Advertorial
Was ist ein Advertorial?
Ein Advertorial ist ein bezahlter Werbebeitrag, der in Gestaltung, Sprache und Aufbau einem redaktionellen Artikel ähnelt. Der Begriff verbindet die englischen Wörter „Advertisement“ und „Editorial“. Ein Advertorial vermittelt Informationen zu einem Unternehmen, Produkt oder Thema, verfolgt dabei aber einen kommerziellen Zweck und muss klar als Werbung erkennbar sein.
Ein Advertorial verbindet die ausführliche Informationsvermittlung eines redaktionellen Beitrags mit den Zielen einer Anzeige. Statt lediglich ein Produkt abzubilden oder einen kurzen Werbetext zu veröffentlichen, behandelt der Beitrag ein Thema, beantwortet Fragen und ordnet das beworbene Angebot in einen fachlichen Zusammenhang ein.
Wie funktioniert ein Advertorial?
Advertorials werden gewöhnlich von Unternehmen, Agenturen oder Redaktionen erstellt und gegen Bezahlung auf einem fremden Medium veröffentlicht. Typische Veröffentlichungsorte sind Nachrichtenportale, Fachmagazine, Branchenblogs, Kundenmagazine und thematisch passende Online-Plattformen.
Der Auftraggeber bestimmt das Kommunikationsziel und stellt Informationen zum Angebot bereit. Der Publisher legt in der Regel Anforderungen an Länge, Aufbau, Kennzeichnung, Bildmaterial und Verlinkung fest. Je nach Vereinbarung schreibt entweder der Auftraggeber den Beitrag oder die Redaktion des Mediums übernimmt die Erstellung.
Ein fachlich aufgebauter Werbebeitrag beginnt mit einem Problem oder Informationsbedürfnis der Zielgruppe. Erst im weiteren Verlauf stellt er eine Lösung, ein Produkt oder eine Dienstleistung vor. Dadurch unterscheidet sich das Format von klassischen Display-Anzeigen, die ihre Werbebotschaft meist unmittelbar und auf einer kleinen Fläche vermitteln.
Wie muss bezahlter redaktioneller Inhalt gekennzeichnet werden?
Der kommerzielle Zweck eines bezahlten Beitrags muss für Leser eindeutig und rechtzeitig erkennbar sein. Nach § 5a Absatz 4 UWG kann das Verschweigen eines kommerziellen Zwecks unlauter sein, wenn dieser sich nicht unmittelbar aus den Umständen ergibt und die fehlende Kenntlichmachung eine geschäftliche Entscheidung beeinflussen kann.
Eine Kennzeichnung sollte gut sichtbar oberhalb des Beitrags stehen und sprachlich eindeutig sein. Übliche Bezeichnungen sind „Anzeige“ oder „Werbung“. Der Deutsche Presserat hat in einer Entscheidung beanstandet, dass der Begriff „Advertorial“ allein die Werbenatur eines Beitrags nicht ausreichend verständlich machte.
Advertorial, Native Advertising und Sponsored Post im Vergleich
Der Unterschied zwischen einem Advertorial und Native Advertising liegt vor allem im Umfang des Begriffs. Native Advertising bezeichnet Werbung, die sich gestalterisch und funktional an das redaktionelle Umfeld einer Plattform anpasst. Ein Advertorial ist eine konkrete Form davon, bei der ein längerer, redaktionell aufgebauter Werbetext im Mittelpunkt steht.
| Format | Typischer Inhalt | Veröffentlichung | Kommerzieller Zweck | Abgrenzendes Merkmal |
|---|---|---|---|---|
| Advertorial | Ratgeber, Interview oder Produktbericht | Fremdes oder eigenes Medium | Direkt | Bezahlter Beitrag im redaktionellen Stil |
| Native Advertising | Artikel, Empfehlung, Teaser oder Video | Plattform oder Medienangebot | Direkt | Oberbegriff für angepasste Werbeformate |
| Sponsored Post | Gesponserter Beitrag unterschiedlicher Länge | Blog oder soziales Netzwerk | Direkt | Betont das Sponsoring des Beitrags |
| Gastbeitrag | Fachartikel eines externen Autors | Fremdes Medium | Nicht zwingend | Kann ohne Vergütung und ohne Werbeauftrag entstehen |
| Pressemitteilung | Unternehmensnachricht für Medien | Presseportal oder Redaktion | Kommunikativ | Dient als Informationsangebot für Journalisten |
Welche Bedeutung haben Advertorials für SEO?
Ein Advertorial kann qualifizierte Besucher auf eine Website führen, eine Marke in einem thematisch passenden Umfeld präsentieren und die Reichweite eines Inhalts erhöhen. Für die strategische Verbindung von Content und Suchmaschinen-Sichtbarkeit zählt vor allem, ob der Beitrag einen eigenständigen Informationswert besitzt und die Zielgruppe des Publishers tatsächlich erreicht.
Bezahlte Links in einem solchen Beitrag dürfen nicht wie uneingeschränkt redaktionell entstandene Empfehlungen behandelt werden. Google empfiehlt für Links aus Anzeigen, Sponsoring und anderen Vergütungsvereinbarungen das Attribut rel="sponsored". Alternativ ist rel="nofollow" zulässig, wobei Google für bezahlte Platzierungen bevorzugt rel="sponsored" nennt.
Ein gekaufter Beitrag mit einem Follow-Link und stark optimiertem Ankertext kann gegen die Spamrichtlinien der Google Websuche verstoßen, wenn die Verlinkung hauptsächlich das Ranking beeinflussen soll. Advertorials sollten deshalb als Reichweiten- und Kommunikationsformat geplant werden, nicht als verdeckter Kauf von Ranking-Signalen.
Für einen regelkonformen strategischen Linkaufbau sind echte redaktionelle Empfehlungen von bezahlten Veröffentlichungen zu trennen. Ein gesponserter Link kann weiterhin Besucher und Markenbekanntheit erzeugen, auch wenn er für Suchmaschinen entsprechend qualifiziert wurde.
Advertorials in SEA und GEO
Im SEA können Advertorials als Zielseiten für Native-Advertising-Kampagnen oder als unterstützende Inhalte im oberen und mittleren Bereich des Conversion-Funnels dienen. Der Beitrag führt Nutzer zunächst über ein Informationsangebot an ein Thema heran und leitet sie anschließend zu einer Produktseite, einem Download oder einer Kontaktmöglichkeit weiter.
Für GEO, die Generative Engine Optimization für KI-Suchen, liefert ein fachlich präziser Werbebeitrag potenziell verständliche Informationen über Produkte, Anwendungsfälle und Anbieter. Eine Veröffentlichung garantiert jedoch nicht, dass ChatGPT, Perplexity, Gemini oder andere KI-Systeme den Inhalt abrufen, zitieren oder in generierten Antworten berücksichtigen.
Ein GEO-orientierter Beitrag sollte konkrete Fragen beantworten, Begriffe eindeutig definieren und überprüfbare Aussagen enthalten. Eine klare Werbekennzeichnung bleibt dabei erforderlich, weil Transparenz gegenüber Lesern unabhängig davon gilt, ob der Inhalt über eine klassische Suchmaschine, einen direkten Link oder eine KI-Antwort gefunden wird.
Wie lässt sich der Erfolg eines Advertorials messen?
Die Erfolgsmessung richtet sich nach dem vereinbarten Ziel. Für Reichweite eignen sich Seitenaufrufe und sichtbare Einblendungen. Für die Qualität des Traffics liefern Klicks, Sitzungsdauer, Interaktionen und Conversions aussagekräftigere Hinweise. Markenbezogene Suchanfragen können ergänzend zeigen, ob der Beitrag Aufmerksamkeit für den Anbieter erzeugt hat.
Erzielt ein Beitrag bei 20.000 Aufrufen 600 Klicks, beträgt die Klickrate 3 Prozent. Entstehen aus diesen 600 Besuchen 18 Anfragen, liegt die Conversion-Rate bei 3 Prozent. Bei Gesamtkosten von 2.700 Euro ergeben sich Kosten von 150 Euro pro Anfrage.
Woran erkennst du ein hochwertiges Advertorial?
Ein hochwertiger Werbebeitrag passt thematisch zum veröffentlichenden Medium, beantwortet konkrete Nutzerfragen und enthält nachvollziehbare Aussagen. Produktversprechen sollten erläutert werden, während werbliche Übertreibungen, künstlich platzierte Keywords und austauschbare Formulierungen die Glaubwürdigkeit senken.
Fragen zu deiner SEO-, SEA- oder GEO-Strategie kannst du in einer kostenlosen Erstberatung klären. Die Betreuung erfolgt durch Experten mit mindestens 14 Jahren Erfahrung. Die Online Solutions Group GmbH gehört zu den aktuell nur acht Agenturen in Deutschland, die vom BVDW für SEO und SEA zertifiziert sind.
Kostenlose ErstberatungHäufige Fragen zu Advertorials
Wer verfasst ein Advertorial?
Der Beitrag kann vom werbenden Unternehmen, einer beauftragten Agentur oder der Redaktion des veröffentlichenden Mediums verfasst werden. Verantwortlichkeiten, Freigaben und Änderungsrechte sollten vor der Produktion schriftlich festgelegt werden.
Kann ein Advertorial dauerhaft veröffentlicht bleiben?
Die Veröffentlichungsdauer hängt von der Vereinbarung mit dem Publisher ab. Möglich sind befristete Laufzeiten, dauerhafte Archivierung oder eine spätere Entfernung. Auch der Umgang mit Weiterleitungen nach einer Löschung sollte vertraglich geregelt sein.
Darf ein Advertorial Produktvergleiche enthalten?
Ein Werbebeitrag darf Produkte vergleichen, wenn die Kriterien nachvollziehbar und die Aussagen sachlich korrekt sind. Eigene Produkte dürfen nicht durch falsche, unvollständige oder irreführende Angaben gegenüber anderen Angeboten bevorzugt werden.
Ist ein kostenloses Testprodukt bereits eine Gegenleistung?
Auch Waren, Dienstleistungen, Einladungen oder andere wirtschaftliche Vorteile können eine Gegenleistung darstellen. Ob und wie ein Beitrag gekennzeichnet werden muss, hängt von den konkreten Umständen ab und sollte bei Unsicherheit rechtlich geprüft werden.
Kann dasselbe Advertorial auf mehreren Websites erscheinen?
Eine identische Mehrfachveröffentlichung ist technisch möglich, kann aber zu redundanten Inhalten führen. Sinnvoller sind eigenständige Fassungen, die auf Zielgruppe, Themenschwerpunkt und redaktionelles Umfeld des jeweiligen Mediums zugeschnitten sind.
Sie haben noch Fragen?

