Amazon A+ Content

Was ist Amazon A+ Content?

Amazon A+ Content bezeichnet erweiterte Inhalte auf Amazon-Produktdetailseiten. Marken können die übliche Produktbeschreibung durch kombinierbare Module mit Bildern, Texten, Vergleichstabellen und Markenelementen ergänzen. Ziel ist es, Produkte verständlicher zu erklären, Unterschiede sichtbar zu machen und Kaufentscheidungen durch strukturierte Informationen zu unterstützen.

Wie funktioniert Amazon A+ Content?

Amazon A+ Content, auf Deutsch einmalig als erweiterte Markeninhalte bezeichnet, wird im Verwaltungsbereich eines Amazon-Verkaufskontos erstellt. Marken wählen vorgegebene Module aus, hinterlegen Texte und Bilder und ordnen den fertigen Inhalt bestimmten ASINs zu. Eine ASIN ist die eindeutige Amazon-Artikelnummer eines Produkts. Amazon prüft den eingereichten Inhalt vor der Veröffentlichung anhand seiner Inhaltsrichtlinien.

Amazon A+ Content ersetzt weder den Produkttitel noch die Bulletpoints, Produktbilder oder technischen Angaben. Der Inhalt erscheint weiter unten auf der Detailseite und vertieft Informationen, die im oberen Bereich nur knapp dargestellt werden können. Für ein erklärungsbedürftiges Küchengerät kann Amazon A+ Content beispielsweise Funktionen visualisieren, Zubehör gegenüberstellen und einzelne Anwendungsschritte zeigen.

Die Freigabe ist an Bedingungen geknüpft. Das Standardformat richtet sich vor allem an Markeninhaber, die ihre Marke bei Amazon registriert haben, sowie an berechtigte Vendoren. Welche Formate und Module verfügbar sind, hängt vom Konto, vom Marktplatz und vom jeweiligen Berechtigungsstatus ab. Prüfe deshalb vor der Produktion direkt im Verkaufskonto, welche Inhaltsarten für deine Marke freigeschaltet sind.

Formate von Amazon A+ Content

Amazon unterscheidet mehrere Inhaltsformate mit unterschiedlichen Positionen und Gestaltungsmöglichkeiten. Die konkrete Modulbezeichnung kann sich je nach Marktplatz ändern, die grundlegende Aufteilung bleibt jedoch vergleichbar.

FormatTypischer EinsatzMögliche Inhalte
Standard A+Produkteigenschaften und Vorteile erklärenText-Bild-Module, technische Merkmale und Vergleichstabellen
MarkengeschichteMarke und Sortiment einordnenMarkenwerte, Hintergrundinformationen und Verweise auf weitere Produkte
Premium A+Komplexe Produkte ausführlicher präsentierenErweiterte visuelle Module, interaktive Elemente und je nach Freigabe Videos

Premium A+ bietet mehr gestalterische Möglichkeiten als das Standardformat, ist aber nicht automatisch für jedes Konto verfügbar. Amazon legt die Zugangsvoraussetzungen fest und kann diese verändern. Plane Premium-Module deshalb erst ein, wenn die Freischaltung im Konto sichtbar ist. Andernfalls sollte das Inhaltskonzept auch mit den Standardmodulen vollständig funktionieren.

Amazon A+ Content und Conversion

Ein häufiger Denkfehler besteht darin, Amazon A+ Content mit klassischer Werbung gleichzusetzen. Die Module erzeugen zunächst keine zusätzlichen Besucher auf der Produktdetailseite. Amazon A+ Content setzt später im Kaufprozess an: Der Nutzer kennt das Produkt bereits und benötigt Informationen, um Nutzen, Unterschiede, Lieferumfang oder Anwendung beurteilen zu können.

Der mögliche Einfluss auf die Conversion-Rate hängt deshalb vom Informationsbedarf ab. Ein einfaches Verbrauchsprodukt benötigt meist weniger Erklärung als eine Maschine mit mehreren Varianten. Amazon A+ Content ist besonders sinnvoll, wenn Rückfragen vor dem Kauf auftreten, Varianten verwechselt werden oder wesentliche Vorteile auf Bildern leichter verständlich sind als in einer Aufzählung.

  • Vergleichstabellen helfen bei der Auswahl zwischen mehreren Modellen derselben Marke.
  • Anwendungsbilder erklären Größe, Aufbau oder Einsatzgebiet ohne lange Textblöcke.
  • Technische Grafiken machen Maße, Anschlüsse und Lieferumfang eindeutig.
  • Markenmodule ordnen ein Einzelprodukt in ein größeres Sortiment ein.

Gute Produktinformationen unterstützen auch die Usability einer Produktdetailseite. Jede Aussage sollte eine konkrete Kaufbarriere auflösen. Eine dekorative Grafik ohne neue Information verbraucht dagegen Platz, ohne die Produktauswahl zu erleichtern.

Relevanz für SEO, SEA und GEO

Amazon A+ Content ist kein Ersatz für die Keyword-Optimierung von Produkttitel, Bulletpoints und weiteren relevanten Produktdaten. Für die interne Amazon-Suche sollten zentrale Suchbegriffe weiterhin in den dafür vorgesehenen Feldern stehen. Verlasse dich nicht darauf, dass sichtbare Texte in A+ Modulen dieselbe Suchwirkung wie die oberen Produktinformationen entfalten.

Für SEO außerhalb von Amazon kann eine vollständig erklärte Produktseite zusätzliche Kontextsignale liefern. Wie Suchmaschinen einzelne Amazon-Inhalte erfassen und gewichten, bestimmt jedoch die Plattformstruktur. Ein eigener Onlineshop behält deshalb einen strategischen Vorteil: Unternehmen können Produkttexte, interne Links, strukturierte Daten und Kategorieseiten selbst steuern. Eine E-Commerce-SEO-Strategie sollte Amazon und den eigenen Shop als getrennte Vertriebskanäle behandeln.

Bei SEA wirkt Amazon A+ Content vor allem nach dem Anzeigenklick. Führt eine Kampagne Nutzer auf eine Produktdetailseite, kann eine verständlichere Darstellung die Qualität des Kaufprozesses verbessern. Beurteile Anzeigen und Detailseite deshalb gemeinsam. Hohe Klickzahlen bei schwacher Kaufrate können auf eine unpassende Anzeige, einen Preisnachteil oder fehlende Produktinformationen hinweisen. Hinweise zur kanalübergreifenden Kampagnenbewertung findest du im Bereich Google Ads für Unternehmen.

Für GEO, also Generative Engine Optimization, sind eindeutige Produktinformationen ebenfalls relevant. KI-Systeme benötigen konsistente Angaben zu Material, Abmessungen, Kompatibilität, Anwendung und Zielgruppe. Amazon A+ Content allein schafft jedoch keine kontrollierbare KI-Sichtbarkeit, weil Marken auf einer Plattform nur begrenzten Einfluss auf Crawling und Darstellung haben. Dieselben Fakten sollten deshalb auch auf der eigenen Website strukturiert und widerspruchsfrei veröffentlicht werden.

Amazon A+ Content richtig planen

Die Planung beginnt mit den Fragen, die Nutzer vor dem Kauf beantworten müssen. Prüfe Rezensionen, Supportanfragen, Rücksendegründe und Suchanfragen nach wiederkehrenden Unsicherheiten. Aus diesen Informationen entsteht eine Modulreihenfolge, die vom wichtigsten Kaufargument über die Funktionsweise bis zur Modellabgrenzung führt. Professionelle Content-Erstellung für Produkte verbindet dabei Markenbotschaft, Informationsbedarf und konkrete Produkteigenschaften.

  • Ordne jeder Grafik genau eine Aussage zu.
  • Zeige Größenverhältnisse mit konkreten Maßen oder einem nachvollziehbaren Anwendungskontext.
  • Vergleiche nur Produkte, deren Unterschiede für die Auswahl relevant sind.
  • Halte technische Angaben über Bilder, Texte, Bulletpoints und Varianten hinweg konsistent.
  • Prüfe die Darstellung auf Smartphone und Desktop getrennt.
Messbar ist Amazon A+ Content durch einen kontrollierten Vorher-Nachher-Vergleich oder einen A/B-Test mit geeigneten ASINs. Vergleiche Conversion-Rate, bestellte Einheiten und Umsatz je Detailseitenbesuch unter möglichst ähnlichen Bedingungen. Änderungen an Preis, Werbung, Verfügbarkeit oder Bewertungen müssen im Testzeitraum berücksichtigt werden, weil sie das Ergebnis ebenfalls beeinflussen.

Typische Fehler bei A+ Inhalten

Der häufigste Qualitätsfehler ist die Wiederholung bereits vorhandener Bulletpoints. Amazon A+ Content sollte zusätzliche Fragen beantworten, statt denselben Text größer zu inszenieren. Nutze den erweiterten Bereich für Erklärungen, Vergleiche und visuelle Nachweise, die im oberen Teil der Produktdetailseite keinen ausreichenden Platz finden.

Ein weiterer Fehler entsteht durch unlesbare Texte innerhalb von Bildern. Kleine Schrift kann auf Smartphones kaum erkennbar sein und lässt sich schlechter aktualisieren als normaler Modultext. Wichtige Produkteigenschaften gehören deshalb in die vorgesehenen Textfelder. Bildbeschriftungen sollten kurz bleiben und auch bei verkleinerter Darstellung verständlich sein.

Unzulässige Aussagen können außerdem zur Ablehnung führen. Dazu gehören je nach Richtlinie beispielsweise unbelegte Superlative, Preisangaben, zeitlich begrenzte Aktionen, Kontaktinformationen oder Verweise auf externe Shops. Kontrolliere vor der Einreichung jedes Modul gegen die aktuellen Amazon-Vorgaben und plane Zeit für mögliche Korrekturen ein.

Häufige Fragen zu Amazon A+ Content

Wer darf Amazon A+ Content erstellen?

Amazon A+ Content steht vor allem berechtigten Markeninhabern und Vendoren zur Verfügung. Bei Verkäufern ist üblicherweise eine registrierte Marke erforderlich. Der konkrete Berechtigungsstatus wird im jeweiligen Amazon-Verkaufskonto angezeigt.

Kostet Amazon A+ Content zusätzlich?

Für die Veröffentlichung des Standardformats fällt üblicherweise keine separate Modulgebühr an. Kosten entstehen dennoch für Konzeption, Texte, Bilder, Übersetzungen und laufende Aktualisierungen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Bedingungen des jeweiligen Marktplatzes.

Wie lange dauert die Freigabe von A+ Inhalten?

Amazon prüft eingereichte Inhalte vor der Veröffentlichung. Die Bearbeitungsdauer hängt vom Umfang, vom Marktplatz und von möglichen Richtlinienverstößen ab. Plane deshalb einen zeitlichen Puffer ein und kontrolliere den Status im Verkaufskonto.

Kann Amazon A+ Content nachträglich geändert werden?

Veröffentlichte Inhalte lassen sich im Verkaufskonto bearbeiten und erneut einreichen. Jede Änderung kann eine weitere Prüfung auslösen. Technische Daten, Bilder und Vergleichstabellen sollten aktualisiert werden, sobald sich das Produkt oder der Lieferumfang verändert.

Ist Amazon A+ Content für jedes Produkt sinnvoll?

Amazon A+ Content lohnt sich besonders bei erklärungsbedürftigen Produkten, mehreren Varianten oder häufigen Fragen zum Lieferumfang. Bei sehr einfachen Produkten sollte der Produktionsaufwand gegen den zusätzlichen Informationsnutzen abgewogen werden.

Was ist der Unterschied zwischen A+ Content und Bulletpoints?

Bulletpoints stehen im oberen Bereich der Produktdetailseite und fassen zentrale Merkmale knapp zusammen. Amazon A+ Content erscheint weiter unten und bietet mehr Raum für Bilder, Vergleiche und ausführliche Erklärungen. Beide Bereiche erfüllen deshalb unterschiedliche Aufgaben im Kaufprozess.

Wenn Amazon, dein Onlineshop und bezahlte Kampagnen aufeinander abgestimmt werden sollen, kann ein Potenzialcheck die relevanten Content-Lücken und Messgrößen einordnen.

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