Attestation Identity Key

Was ist ein Attestation Identity Key?

Ein Attestation Identity Key, kurz AIK, ist ein kryptografisches Schlüsselpaar in einem Trusted Platform Module. Es signiert Nachweise über den Zustand eines Geräts, damit ein prüfendes System die Herkunft und Integrität der gemeldeten Messwerte kontrollieren kann. Der private Schlüssel bleibt dabei geschützt im TPM.

Aufgabe des AIK im TPM

Der Attestation Identity Key, sinngemäß ein Identitätsschlüssel für Beglaubigungen, weist nach, dass Zustandsinformationen von einem bestimmten Trusted Platform Module stammen. Ein Trusted Platform Module, kurz TPM, ist ein Sicherheitsbaustein, der kryptografische Schlüssel schützt und Messwerte zum Startzustand eines Geräts speichern kann.

Ein Attestation Identity Key besteht aus einem öffentlichen und einem privaten Schlüssel. Der private Teil wird im TPM erzeugt oder geschützt und soll den Sicherheitsbereich des Moduls nicht verlassen. Der öffentliche Teil sowie ein zugehöriger Nachweis ermöglichen es einem externen Prüfer, die Signatur einer Gerätebeglaubigung zu kontrollieren.

Der AIK identifiziert dabei nicht automatisch eine natürliche Person. Er bestätigt vielmehr, dass eine signierte Aussage von einem vertrauenswürdigen TPM stammt. Je nach Implementierung kann ein Gerät mehrere solcher Schlüssel verwenden, um unterschiedliche Dienste voneinander zu trennen und eine unnötige Wiedererkennung zu begrenzen.

So funktioniert Remote Attestation

Remote Attestation bezeichnet die Prüfung eines Gerätezustands aus der Ferne. Das Verfahren kombiniert den Attestation Identity Key mit Messwerten in Platform Configuration Registers, kurz PCR. Diese Register enthalten kryptografische Zusammenfassungen von Komponenten, die während des Startvorgangs gemessen wurden.

  • Ein Prüfsystem sendet dem Gerät eine zufällige Herausforderung, die als Nonce bezeichnet wird.
  • Das TPM erstellt einen signierten Bericht, den sogenannten Quote, über ausgewählte PCR-Werte und die Nonce.
  • Der Attestation Identity Key signiert diesen Quote innerhalb der geschützten TPM-Umgebung.
  • Der Prüfer kontrolliert Signatur, Schlüsselbescheinigung, Nonce und gemeldete Messwerte.
  • Eine Sicherheitsrichtlinie legt fest, ob der nachgewiesene Gerätezustand akzeptiert wird.
Ein gültiger AIK-Nachweis bedeutet nicht automatisch, dass ein Gerät vollständig sicher ist. Er bestätigt zunächst die Herkunft und Unverändertheit der signierten Daten. Ob die gemessene Konfiguration zulässig ist, muss der prüfende Dienst anhand eigener Referenzwerte und Richtlinien bewerten.

AIK, EK und SRK im Vergleich

Der Unterschied zwischen einem Attestation Identity Key und anderen TPM-Schlüsseln liegt im vorgesehenen Einsatzzweck. Ein AIK signiert Beglaubigungsdaten, während andere Schlüssel die Vertrauensbasis des TPM herstellen oder weitere Schlüssel schützen.

SchlüsselHauptaufgabeTypische Verwendung
Attestation Identity KeySigniert TPM-BeglaubigungenGerätezustand und PCR-Werte gegenüber einem Prüfer nachweisen
Endorsement KeyRepräsentiert die grundlegende TPM-IdentitätVertrauen in Herkunft und Echtheit des TPM aufbauen
Storage Root KeyBildet die Wurzel einer SchlüsselhierarchieWeitere Schlüssel und geschützte Daten absichern
TLS-SchlüsselAuthentifiziert einen Server oder ClientVerbindungen zwischen Browsern, Anwendungen und Servern verschlüsseln

Der Endorsement Key, kurz EK, ist normalerweise dauerhaft mit dem TPM verbunden und kann deshalb eine stabile Gerätekennung darstellen. Ein Attestation Identity Key wird verwendet, damit das Gerät seinen Zustand nachweisen kann, ohne den Endorsement Key bei jeder Prüfung unmittelbar offenzulegen.

Der Storage Root Key, kurz SRK, schützt untergeordnete Schlüssel innerhalb einer TPM-Schlüsselhierarchie. Er dient nicht zur Signatur von Zustandsnachweisen. Ein Attestation Identity Key ist ebenfalls kein allgemeiner Schlüssel für Dateiverschlüsselung, TLS-Verbindungen oder digitale Dokumentunterschriften.

Zertifizierung und Datenschutz

Ein Prüfer muss wissen, ob der öffentliche AIK tatsächlich zu einem vertrauenswürdigen TPM gehört. Bei klassischen TPM-Verfahren bestätigt dies häufig eine Privacy Certification Authority. Diese Zertifizierungsstelle prüft die Verbindung zum Endorsement Key und stellt anschließend ein Zertifikat für den Attestation Identity Key aus.

Direct Anonymous Attestation, kurz DAA, verfolgt einen anderen Ansatz. Das Verfahren soll die Zugehörigkeit zu einer vertrauenswürdigen Geräteklasse bestätigen, ohne bei jeder Prüfung eine dauerhaft wiedererkennbare Geräteidentität offenzulegen. Die konkrete Unterstützung hängt von TPM-Version, Plattform und eingesetztem Beglaubigungsdienst ab.

AIK und TPM 2.0

Der Begriff Attestation Identity Key ist besonders mit TPM 1.2 verbunden. Bei TPM 2.0 wird häufiger von einem Attestation Key oder Attestation Signing Key gesprochen. Die Kernaufgabe bleibt vergleichbar: Ein geschützter Signaturschlüssel bestätigt TPM-erzeugte Aussagen über Messwerte, Schlüssel oder Plattformzustände.

Bei der technischen Dokumentation sollte deshalb immer geprüft werden, auf welche TPM-Version sich die Bezeichnung bezieht. Ein Produkt kann den Begriff AIK aus Kompatibilitätsgründen verwenden, obwohl intern ein TPM-2.0-Attestation-Key eingesetzt wird.

Nutzen für Unternehmen

Attestation Identity Keys kommen vor allem bei Geräteverwaltung, Zero-Trust-Konzepten, geschützten Unternehmenszugängen und der Kontrolle verwalteter Endgeräte zum Einsatz. Ein Zugriff kann beispielsweise davon abhängen, ob ein Firmenrechner mit der erwarteten Startkonfiguration arbeitet und seine Messwerte über ein vertrauenswürdiges TPM signiert.

Für SEO, SEA und GEO besteht kein direkter Ranking- oder Anzeigenfaktor. Der praktische Bezug entsteht bei den Geräten, über die Mitarbeiter CMS, Analyseplattformen, Werbekonten oder Deployment-Systeme verwalten. Gerätebeglaubigung kann Teil einer Zugriffspolitik sein, die administrative Systeme nur für geprüfte Endgeräte freigibt.

Eine technische SEO-Analyse prüft andere Ebenen, etwa Crawling, Indexierbarkeit und Seitentechnik. Anforderungen an sichere Administrationszugänge sollten zusätzlich in die IT-Architektur und bei einem technisch geplanten Webdesign-Projekt in das Betriebsmodell einfließen.

Grenzen der Gerätebeglaubigung

Ein Attestation Identity Key belegt weder die Identität des aktuellen Benutzers noch die Fehlerfreiheit aller Programme. Eine vollständige Zugriffskontrolle kombiniert die Gerätebeglaubigung daher mit Benutzeranmeldung, Berechtigungen, aktuellen Sicherheitsrichtlinien und der Auswertung nachvollziehbarer Messprotokolle.

Ein Prüfsystem darf eine gültige AIK-Signatur nicht mit einem automatisch vertrauenswürdigen Gerätezustand gleichsetzen. Ohne aktuelle Nonce, geprüfte Zertifikatskette, passende Referenzwerte und eine Auswertung des Messprotokolls kann ein formal korrekter Quote nur begrenzte Aussagekraft besitzen.

Auch die zeitliche Reichweite der Messung muss berücksichtigt werden. PCR-Werte bilden vor allem gemessene Start- und Konfigurationszustände ab. Veränderungen während des laufenden Betriebs können zusätzliche Überwachungsmechanismen erfordern, weil eine Startmessung allein nicht jede spätere Manipulation erfasst.

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Häufige Fragen zum AIK

Wo wird ein AIK gespeichert?

Der private Schlüssel wird im Trusted Platform Module erzeugt oder durch dessen Schlüsselhierarchie geschützt. Er soll das TPM nicht in ungeschützter Form verlassen. Der öffentliche Schlüssel und zugehörige Bescheinigungen dürfen an Prüfsysteme übermittelt werden.

Kann ein Attestation Identity Key ein Gerät eindeutig identifizieren?

Ein AIK kann innerhalb eines bestimmten Vertrauenssystems als Gerätekennung dienen, muss aber keine universelle Identität darstellen. Mehrere Schlüssel und datenschutzorientierte Beglaubigungsverfahren können die Verknüpfung verschiedener Anfragen begrenzen.

Was ist ein TPM Quote?

Ein TPM Quote ist ein signierter Bericht über ausgewählte PCR-Werte und eine vom Prüfer gesendete Nonce. Die Nonce stellt sicher, dass der Bericht zu einer aktuellen Anfrage gehört und nicht einfach aus einer früheren Prüfung wiederverwendet wurde.

Ist ein AIK dasselbe wie ein Zertifikat?

Nein. Der AIK ist ein kryptografisches Schlüsselpaar. Ein AIK-Zertifikat bestätigt die Zuordnung des öffentlichen Schlüssels zu einem vertrauenswürdigen TPM oder Beglaubigungsverfahren.

Wird der Begriff AIK auch bei TPM 2.0 verwendet?

Der Begriff wird teilweise weiterhin verwendet, stammt aber vor allem aus dem Umfeld von TPM 1.2. Bei TPM 2.0 sind Bezeichnungen wie Attestation Key oder Attestation Signing Key üblicher.

Kann ein AIK für TLS oder Dateiverschlüsselung genutzt werden?

Ein AIK ist für die Signatur von Beglaubigungsdaten vorgesehen. Für TLS, Dateiverschlüsselung oder allgemeine Dokumentensignaturen werden getrennte Schlüssel mit passenden Nutzungsregeln eingesetzt.


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