Adrequest

Was ist ein Adrequest?

Ein Adrequest ist die technische Anfrage einer Website oder App an ein Werbesystem, eine Anzeige für einen verfügbaren Werbeplatz bereitzustellen. Die Anfrage übermittelt Informationen zum Anzeigenplatz und Nutzungskontext. Ein Adrequest führt nicht automatisch zu einer sichtbaren Ad Impression, da die Auslieferung scheitern oder ohne passende Anzeige enden kann.

Adrequest einfach erklärt

Ein Adrequest, auf Deutsch Anzeigenanfrage, entsteht, sobald eine Website oder App einen vorgesehenen Werbeplatz mit einer Anzeige befüllen möchte. Der Browser oder die App sendet dafür eine Anfrage an einen Adserver, eine Supply-Side-Plattform oder ein vergleichbares Werbesystem.

Die Anfrage kann technische und kontextbezogene Angaben enthalten. Dazu gehören beispielsweise das Anzeigenformat, die Position auf der Seite, das verwendete Gerät, die Bildschirmgröße, die Domain oder die thematische Einordnung des Inhalts. Personenbezogene oder wiedererkennbare Merkmale dürfen nur entsprechend dem jeweiligen Einwilligungsstatus und dem eingesetzten Werbesystem verarbeitet werden.

Adrequests werden vor allem im Display Advertising, in mobilen Apps, bei Videoanzeigen und im Programmatic Advertising verwendet. Bei Suchanzeigen läuft die technische Auslieferung teilweise anders ab, das Grundprinzip bleibt jedoch vergleichbar: Ein System erkennt eine Werbemöglichkeit, fragt passende Anzeigen ab und entscheidet über die Auslieferung.

Wie funktioniert ein Adrequest?

Ein Adrequest ist Teil einer technischen Prozesskette, die häufig innerhalb weniger Augenblicke abläuft. Je nach Werbeplattform können ein direkter Abruf aus einem Adserver, eine Auktion oder mehrere miteinander verbundene Anfragen stattfinden.

  • Eine Seite oder App erkennt einen vorgesehenen Werbeplatz.
  • Ein Werbeskript oder Software Development Kit sendet den Adrequest.
  • Das Werbesystem prüft Format, Kontext, Kampagnenregeln und verfügbare Anzeigen.
  • Bei programmatischer Werbung können Werbetreibende über Gebote um die Auslieferung konkurrieren.
  • Das ausgewählte Werbemittel wird an den Browser oder die App übermittelt und dort geladen.
  • Erst die tatsächliche Darstellung kann als Ad Impression gezählt werden.

Bei Header Bidding oder komplexen programmatischen Setups kann ein einzelner Werbeplatz mehrere Gebotsanfragen auslösen. Die Zahl der technischen Adrequests entspricht deshalb weder der Zahl der Seitenaufrufe noch der Zahl der Nutzer. Für eine belastbare Analyse müssen das verwendete System und seine Zähllogik bekannt sein.

Beispiel: Eine Nachrichtenseite enthält drei Werbeplätze. Beim Seitenaufruf können zunächst drei Adrequests entstehen. Löst jeder Platz zusätzlich Anfragen an mehrere Nachfrageplattformen aus, steigt die Zahl der technischen Requests weiter. Sichtbar werden trotzdem höchstens drei Anzeigen, sofern alle Plätze erfolgreich befüllt werden.

Adrequest und Ad Impression

Der Unterschied zwischen einem Adrequest und einer Ad Impression liegt im Zeitpunkt der Messung. Der Adrequest dokumentiert die Anfrage nach einer Anzeige. Die Ad Impression erfasst dagegen die ausgelieferte oder nach den Regeln des jeweiligen Systems dargestellte Anzeige.

Ein Adrequest kann ohne Impression bleiben, wenn keine passende Kampagne verfügbar ist, ein Mindestpreis nicht erreicht wird oder die Antwort zu lange dauert. Auch ein Adblocker, ein Skriptfehler, eine unterbrochene Verbindung oder ein vorzeitig geschlossener Seitenaufruf kann verhindern, dass aus der Anfrage eine messbare Auslieferung entsteht.

BegriffGemessener VorgangTypische Aussage
AdrequestAnfrage nach einer AnzeigeWie oft wurde ein Werbeplatz zur Befüllung angeboten?
Ad ImpressionAuslieferung oder Darstellung der AnzeigeWie oft wurde das Werbemittel ausgespielt?
Viewable ImpressionSichtbare Darstellung nach festgelegten KriterienWie oft war die Anzeige tatsächlich im sichtbaren Bereich?
Ad ClickKlick auf die ausgelieferte AnzeigeWie oft reagierten Nutzer auf das Werbemittel?

Kennzahlen rund um Anzeigenanfragen

Die Zahl der Adrequests allein bewertet noch nicht die Qualität eines Werbeinventars. Erst das Verhältnis zu ausgelieferten Anzeigen, sichtbaren Impressionen, Klicks und Conversions zeigt, ob die technische Auslieferung und die Kampagnensteuerung funktionieren.

Eine häufig verwendete Kennzahl ist die Fill Rate. Sie beschreibt vereinfacht den Anteil der Anzeigenanfragen, die mit einer Anzeige befüllt wurden. Die grundlegende Berechnung lautet: ausgelieferte Anzeigen geteilt durch relevante Adrequests, multipliziert mit 100. Die genaue Definition kann sich zwischen Plattformen unterscheiden.

Bei 10.000 berücksichtigten Anzeigenanfragen und 8.000 ausgelieferten Anzeigen ergibt sich rechnerisch eine Fill Rate von 80 Prozent. Eine geringere Quote kann durch fehlende Nachfrage, enge Targeting-Regeln, technische Fehler, Preisgrenzen oder ungeeignete Anzeigenformate entstehen.

Relevanz für SEA und Tracking

Im SEA und Performance Marketing helfen Adrequest-Daten dabei, Probleme vor dem eigentlichen Anzeigenkontakt zu erkennen. Viele Anfragen bei wenigen Impressionen sprechen beispielsweise für Einschränkungen bei der Befüllung. Viele Impressionen bei wenigen Klicks lenken die Analyse dagegen stärker auf Werbemittel, Zielgruppe und Platzierung.

Ein vollständiges Reporting trennt Adrequests, Impressionen, Klicks und Conversions. Diese Ebenen bilden den Weg vom verfügbaren Werbeplatz bis zur gewünschten Handlung ab. Weitere Grundlagen zur Kampagnensteuerung findest du auf der Seite zur Google Ads Betreuung und im Ratgeber zu SEO- und SEA-Synergien.

Abweichungen zwischen Systemen sind nicht automatisch Messfehler. Adserver, Vermarkter und Analyseplattformen können Anfragen zu unterschiedlichen Zeitpunkten erfassen, ungültigen Traffic verschieden filtern oder andere Zeitzonen verwenden. Ein Datenvergleich benötigt daher einheitliche Zeiträume, Definitionen und Filter.

Auswirkungen auf SEO und GEO

Ein Adrequest ist kein direkter SEO-Ranking-Faktor. Viele parallele Werbeanfragen und umfangreiche Skripte können jedoch die Ladezeit, die visuelle Stabilität und die Reaktionsfähigkeit einer Seite beeinträchtigen. Diese technischen Effekte betreffen die Nutzererfahrung und können sich auf Kennzahlen wie die Core Web Vitals auswirken.

Für SEO sollten Werbeplätze feste Abmessungen erhalten, damit nachgeladene Anzeigen keine starken Layoutverschiebungen verursachen. Werbeskripte sollten kontrolliert, priorisiert und regelmäßig auf Fehler geprüft werden. Mit dem kostenlosen Ladezeiten-Check lassen sich technische Auffälligkeiten einer Seite untersuchen.

Für GEO, also Generative Engine Optimization, besitzt ein Adrequest ebenfalls keine bekannte direkte Bewertungsfunktion. Eine schnelle, übersichtliche und inhaltlich klar strukturierte Website erleichtert jedoch Nutzern und technischen Systemen den Zugriff auf Informationen. Werbung sollte deshalb den Hauptinhalt ergänzen und dessen Erfassung nicht verzögern.

Adrequests richtig analysieren

Bei der Analyse von Adrequests solltest du zuerst klären, auf welcher Ebene die Anfrage gezählt wird. Ein Seitenaufruf kann mehrere Anzeigenplätze enthalten, während ein Anzeigenplatz wiederum mehrere technische Requests an verschiedene Systeme erzeugen kann. Ohne diese Abgrenzung führen Vergleiche schnell zu falschen Schlussfolgerungen.

  • Prüfe die Zahl der Requests je Anzeigenplatz und Seitentyp.
  • Vergleiche Adrequests mit ausgelieferten und sichtbaren Impressionen.
  • Untersuche Unterschiede nach Gerät, Browser, Format und Vermarktungskanal.
  • Kontrolliere Fehlermeldungen, Timeouts und nicht befüllte Werbeplätze.
  • Bewerte zusätzlich Klickrate, Conversion-Rate und wirtschaftlichen Ertrag.

In der Praxis zeigt eine hohe Request-Zahl häufig nur, dass viele Werbeplätze oder Nachfragepartner eingebunden sind. Ob das Setup wirtschaftlich sinnvoll ist, ergibt sich erst aus der Auslieferungsqualität, den Ladezeiten und dem erzielten Kampagnenwert. Eine strukturierte Google Ads Analyse sollte deshalb technische und wirtschaftliche Kennzahlen gemeinsam betrachten.

Häufige Fragen zum Adrequest

Ist jeder Adrequest eine Impression?

Nein. Ein Adrequest erfasst zunächst nur die Anfrage nach einer Anzeige. Eine Impression entsteht erst, wenn das Werbemittel nach den Regeln des jeweiligen Messsystems ausgeliefert oder dargestellt wurde.

Warum bleiben Adrequests ohne Anzeige?

Eine Anfrage kann ohne Anzeige enden, wenn keine passende Kampagne verfügbar ist, ein Preislimit nicht erreicht wird oder technische Fehler auftreten. Auch Timeouts, Adblocker und eingeschränkte Einwilligungen können die Auslieferung beeinflussen.

Wie viele Adrequests entstehen pro Seitenaufruf?

Die Anzahl hängt von den eingebundenen Werbeplätzen und der technischen Vermarktung ab. Eine Seite mit mehreren Anzeigenpositionen kann mehrere Requests erzeugen, während Auktionen und Header Bidding zusätzliche Gebotsanfragen auslösen können.

Enthält ein Adrequest personenbezogene Daten?

Ein Adrequest kann je nach System technische, kontextbezogene oder wiedererkennbare Merkmale übertragen. Welche Daten verarbeitet werden dürfen, richtet sich nach dem Einwilligungsstatus, der Konfiguration und den geltenden rechtlichen Anforderungen.

Beeinflussen Adrequests die Ladezeit einer Website?

Viele parallele oder langsam beantwortete Anfragen können die Ladezeit und Reaktionsfähigkeit einer Seite belasten. Besonders relevant sind umfangreiche Skripte, lange Antwortzeiten und Anzeigen, die nachträglich Layoutverschiebungen verursachen.

Was bedeutet eine hohe Zahl an Adrequests?

Eine hohe Zahl kann auf viele Werbeplätze, wiederholte Ladevorgänge oder mehrere beteiligte Werbeplattformen hinweisen. Sie ist für sich allein weder positiv noch negativ und muss zusammen mit Impressionen, Fill Rate, Ladezeit und Erlös bewertet werden.

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