Mouse Tracking

Was ist Mouse Tracking?

Mithilfe des Mouse Tracking können die Mauszeigerbewegungen von Nutzern auf einer Webseite oder bei einem Produkt analysiert werden. Diese Tracking-Methode gibt Rückschlüsse, wie User mit einem Produkt interagieren. Es besteht eine hohe Korrelation zum Eye Tracking und oftmals werden die Ergebnisse beider Tracking-Methoden miteinander verglichen. Einmal gewonnene Datensätze helfen Entwicklern, um Nutzerfreundlichkeit, Usability und Effizienz eines Produktes zu verbessern.

Verfahrensweise

Eine der häufigsten Verfahrensweisen beim Mouse Tracking ist die Einbindung von JavaScript. Hierbei wird im Quelltext einer Webseite ein Code in Javascript eingefügt. Sobald ein Online-Nutzer die Webseite besucht, wird der Mauszeiger innerhalb eines festgelegten Koordinatensystems verfolgt. Die Daten werden in Echtzeit an ein Unternehmen weitergeleitet, welches die Auswertung vornimmt. Ein Vorteil dieser Methode besteht darin, dass der User keine zusätzliche Software installieren muss und sich das Tracking der Maus nur minimal auf die Performance eines Computers auswirkt. Bevor das Tracking erfolgen kann, muss der User allerdings seine Zustimmung erteilen.

Als weitere Möglichkeit bietet sich die gezielte Analyse in einem Usability-Lab an. Mehrere Systeme unterstützen das Tracking der Mausbewegungen. Das Labor verfügt über einen eigenen Testraum, sodass die Person nicht vom Beobachter abgelenkt wird. Zusätzlich wird über das Eyetracking die Blickrichtung mitverfolgt. Trotzdem handelt es sich nicht um eine natürliche Umgebung, was bei der Auswertung dieser Ergebnisse bedacht werden muss. Eine weniger kostenintensive Methode besteht in der Installation eines Plugins.

Auswertung und Methoden

Einzelvideos

Fast alle Mouse Tracking Tools bieten die Möglichkeit an, den Bildschirm während der Nutzungszeit aufzunehmen. Aus dieser Aufnahme entsteht dann ein Einzelvideo, das sich für die Auswertung eignet. Dies ermöglicht eine individuelle Beobachtung von Nutzern und kann Aufschlüsse darüber geben, wie ein bestimmter User mit der Oberfläche interagiert. Das Betrachten der Einzelvideos ist allerdings mit einem großen Zeitaufwand verbunden.

Heatmap

Die Heatmap kann in drei Bereiche unterteilt werden. Zum einen gibt es eine Heatmap, die die Mauszeigerposition aufzeichnet. Je größer die Verweildauer ist, umso röter wird das jeweilige Gebiet auf der Heatmap. Die Analyse hilft dabei zu verstehen, welche Elemente einer Webseite oder Produktoberfläche am Ehesten die Aufmerksamkeit der User auf sich ziehen.

Als weitere Ansicht gibt es eine Clickmap, auf der die einzelnen Klicks verzeichnet sind. Auf ihr sind alle Nutzerinteraktionen sichtbar. Das schließt auch fehlerhafte Klicks ein. Die Clickmap wird meist verwendet, um Conversions und Interaktionen besser zu steuern und gegebenenfalls zu optimieren.

Die Scrollmap wiederum stellt das Scrollverhalten der User in einer grafischen Form dar. So wird ersichtlich, wie weit die User im Durchschnitt scrollen, ehe sie wieder mit der Oberfläche interagieren. Die Scrollmap erlaubt Rückschlüsse darüber, ob Interaktionselemente auf einer Webseite richtig platziert wurden. Sie zeigt die Sichtbarkeit der Elemente über eine Farbcodierung an. Alle Ansichten der Heatmap können beim Mouse Tracking aggregiert dargestellt werden, sodass man nicht nur das Verhalten eines Users sieht, sondern gleich das gesamte Nutzerverhalten.

Formularanalyse

Die Formularanalyse kann aufzeigen, wie lange die Nutzer brauchen, bis sie ein Formular vollständig ausgefüllt haben. Gerade bei der Registrierung auf einer Webseite oder bei einem Checkout-Prozess werden Formulare in der Regel eingesetzt. Die Optimierung dieser Vorgänge ist deshalb für Webseitenbetreiber sehr wichtig. Alle Korrekturen und fehlerhaften Einträge werden bei der Datenerhebung gesammelt. Die Beschriftung der einzelnen Formularfelder kann mitunter missverständlich sein. Ebenfalls können beim Ausfüllen Fehlermeldungen auftreten. Die Auswertung der Daten erlaubt anschließend eine Optimierung eines Formulars.

Vorteile und Nachteile

Wer eine Webseite betreibt, kann mithilfe des Mouse Tracking in Erfahrung bringen, wie mit der Seite interagiert wird. Es wird ersichtlich, ob ein Button richtig platziert wurde oder ob ein User ewig scrollen muss, um einen bestimmten Beitrag zu finden. Die gewonnenen Datensätze lassen sich recht einfach mit weiteren Tracking-Methoden, etwa dem Eye-Tracking, kombinieren. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass es kostengünstige Verfahren gibt. Zwar kann immer noch ein Usability-Lab gebucht werden, aber eine Auswertung ist schon mit einem simplen JavaScript Codezusatz möglich.

Zu den Nachteilen gehört allerdings, dass man trotz der vielen Datensätze mitunter nicht erkennen kann, aus welchem Grund ein Nutzer ein bestimmtes Element auf einer Webseite angeklickt hat. Ebenfalls ist es schwierig zu erkennen, ob der Nutzer Werbeflächen wahrgenommen hat oder nicht. Dazu muss das Mouse Tracking durch ein Eye Tracking ergänzt werden. Die Auswertung einzelner Videos bietet zwar die Möglichkeit einer detaillierten Betrachtung, ist aber zugleich mit großem Zeitaufwand verbunden.

Tools zum Mouse Tracking

Mehrere Software-Lösungen bieten sich für das Mouse Tracking an. Hier ist eine kleine Auswahl:

Nutzen für das Online-Marketing

Mouse Tracking ist eine wichtige Tracking-Methode im Online-Marketing, die die Optimierung der Usability von Webseiten ermöglicht. Die Auswertung der Analysedaten ermöglicht eine Verbesserung der Conversion Rate. Besondere Relevanz besitzt das Mouse Tracking für Betreiber eines Händlershops, im E-Mail und im Affiliate Marketing. Auch App-Entwickler können von der Technologie profitieren, trotzdem die Steuerung der Interaktionselemente über Touchgesten erfolgt. Gerade die niedrigen Kosten machen das Mouse Tracking für kleinere und mittlere Unternehmen sehr interessant.


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