Customer Journey

Was ist die Customer Journey?

Die Customer Journey beschreibt den gesamten Weg eines Kunden von der ersten Wahrnehmung eines Bedarfs über Informationssuche, Vergleich und Kauf bis zur Nutzung und Weiterempfehlung. Sie umfasst alle direkten und indirekten Kontaktpunkte mit einem Unternehmen. Das Modell hilft, Inhalte, Kanäle und Angebote am jeweiligen Informationsbedarf auszurichten.

Die Customer Journey (deutsch: Kundenreise) bildet ab, welche Schritte ein potenzieller Kunde vor, während und nach einer Kaufentscheidung durchläuft. Der Weg beginnt häufig, bevor der Kunde eine konkrete Marke kennt, und kann sich über Suchmaschinen, KI-Antworten, Anzeigen, Bewertungen, persönliche Gespräche und weitere Kanäle erstrecken.

Customer Journey einfach erklärt

Eine Customer Journey besteht aus mehreren Kontaktpunkten, den sogenannten Touchpoints. Ein Touchpoint ist jede Situation, in der ein Kunde eine Marke, ein Angebot oder eine Information des Unternehmens wahrnimmt. Dazu gehören beispielsweise ein Google-Suchergebnis, eine Anzeige, ein Ratgeber, ein Produktvergleich, eine E-Mail, ein Telefonat oder die Nutzung des gekauften Produkts.

Der Begriff beschreibt keinen geradlinigen Ablauf. Ein Interessent kann einen Ratgeber lesen, mehrere Wochen später eine Anzeige sehen, anschließend eine Bewertungsplattform besuchen und erst nach einem persönlichen Gespräch kaufen. Andere Kunden überspringen einzelne Schritte oder kehren in eine frühere Phase zurück. Die Customer Journey ist deshalb ein Modell zur Orientierung und keine verbindliche Reihenfolge für jeden Kunden.

  • Bedarf: Der Kunde erkennt ein Problem oder einen Wunsch.
  • Recherche: Der Kunde sucht nach Informationen und Lösungswegen.
  • Vergleich: Der Kunde bewertet Anbieter, Produkte und Konditionen.
  • Handlung: Der Kunde kauft, bucht oder stellt eine Anfrage.
  • Nutzung: Der Kunde sammelt Erfahrungen und entscheidet über Wiederkauf oder Empfehlung.

Phasen der Customer Journey

Es gibt keine allgemeingültige Anzahl an Phasen. Für viele Marketingstrategien eignet sich ein Modell mit fünf Abschnitten: Awareness, Consideration, Conversion, Retention und Advocacy. Unternehmen können das Modell erweitern oder vereinfachen, solange jede Phase einen klaren Informationsbedarf und eine überprüfbare Handlung abbildet.

PhaseSituation des KundenTypische TouchpointsMögliches Ziel
AwarenessEin Bedarf oder Problem wird erkannt.Ratgeber, Social Media, Google-Suche, KI-AntwortAufmerksamkeit und Orientierung
ConsiderationVerschiedene Lösungswege werden geprüft.Vergleich, Fallstudie, Webinar, NewsletterVertrauen und Verständnis
ConversionEine konkrete Entscheidung wird vorbereitet.Produktseite, Angebot, Beratung, AnzeigeKauf, Buchung oder Anfrage
RetentionDas Angebot wird genutzt und bewertet.Onboarding, Support, Kundenkonto, E-MailBindung und Wiederkauf
AdvocacyDer Kunde teilt seine Erfahrung.Bewertung, Empfehlung, Social MediaWeiterempfehlung und Markenbindung
Ein B2B-Kunde kann während der Awareness-Phase nach der Ursache eines Produktionsproblems suchen, in der Consideration-Phase verschiedene Lösungsansätze vergleichen und in der Conversion-Phase ein Angebot anfordern. Jede Phase benötigt deshalb eine andere Seite und einen anderen Handlungsimpuls. Eine Angebotsseite beantwortet die frühe Ursachenfrage meist schlechter als ein fachlicher Ratgeber.

Strategie entlang der Kundenreise

Eine Customer-Journey-Strategie verbindet jede Phase mit einer Zielgruppe, einer Frage, einem Kanal, einem Inhalt und einer gewünschten Handlung. Das verhindert, dass Unternehmen ausschließlich Inhalte für kaufbereite Nutzer erstellen. Eine belastbare Strategie deckt auch frühe Informationsfragen und die Betreuung nach dem Abschluss ab.

Die Planung beginnt mit einem klar abgegrenzten Kundensegment. Ein Geschäftsführer, ein technischer Einkäufer und ein privater Käufer können dasselbe Produkt aus unterschiedlichen Gründen auswählen. Für jedes relevante Segment solltest du deshalb die Ausgangssituation, typische Einwände, Entscheidungskriterien und beteiligte Personen festhalten.

Touchpoints systematisch zuordnen

Ein Touchpoint erhält in der Strategie eine konkrete Aufgabe. Ein Glossarbeitrag erklärt einen Begriff, ein Ratgeber strukturiert ein Problem, eine Vergleichsseite unterstützt die Auswahl und eine Leistungsseite erleichtert die Kontaktaufnahme. Die Zuordnung nach Suchintention verhindert, dass eine einzelne Landingpage alle Fragen gleichzeitig beantworten soll.

  • Welche Frage stellt der Kunde in dieser Phase?
  • Welcher Kanal wird für die Antwort tatsächlich genutzt?
  • Welcher Inhalt erfüllt die Suchintention vollständig?
  • Welche Handlung ist nach diesem Kontakt realistisch?
  • Welche Kennzahl zeigt, ob der Touchpoint seine Aufgabe erfüllt?

Die Themen für frühe Phasen lassen sich mit einer strukturierten Keyword-Recherche ermitteln. Daraus entstehen Informationsseiten, Vergleiche und Leistungsseiten mit unterschiedlichen Zielen. Ein klarer Content-Marketing-Ansatz verbindet diese Inhalte durch interne Links und nachvollziehbare nächste Schritte.

Customer Journey messen

Eine Customer Journey besitzt keine einzelne Kennzahl, die ihren Erfolg vollständig ausdrückt. Jeder Abschnitt benötigt eigene KPIs. Für einen Ratgeber können organische Klicks und weiterführende Seitenaufrufe relevant sein. Bei einer Angebotsseite zählen qualifizierte Anfragen oder Käufe. Nach dem Abschluss liefern Wiederkaufrate, Supportkontakte und Bewertungen zusätzliche Hinweise.

Messbar ist die Customer Journey zum Beispiel so: Definiere für jeden Touchpoint ein Zielereignis, erfasse die Quelle und ordne die Kontakte einer anonymisierten Sitzung oder einem Kundenprofil zu. Vergleiche anschließend, welche Abfolgen häufig zu einer Anfrage führen. Ein erster Besuch über SEO kann dabei einen späteren SEA-Klick vorbereitet haben, auch wenn das Analysesystem dem letzten Kontakt die Conversion zuschreibt.

Attribution richtig einordnen

Attribution bezeichnet die Zuordnung eines Abschlusses zu einem oder mehreren Kontaktpunkten. Ein Last-Click-Modell schreibt den gesamten Erfolg dem letzten messbaren Klick zu. Dadurch erscheinen Kanäle nahe am Abschluss oft stärker, während Ratgeber, Videos oder frühe Suchanfragen weniger Wert erhalten. Prüfe deshalb zusätzlich unterstützende Kontakte und typische Pfade, bevor du Budgets verschiebst.

Die häufige Annahme, jeder Kontakt müsse unmittelbar eine Conversion erzeugen, führt zu einer verkürzten Bewertung. Ein Touchpoint in der Awareness-Phase soll zunächst Orientierung schaffen. Ein Touchpoint in der Conversion-Phase soll eine konkrete Handlung ermöglichen. Vergleiche daher nur Inhalte mit ähnlicher Aufgabe und derselben Phase.

Eine Customer Journey wird unbrauchbar, wenn vermutete Kontakte als gesicherte Daten behandelt werden. Befragungen, Webanalyse, CRM-Daten und Vertriebserfahrungen zeigen jeweils nur einen Teil des Weges. Kennzeichne Annahmen im Journey Mapping und validiere sie schrittweise mit Suchanfragen, Klickpfaden, Kundenfeedback und tatsächlichen Abschlüssen.

SEO, SEA und GEO verbinden

SEO erreicht Kunden vor allem über organische Suchergebnisse. Informationsorientierte Suchanfragen liegen häufig am Anfang oder in der Mitte der Customer Journey, während Produkt-, Leistungs- und Markenbegriffe näher an einer Handlung liegen können. Eine strukturierte SEO-Strategie ordnet deshalb Keywords nach Suchintention und verknüpft Ratgeber mit passenden Kategorie-, Produkt- oder Leistungsseiten.

SEA erreicht Nutzer über bezahlte Anzeigen und lässt sich gezielt auf Suchbegriffe, Zielgruppen und Phasen ausrichten. Generische Suchbegriffe können neue Nachfrage erschließen, während Markenbegriffe oder Remarketing bekannte Interessenten erneut ansprechen. Die Verbindung von SEO- und SEA-Daten zeigt außerdem, welche Botschaften, Keywords und Landingpages kanalübergreifend relevant sind.

GEO, ausgeschrieben Generative Engine Optimization, optimiert Inhalte für Empfehlungen und Quellenangaben in generativen Suchsystemen. ChatGPT, Perplexity, Gemini und Grok können bereits in frühen Phasen Antworten liefern, Anbieter nennen oder Entscheidungskriterien zusammenfassen. Eine GEO-Strategie für KI-Suchen sollte deshalb dieselben Fragen, Entitäten und Belege berücksichtigen, die auch für SEO und die Customer Journey relevant sind.

Customer Journey und Funnel unterscheiden

Der Unterschied zwischen Customer Journey und Marketing Funnel liegt in der Perspektive. Der Funnel ordnet potenzielle Kunden aus Unternehmenssicht nach ihrer Nähe zum Abschluss. Die Customer Journey betrachtet aus Kundensicht, welche Fragen, Erfahrungen und Kontaktpunkte auf dem Weg auftreten. Beide Modelle können dieselben Phasen beschreiben, beantworten aber unterschiedliche Analysefragen.

Die Buyer Journey wird häufig ähnlich verwendet, konzentriert sich jedoch meist auf den Entscheidungsprozess bis zum Kauf. Die Customer Journey kann darüber hinaus Onboarding, Nutzung, Support, Wiederkauf und Empfehlung einschließen. Customer Experience bezeichnet wiederum die wahrgenommene Qualität aller Erfahrungen mit dem Unternehmen. Die Customer Journey beschreibt den Weg, die Customer Experience bewertet dessen Erleben.

Customer Journey Mapping anwenden

Customer Journey Mapping ist die visuelle Darstellung der Kundenreise. Eine Journey Map zeigt typischerweise Phasen, Aufgaben, Fragen, Touchpoints, Emotionen, Hindernisse und mögliche Maßnahmen. Für ein mittelständisches Unternehmen reicht zum Start oft eine Tabelle, sofern jede Aussage als Datenpunkt oder Annahme gekennzeichnet ist.

Ein sinnvoller Arbeitsablauf beginnt mit einem Produkt und einer Zielgruppe. Anschließend sammelst du Suchanfragen, Vertriebsfragen, Supportthemen, Website-Pfade und Kundenfeedback. Danach ordnest du die Erkenntnisse den Phasen zu und priorisierst Lücken. Eine fehlende Vergleichsseite kann beispielsweise erklären, warum Interessenten wiederholt dieselben Fragen im Vertrieb stellen.

  • Ein konkretes Kundensegment und ein Angebot auswählen.
  • Phasen und mögliche Handlungen definieren.
  • Reale Touchpoints und Fragen erfassen.
  • Bestehende Inhalte und Zuständigkeiten zuordnen.
  • Lücken anhand von Kundennutzen und Geschäftsziel priorisieren.
  • KPIs festlegen und die Journey regelmäßig aktualisieren.

Wenn du deine Kundenreise mit SEO, SEA und GEO in eine belastbare Strategie übersetzen möchtest, kannst du die Ausgangslage deiner Domain gemeinsam mit der OSG prüfen.

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Häufige Fragen zur Customer Journey

Wie erstellt man eine Customer Journey?

Wähle zuerst ein konkretes Angebot und eine klar definierte Zielgruppe. Erfasse anschließend Fragen, Kontaktpunkte, Handlungen und Hindernisse vor, während und nach dem Kauf. Ordne die Erkenntnisse einzelnen Phasen zu und kennzeichne, welche Aussagen durch Daten belegt und welche zunächst Annahmen sind.

Wie viele Phasen hat eine Customer Journey?

Eine Customer Journey besitzt keine vorgeschriebene Anzahl an Phasen. Häufig werden fünf Abschnitte verwendet: Awareness, Consideration, Conversion, Retention und Advocacy. Für kurze Kaufprozesse können drei Phasen genügen, während komplexe B2B-Entscheidungen zusätzliche Schritte benötigen.

Was sind typische Touchpoints einer Customer Journey?

Typische Touchpoints sind Suchergebnisse, KI-Antworten, Anzeigen, Social-Media-Beiträge, Newsletter, Bewertungen, Produktseiten, Beratungsgespräche, Supportkontakte und die Nutzung eines Produkts. Relevant ist jeder Kontakt, der die Wahrnehmung oder Entscheidung eines Kunden beeinflussen kann.

Wie lange dauert eine Customer Journey?

Die Dauer hängt vom Angebot, Preis, Risiko und Informationsbedarf ab. Ein alltägliches Verbrauchsprodukt kann innerhalb weniger Minuten gekauft werden, während eine Software-, Maschinen- oder Agenturauswahl mehrere Wochen oder Monate beanspruchen kann. Miss die Dauer deshalb für einzelne Produkte und Kundensegmente.

Was ist eine Customer Journey Map?

Eine Customer Journey Map ist eine visuelle Darstellung der Kundenreise. Sie ordnet Phasen, Fragen, Touchpoints, Handlungen, Erwartungen und Hindernisse in einer gemeinsamen Übersicht. Unternehmen nutzen die Map, um inhaltliche Lücken und unklare Übergänge zwischen Marketing, Vertrieb und Service zu erkennen.

Kann eine Customer Journey nach dem Kauf weitergehen?

Ja, die Customer Journey kann Onboarding, Nutzung, Support, Wiederkauf und Weiterempfehlung einschließen. Der Kauf ist dann ein Übergang und kein Endpunkt. Gerade bei Abonnements, Dienstleistungen und erklärungsbedürftigen Produkten prägen die Erfahrungen nach dem Abschluss die langfristige Kundenbeziehung.


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