Statuscode 307 Temporary Redirect
Was ist ein 307 Temporary Redirect?
Der HTTP-Statuscode 307 („Temporary Redirect“) kennzeichnet eine vorübergehende Weiterleitung auf eine andere URL. Der Client wiederholt die ursprüngliche Anfrage an der im Location-Header genannten Adresse. Dabei bleiben die HTTP-Methode und der Anfrageinhalt unverändert, sodass beispielsweise aus einer POST-Anfrage erneut eine POST-Anfrage wird.
Was bedeutet HTTP 307 „Temporary Redirect“?
Der HTTP-Statuscode 307 „Temporary Redirect“ gehört zur Klasse der 3xx-Statuscodes, mit denen ein Webserver eine Weiterleitung meldet. Die angeforderte Ressource ist vorübergehend unter einer anderen Adresse erreichbar, während die ursprüngliche URL grundsätzlich gültig bleibt. Der Server übermittelt die Zieladresse normalerweise im HTTP-Header Location.
Das zentrale Merkmal eines 307-Redirects ist die unveränderte Weitergabe der Anfragemethode. Ruft ein Client die ursprüngliche URL mit GET auf, folgt auch auf der Ziel-URL eine GET-Anfrage. Bei POST, PUT oder DELETE muss der Client dieselbe Methode einschließlich des vorhandenen Anfrageinhalts erneut verwenden.
Eine vereinfachte Serverantwort kann folgendermaßen aussehen:
HTTP/1.1 307 Temporary RedirectLocation: https://www.beispiel.de/voruebergehendes-zielCache-Control: no-storeNach dieser Antwort stellt der Browser oder ein anderer HTTP-Client die ursprüngliche Anfrage an https://www.beispiel.de/voruebergehendes-ziel. Der Statuscode liefert den Inhalt der Zielseite nicht selbst aus, sondern veranlasst einen zusätzlichen HTTP-Aufruf.
Wie funktioniert eine 307-Weiterleitung?
Eine 307-Weiterleitung entsteht, wenn der Server eine Anfrage nicht an der aufgerufenen URL verarbeitet, sondern vorübergehend an einen anderen Endpunkt verweist. Der Ablauf umfasst eine Anfrage an die Ausgangs-URL, die Antwort mit Status 307 und Location-Header sowie eine zweite Anfrage an die Ziel-URL.
Ein typischer Anwendungsfall ist die zeitlich begrenzte Verlagerung eines API-Endpunkts oder eines Formularprozesses. Muss ein POST-Request während einer Wartung an einen anderen Server gelangen, verhindert der 307-Statuscode, dass der Browser daraus eine GET-Anfrage macht und dadurch Formulardaten oder Prozessinformationen verloren gehen.
/bestellung wird vorübergehend mit HTTP 307 auf /bestellung-ersatz weitergeleitet. Der Client sendet die Bestelldaten erneut per POST an das Ziel. Ein Statuscode 303 würde dagegen einen nachfolgenden GET-Aufruf auslösen.Unterschiede zwischen 301, 302, 303, 307 und 308
Der Unterschied zwischen den gebräuchlichen Weiterleitungsarten liegt in ihrer zeitlichen Bedeutung und im Umgang mit der HTTP-Methode. Für die technische Auswahl reicht die Unterscheidung zwischen dauerhaft und temporär daher nicht aus. Besonders bei Formularen, APIs und anderen schreibenden Anfragen muss auch feststehen, ob die Methode erhalten bleiben soll.
| Statuscode | Bedeutung | Dauer | Verhalten bei POST | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|---|
| 301 | Moved Permanently | Dauerhaft | Kann von Clients in GET geändert werden | Dauerhafter URL-Wechsel |
| 302 | Found | Temporär | Kann von Clients in GET geändert werden | Vorübergehende Umleitung einfacher Seitenaufrufe |
| 303 | See Other | Situationsabhängig | Nachfolgender Abruf erfolgt mit GET | Weiterleitung auf eine Bestätigungsseite nach POST |
| 307 | Temporary Redirect | Temporär | POST und Anfrageinhalt bleiben erhalten | Temporäre Verlagerung bei unveränderter Methode |
| 308 | Permanent Redirect | Dauerhaft | POST und Anfrageinhalt bleiben erhalten | Dauerhafte Verlagerung bei unveränderter Methode |
Der Statuscode 307 ist damit das temporäre Gegenstück zu 308. Gegenüber 302 bietet er eine eindeutige Methodentreue. Der Statuscode 303 verfolgt einen anderen Zweck: Er weist den Client an, das angegebene Ziel nach der ursprünglichen Anfrage mit GET abzurufen.
Welche Bedeutung hat ein 307-Redirect für SEO?
Ein 307-Redirect signalisiert Suchmaschinen, dass die Weiterleitung nur vorübergehend besteht. Die Ausgangs-URL soll deshalb grundsätzlich als ursprüngliche Adresse erhalten bleiben. Wird eine Seite dauerhaft verschoben, sind 301 oder 308 die eindeutigeren Signale für den dauerhaften Wechsel zur neuen URL.
Suchmaschinen bewerten Weiterleitungen nicht ausschließlich anhand des Statuscodes. Besteht eine als temporär gekennzeichnete Umleitung über einen langen Zeitraum, können Suchmaschinen weitere Signale wie interne Links, Canonical-Tags, Sitemaps und die Dauer der Weiterleitung berücksichtigen. Ein 307-Redirect sollte deshalb nicht dauerhaft eingesetzt werden, wenn die alte URL nicht zurückkehren wird.
Interne Links sollten direkt auf die endgültige Ziel-URL verweisen. Jeder Umleitungsschritt verursacht eine weitere Anfrage und erhöht den technischen Crawling-Aufwand. Weiterleitungsketten erschweren außerdem die Fehleranalyse und können den Seitenaufruf verzögern.
Bei einem Website-Relaunch sollten dauerhafte URL-Änderungen bereits in einem Weiterleitungskonzept erfasst werden. Die SEO-Checkliste für den Website-Relaunch beschreibt die erforderlichen Prüfungen von der Planung bis zum Livegang. Eine umfassende technische Bewertung kann zusätzlich über einen individuellen SEO-Audit erfolgen.
Typische Fehler bei temporären 307-Weiterleitungen
Ein häufiger Fehler besteht darin, einen 307-Redirect für einen endgültigen URL-Wechsel einzusetzen. Dadurch widersprechen sich der tatsächliche Zustand und das technische Signal: Die alte Seite wird nicht mehr zurückkehren, während der Server weiterhin eine vorübergehende Verlagerung meldet.
Problematisch sind außerdem Weiterleitungsketten wie URL A zu URL B zu URL C. Jeder zusätzliche Schritt erzeugt einen weiteren Request. Eine Schleife entsteht, wenn sich zwei oder mehr URLs gegenseitig weiterleiten. In diesem Fall kann der Browser die Zielressource nicht erreichen und bricht den Aufruf nach mehreren Versuchen ab.
Wie lässt sich ein HTTP-307-Status prüfen?
Ein 307-Status lässt sich über die Entwicklertools des Browsers, Kommandozeilenprogramme oder einen Website-Crawler erkennen. In den Browser-Entwicklertools zeigt der Bereich „Network“ den Statuscode, den Location-Header, die verwendete HTTP-Methode und die anschließend aufgerufene Zieladresse.
Mit curl kann die erste Serverantwort ohne automatisches Folgen der Weiterleitung geprüft werden:
curl -I https://www.beispiel.de/alte-urlFür eine vollständige technische Kontrolle solltest du neben dem Statuscode auch das Ziel, die Zahl der Weiterleitungsschritte und den abschließenden Status prüfen. Ein Ziel mit 404 oder 5xx löst trotz technisch funktionierender Weiterleitung einen Fehler aus. Regelmäßige Crawls unterstützen die technische Onpage-Optimierung.
Prüfe mit dem kostenlosen SEO-Check, ob deine Website technische Fehler, problematische Weiterleitungen oder nicht erreichbare Unterseiten enthält:
Relevanz für SEA und GEO
Im SEA-Kontext können 307-Weiterleitungen bei Tracking-URLs, Formularen und transaktionsorientierten Landingpages auftreten. Die Zielseite muss erreichbar bleiben und sämtliche benötigten Parameter verarbeiten. Unnötige Redirects verlängern den Aufruf und erhöhen das Risiko, dass Tracking-Parameter auf einer Zwischenstation verändert oder entfernt werden.
Für GEO, die Generative Engine Optimization, besteht ein indirekter Zusammenhang. KI-Suchsysteme und ihre Crawler benötigen technisch erreichbare, eindeutig verknüpfte Inhalte. Dauerhafte 307-Weiterleitungen, widersprüchliche Canonical-Signale und lange Redirect-Ketten erschweren die eindeutige Zuordnung einer bevorzugten URL. Klare 200-Zielseiten und konsistente interne Links unterstützen dagegen die maschinelle Verarbeitung.
Fragen zur technischen SEO-, SEA- oder GEO-Strategie kannst du in einer kostenlosen Erstberatung mit der OSG klären. Die Betreuung erfolgt durch Experten mit mindestens 14 Jahren Erfahrung.
Häufige Fragen zum HTTP-Status 307
Kann ein 307-Redirect vom Browser gespeichert werden?
Eine 307-Antwort ist nicht standardmäßig dauerhaft zu speichern. Cache-Header können jedoch festlegen, ob und wie lange ein Client die Antwort zwischenspeichert. Für kurzfristige Umleitungen empfiehlt sich eine zurückhaltende Cache-Konfiguration.
Was bedeutet 307 Internal Redirect im Browser?
Ein 307 Internal Redirect kann eine interne Browsermaßnahme sein, etwa bei einer erzwungenen HTTPS-Verbindung durch HSTS. In diesem Fall hat der Webserver unter Umständen keine normale HTTP-307-Antwort gesendet.
Überträgt ein 307-Redirect Formulardaten erneut?
Ja. Bei einer POST-Anfrage muss der Client die Methode und den Anfrageinhalt am Weiterleitungsziel beibehalten. Die Zielanwendung muss deshalb auf dieselben Formulardaten und mögliche Mehrfachübertragungen vorbereitet sein.
Soll eine 307-URL in der XML-Sitemap stehen?
Eine XML-Sitemap sollte direkt erreichbare und indexierbare Ziel-URLs mit Status 200 enthalten. Eine URL, die lediglich per 307 weiterleitet, gehört normalerweise nicht in die Sitemap.
Kann JavaScript einen HTTP-Statuscode 307 erzeugen?
JavaScript kann eine Navigation zu einer anderen URL auslösen, erzeugt damit aber keine echte serverseitige HTTP-307-Antwort. Ein HTTP-Statuscode wird vom Server oder einer vorgeschalteten Infrastruktur ausgeliefert.
Ist ein 307-Redirect für einen Domainwechsel geeignet?
Für einen endgültigen Domainwechsel ist 307 ungeeignet, weil der Code eine vorübergehende Verlagerung signalisiert. Dauerhafte Domainwechsel sollten mit 301 oder bei erforderlichem Methodenerhalt mit 308 umgesetzt werden.
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