Systemen.

Erfolg des Antrags kontrollieren

Messbar ist ein Reconsideration Request über drei getrennte Signale: den Status der manuellen Maßnahme, die Indexierung betroffener URLs und die Entwicklung von Impressionen, Klicks sowie Rankings. Die wichtigste Bestätigung ist die Nachricht in der Search Console, dass die Maßnahme aufgehoben wurde. Steigende Rankings allein belegen keine erfolgreiche Prüfung.

Nach der Aufhebung benötigt Google Zeit, um geänderte Seiten erneut zu crawlen und zu bewerten. Kontrolliere deshalb nicht nur den Gesamttraffic, sondern auch die zuvor betroffenen Verzeichnisse und Seitentypen. Der Leitfaden zum Verbessern von Google-Rankings zeigt, welche regulären SEO-Signale nach der Bereinigung weiter optimiert werden können.

Häufige Fragen zum Reconsideration Request

Kann ich einen Reconsideration Request ohne Search Console stellen?

Nein. Der Antrag wird über das bestätigte Search-Console-Konto der betroffenen Property eingereicht. Der Nutzer benötigt ausreichende Berechtigungen für die Website.

Kostet ein Reconsideration Request etwas?

Google erhebt für die Einreichung und Prüfung keine Gebühr. Kosten können durch die technische Analyse, Content-Überarbeitung oder Bereinigung eines problematischen Linkprofils entstehen.

Kann ich den Antrag mehrfach einreichen?

Ein weiterer Antrag ist möglich, wenn Google den ersten Antrag ablehnt und du die verbleibenden Verstöße beseitigt hast. Mehrere parallele Anträge beschleunigen eine laufende Prüfung nicht.

Muss für jeden schädlichen Backlink ein Nachweis vorliegen?

Eine lückenlose Antwort jedes Webmasters ist nicht erforderlich. Die Dokumentation sollte jedoch zeigen, dass problematische Links systematisch geprüft und realistische Schritte zur Entfernung unternommen wurden.

Sind die Rankings nach einer erfolgreichen Prüfung wieder da?

Die Aufhebung einer manuellen Maßnahme garantiert keine früheren Rankings. Nach der Bereinigung bewertet Google die Website erneut anhand der regulären Ranking-Systeme, der aktuellen Inhalte und des Wettbewerbs.

Was passiert bei einer Ablehnung des Antrags?

Die manuelle Maßnahme bleibt bestehen. Du solltest die Ursachenanalyse erweitern, weitere betroffene Bereiche bereinigen und erst danach einen neuen, aktualisierten Antrag einreichen.

Wenn Ursache, Bereinigung oder Dokumentation einer manuellen Maßnahme unklar sind, kann eine externe Prüfung die nächsten Schritte strukturieren.

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