Break-Even-Point
Was ist der Break-Even-Point?
Der Break-Even-Point bezeichnet die Absatzmenge oder den Umsatz, bei dem Erlöse und Gesamtkosten gleich hoch sind. Das Unternehmen erzielt an diesem Punkt weder Gewinn noch Verlust. Die mengenmäßige Gewinnschwelle berechnet sich aus den Fixkosten geteilt durch den Deckungsbeitrag je verkauftem Produkt.
Der Break-Even-Point wird auf Deutsch einmalig als Gewinnschwelle bezeichnet. Er zeigt, wie viele Produkte ein Onlineshop verkaufen oder welchen Umsatz ein Unternehmen erreichen muss, damit sämtliche fixen und variablen Kosten gedeckt sind. Jeder zusätzliche Verkauf oberhalb dieser Schwelle trägt zum Gewinn bei, sofern Preise und Kosten unverändert bleiben.
Break-Even-Point einfach erklärt
Der Break-Even-Point entsteht dort, wo sich die Umsatzkurve und die Gesamtkostenkurve schneiden. Unterhalb dieses Punktes reichen die Erlöse nicht aus, um alle Kosten zu decken. Oberhalb des Break-Even-Points übersteigen die Erlöse die Gesamtkosten. Die Berechnung liefert damit eine konkrete Mindestgröße für Absatz, Umsatz oder Bestellungen.
Für die Berechnung werden die Kosten in zwei Gruppen getrennt:
Die Einordnung einer Kostenposition hängt vom Vertrag und vom betrachteten Zeitraum ab. Eine monatliche Grundgebühr für ein Shopsystem ist eine Fixkostenposition. Eine umsatzabhängige Plattformgebühr gehört dagegen zu den variablen Kosten. Prüfe deshalb jede Position anhand der Frage, ob sich die Ausgabe unmittelbar mit der Zahl der Bestellungen verändert.
Wie berechnet man den Break-Even-Point?
Die mengenmäßige Berechnung setzt ein Produkt mit gleichbleibendem Verkaufspreis und konstanten variablen Stückkosten voraus. Die Formel lautet: Fixkosten geteilt durch den Deckungsbeitrag je Stück. Der Deckungsbeitrag je Stück ergibt sich aus dem Nettoverkaufspreis abzüglich der variablen Stückkosten.
Die Beispielrechnung bedeutet nicht, dass der 801. Verkauf vollständig als Gewinn verbleibt. Auch für dieses Produkt entstehen weiterhin 50 Euro variable Kosten. Nur der Deckungsbeitrag von 30 Euro erhöht das Ergebnis. Ändern sich Verkaufspreis, Retourenquote, Einkaufspreis oder Versandkosten, muss der Break-Even-Point neu berechnet werden.
Umsatzbezogene Gewinnschwelle berechnen
Bei mehreren Produkten ist eine Berechnung nach Umsatz oft geeigneter. Dafür wird zunächst die Deckungsbeitragsquote ermittelt: Deckungsbeitrag geteilt durch Umsatz, multipliziert mit 100. Der erforderliche Break-Even-Umsatz ergibt sich anschließend aus den Fixkosten geteilt durch die Deckungsbeitragsquote in Dezimalschreibweise.
Eine Deckungsbeitragsquote von 30 Prozent bedeutet, dass von 100 Euro Nettoumsatz 30 Euro zur Deckung der Fixkosten verbleiben. Bei 24.000 Euro Fixkosten liegt der erforderliche Umsatz bei 80.000 Euro. Die Rechnung funktioniert nur zuverlässig, wenn der zugrunde gelegte Produktmix und die Margen im betrachteten Zeitraum weitgehend stabil bleiben.
Break-Even-Point im E-Commerce
Im E-Commerce reicht es nicht, den Wareneinsatz vom Verkaufspreis abzuziehen. Eine belastbare Kalkulation berücksichtigt alle Kosten, die durch eine zusätzliche Bestellung ausgelöst werden. Dazu können Verpackung, Versandzuschüsse, Zahlungsgebühren, Provisionen, Pick-and-Pack-Kosten, Retouren und bezahlte Klicks gehören.
Messbar ist der Break-Even-Point zum Beispiel so: Führe monatlich die Nettoumsätze aus dem Shopsystem, die tatsächlichen Werbekosten, den Wareneinsatz, die Versandkosten und die verbuchten Retouren mit den Fixkosten aus der Buchhaltung zusammen. Berechne anschließend den Deckungsbeitrag je Produktgruppe. Der Abgleich mit realen Geschäftszahlen ist genauer als eine Auswertung, die nur Umsatz und Werbekosten enthält.
Bei einem Sortiment mit unterschiedlichen Margen kann ein einziger Durchschnittswert Fehlentscheidungen verursachen. Ein Produkt mit 20 Euro Deckungsbeitrag benötigt bei gleichen Fixkosten fünfmal so viele Verkäufe wie ein Produkt mit 100 Euro Deckungsbeitrag. Teile das Sortiment deshalb mindestens nach Kategorie, Marge oder Preissegment auf.
Retouren verändern die Berechnung
Retouren verschieben den Break-Even-Point, weil ein zunächst erfasster Umsatz später ganz oder teilweise entfällt. Gleichzeitig können Versand, Bearbeitung und Wertverlust zusätzliche Kosten verursachen. Ein Mode-Onlineshop sollte daher mit dem realisierten Nettoumsatz nach Retouren rechnen und nicht allein mit dem Bestellwert zum Zeitpunkt des Kaufs.
Break-Even bei SEO und SEA
Bei SEA beschreibt der kampagnenbezogene Break-Even-Point den Wert, bei dem der zurechenbare Deckungsbeitrag genau den Werbekosten entspricht. Ein hoher ROAS reicht als Nachweis nicht aus, weil der Return on Ad Spend nur Umsatz und Anzeigenkosten vergleicht. Produkte mit geringer Marge können trotz eines hohen ROAS Verlust erzeugen.
Der maximal tragbare Cost per Order entspricht auf reiner Bestellebene dem Deckungsbeitrag vor Marketingkosten. Soll eine Bestellung zusätzlich zur Deckung allgemeiner Fixkosten beitragen, muss der tatsächliche Cost per Order darunter liegen. Für eine belastbare Steuerung sollten Google-Ads-Kampagnen für Onlineshops deshalb nach Produktmargen und nicht ausschließlich nach Umsatz bewertet werden.
Bei SEO lässt sich der Break-Even-Point als Zeitpunkt oder Leistungsniveau betrachten, ab dem der zurechenbare Deckungsbeitrag die Kosten der Maßnahmen deckt. Dafür müssen organische Bestellungen, realisierte Umsätze und Margen den Aufwendungen gegenübergestellt werden. Die Suchmaschinenoptimierung für Onlineshops wirkt häufig über Produktseiten, Kategorien und Ratgeber gleichzeitig, weshalb eine Auswertung nach Landingpage und Conversion-Pfad aussagekräftiger ist als eine reine Traffic-Betrachtung.
SEO und SEA können gemeinsam wirtschaftlicher geplant werden, wenn bezahlte Suchbegriffe mit hohem Deckungsbeitrag in die organische Content-Planung einfließen. Umgekehrt können organisch gut platzierte Seiten bezahlte Kampagnen ergänzen. Der Leitfaden zu SEO- und SEA-Synergien zeigt, wie beide Kanäle anhand gemeinsamer Daten bewertet werden.
Abgrenzung zu verwandten Kennzahlen
| Kennzahl | Aussage | Zentrale Abgrenzung |
|---|---|---|
| Break-Even-Point | Erlöse und Gesamtkosten sind gleich hoch. | Zeigt die Schwelle zwischen Verlust und Gewinn. |
| Deckungsbeitrag | Erlös abzüglich variabler Kosten. | Dient zur Deckung der Fixkosten und zur Break-Even-Berechnung. |
| ROAS | Umsatz im Verhältnis zu Werbekosten. | Berücksichtigt Wareneinsatz und weitere Kosten nicht. |
| ROI | Ergebnis im Verhältnis zum eingesetzten Kapital. | Bewertet die Rentabilität einer Investition. |
| Amortisationszeit | Dauer bis zum Rückfluss einer Investition. | Misst einen Zeitraum statt einer Absatz- oder Umsatzschwelle. |
Der Unterschied zwischen Break-Even-Point und Amortisationszeit liegt in der Bezugsgröße. Der Break-Even-Point beantwortet, welche Absatzmenge oder welcher Umsatz sämtliche Kosten deckt. Die Amortisationszeit beantwortet, wie lange es dauert, bis eine Anfangsinvestition durch Rückflüsse ausgeglichen ist.
Typische Fehler der Break-Even-Analyse
Eine weitere Fehlannahme besteht darin, den Break-Even-Point als dauerhaft festen Wert zu behandeln. Steigende Einkaufspreise, veränderte Klickkosten oder eine sinkende Conversion-Rate erhöhen die erforderliche Absatzmenge. Aktualisiere die Berechnung deshalb bei jeder wesentlichen Preisänderung und mindestens einmal pro Planungsperiode.
Die Conversion-Rate beeinflusst den Break-Even-Point des Unternehmens nicht unmittelbar, wenn Preise und Gesamtkosten bereits vollständig bekannt sind. Die Conversion-Rate bestimmt jedoch, wie viele Besucher für die erforderlichen Bestellungen benötigt werden. Eine Optimierung der Shop-Usability kann dadurch die Akquisitionskosten pro Bestellung verändern.
Häufige Fragen zum Break-Even-Point
Was sagt der Break-Even-Point aus?
Der Break-Even-Point zeigt, bei welcher Absatzmenge oder welchem Umsatz sämtliche fixen und variablen Kosten gedeckt sind. Das Betriebsergebnis beträgt an dieser Schwelle null.
Kann der Break-Even-Point negativ sein?
Eine negative rechnerische Absatzmenge entsteht meist, wenn der Deckungsbeitrag falsch ermittelt wurde oder bereits ohne Absatz positive Erlöse angesetzt sind. Bei einem negativen Deckungsbeitrag kann das Unternehmen die Gewinnschwelle durch zusätzliche Verkäufe nicht erreichen.
Was passiert, wenn der Verkaufspreis sinkt?
Ein niedrigerer Verkaufspreis reduziert bei unveränderten variablen Kosten den Deckungsbeitrag je Stück. Dadurch steigt die Zahl der Verkäufe, die zum Erreichen des Break-Even-Points erforderlich ist.
Wie werden mehrere Produkte berücksichtigt?
Bei mehreren Produkten wird mit Deckungsbeitragsquoten je Produktgruppe oder mit einem gewichteten durchschnittlichen Deckungsbeitrag gerechnet. Die Gewichtung muss dem realistischen Absatzmix des Onlineshops entsprechen.
Gehören Marketingkosten in die Break-Even-Rechnung?
Variable Werbekosten je Klick, Bestellung oder Umsatz gehören in die Kalkulation, wenn sie unmittelbar mit dem Absatz zusammenhängen. Feste Agenturhonorare oder monatliche Grundkosten können als Fixkosten eingeordnet werden.
Wie oft sollte ein Onlineshop den Break-Even-Point neu berechnen?
Ein Onlineshop sollte die Berechnung mindestens pro Planungsperiode und zusätzlich bei deutlichen Änderungen von Preisen, Einkaufskosten, Retouren, Versandkosten oder Werbekosten aktualisieren.
Wenn du den Break-Even-Point für SEO, SEA und deinen Onlineshop kanalübergreifend bewerten möchtest, kann ein Potenzialcheck die benötigten Daten und Kalkulationsschritte strukturieren.
Sie haben noch Fragen?







