Blogroll

Was ist eine Blogroll?

Eine Blogroll ist eine öffentlich sichtbare Liste mit Links zu anderen Blogs oder Websites, die ein Betreiber empfiehlt, regelmäßig liest oder thematisch zuordnet. Die Linkliste befindet sich traditionell in der Seitenleiste oder im Footer eines Blogs. Jeder Eintrag besteht meist aus einem verlinkten Namen, kann aber zusätzlich eine kurze Beschreibung enthalten.

Eine Blogroll, auf Deutsch auch Blog-Linkliste genannt, stammt aus der frühen Blogkultur. Blogger nutzten sie, um Lesern verwandte Publikationen zu empfehlen und persönliche Netzwerke sichtbar zu machen. Heute kommt diese Form der dauerhaften Linkliste seltener vor, weil redaktionelle Empfehlungen häufig direkt in Beiträgen, auf Partnerseiten oder in kuratierten Ressourcenverzeichnissen stehen.

Wie funktioniert eine Blogroll?

Eine Blogroll wird als Liste einzelner HTML-Links in ein wiederkehrendes Seitenelement eingebunden. Befindet sie sich in der globalen Seitenleiste oder im Footer, erscheint sie auf vielen oder sogar allen Unterseiten. Ein einziger Eintrag kann dadurch technisch zahlreiche Links zur gleichen Zielseite erzeugen, obwohl nur eine redaktionelle Entscheidung dahintersteht.

Typische Einträge enthalten den Namen des empfohlenen Blogs als Ankertext. Aussagekräftiger wird die Liste, wenn jeder Link kurz eingeordnet wird, etwa nach Fachgebiet, Region oder Zielgruppe. Eine solche Beschreibung hilft Lesern und Suchsystemen dabei, den thematischen Zusammenhang zwischen der verlinkenden und der verlinkten Website zu verstehen.

  • Seitenleiste: Die Links bleiben beim Lesen verschiedener Beiträge sichtbar.
  • Footer: Die Blogroll erscheint am Seitenende und häufig auf der gesamten Website.
  • Eigene Ressourcenseite: Jeder Link kann mit einer Begründung oder thematischen Kategorie versehen werden.
  • Beitragsbezogene Empfehlung: Der Link steht nur dort, wo er den konkreten Inhalt ergänzt.

Blogroll und SEO

Eine Blogroll kann Suchmaschinen zusätzliche Wege zu verlinkten Inhalten eröffnen und thematische Beziehungen sichtbar machen. Der Link ist jedoch kein automatischer Qualitätsnachweis. Suchmaschinen bewerten unter anderem den Kontext, die Platzierung, den Ankertext, die Relevanz der beiden Websites und die Frage, ob die Verlinkung redaktionell nachvollziehbar wirkt.

Ein verbreiteter Denkfehler besteht darin, jeden Link aus einer Blogroll als eigenständige Empfehlung zu zählen. Erscheint derselbe Link auf 500 Unterseiten, stammen zwar technisch 500 Verweise von der Website, aber weiterhin nur von einer Domain und meist aus einem einzigen Seitenelement. Prüfe deshalb bei einer Backlink-Analyse sowohl die Zahl der Links als auch die Zahl der verlinkenden Domains, die Platzierung und den thematischen Kontext.

Eine Blogroll mit zehn passenden Fachquellen ist für Leser meist verständlicher als eine ungeordnete Liste mit hundert Domains. Für die SEO-Einordnung zählt nicht allein die Menge. Eine nachvollziehbare Auswahl, eindeutige Ankertexte und ein erkennbarer Themenbezug liefern stärkere Qualitätssignale als eine umfangreiche Sammlung ohne Erklärung.

Sitewide-Links richtig einordnen

Links aus einer global eingebundenen Blogroll sind häufig Sitewide-Links, weil sie auf einem großen Teil der Website wiederholt werden. Ein Sitewide-Link ist nicht grundsätzlich problematisch. Firmen-, Autoren-, Navigations- und Partnerlinks können einen legitimen Zweck erfüllen. Kritisch wird die Konstruktion, wenn zahlreiche keywordreiche Verweise allein für Rankings eingebaut oder systematisch getauscht werden.

Der Unterschied zwischen einer Blogroll und einem redaktionellen Backlink liegt vor allem im Kontext. Ein redaktioneller Backlink ist direkt in einen thematisch passenden Absatz eingebettet und begründet sich aus dem Inhalt. Eine Blogroll steht meist außerhalb des Hauptinhalts und empfiehlt eine Website allgemein. Deshalb solltest du Linkqualität nie allein anhand der sichtbaren Position oder der technischen Linkzahl beurteilen.

Blogroll oder Linkverzeichnis?

Eine Blogroll ist eine persönliche oder redaktionelle Auswahl anderer Blogs und Websites. Ein Linkverzeichnis verfolgt dagegen meist das Ziel, viele Angebote nach Kategorien zu erfassen. Ein Partnerverzeichnis dokumentiert geschäftliche Beziehungen, während ein Blogroll-Eintrag auch ohne Kooperation entstehen kann. Diese Abgrenzung bestimmt, wie Leser und Suchmaschinen den Zweck der Links interpretieren.

LinkformatTypischer ZweckÜbliche Platzierung
BlogrollEmpfehlung ausgewählter BlogsSeitenleiste, Footer oder Ressourcenseite
LinkverzeichnisKategorisierte Sammlung vieler WebsitesEigener Verzeichnisbereich
PartnerseiteDarstellung geschäftlicher BeziehungenEigene Unterseite
Redaktioneller BacklinkQuelle oder inhaltliche ErgänzungDirekt im Beitrag

Typische Fehler bei Blogrolls

Eine ungepflegte Blogroll verliert ihren Nutzen, wenn Ziele nicht mehr erreichbar sind, Domains ihren Besitzer gewechselt haben oder die Empfehlungen nicht mehr zum Thema passen. Kontrolliere deshalb regelmäßig den HTTP-Status, das Linkziel und die inhaltliche Eignung jedes Eintrags. Eine erreichbare Domain ist noch keine passende Empfehlung, wenn sich ihr Inhalt grundlegend verändert hat.

  • Links werden ohne erkennbare Auswahlkriterien aufgenommen.
  • Keywordreiche Ankertexte ersetzen natürliche Namen oder Marken.
  • Gegenseitige Verlinkungen werden in großem Umfang vereinbart.
  • Bezahlte Einträge werden nicht als gesponserte Links gekennzeichnet.
  • Entfernte oder weitergeleitete Zielseiten bleiben dauerhaft in der Liste.

Bezahlte Links sollten technisch mit rel="sponsored" gekennzeichnet werden. Für Links, deren Ziel du nicht uneingeschränkt empfehlen möchtest, kann rel="nofollow" passend sein. Die Kennzeichnung ersetzt jedoch keine redaktionelle Prüfung. Jeder Eintrag sollte für deine Leser einen nachvollziehbaren fachlichen Nutzen haben.

Blogrolls prüfen und bewerten

Messbar ist eine Blogroll über die Zahl der ausgehenden Links, deren Statuscodes, Ankertexte, Ziel-Domains und Platzierung. Beim eingehenden Linkprofil solltest du zusätzlich erkennen, ob ein vermeintlich großer Zuwachs überwiegend aus wiederholten Links einer einzigen Domain stammt. Eine fachliche Bewertung berücksichtigt daher Links und verlinkende Domains getrennt.

Prüfe dein Linkprofil direkt mit dem kostenlosen Backlink-Check:

Für eine tiefergehende Bewertung helfen die Kriterien aus dem Ratgeber zum Backlink-Audit und Linkmanagement. Wenn eine Blogroll Teil einer geplanten Offpage-Strategie ist, sollte sie außerdem mit redaktionellen Erwähnungen und anderen nachvollziehbaren Quellen kombiniert werden. Hinweise dazu findest du auf der Leistungsseite zum professionellen Linkaufbau.

Relevanz für SEA und GEO

Für SEA hat eine Blogroll keine direkte Wirkung auf Anzeigengebote, Qualitätsfaktoren oder Kampagnenauslieferung. Sie kann jedoch qualifizierten Referral-Traffic erzeugen, wenn Leser einer thematisch passenden Empfehlung folgen. Solche Besuche sollten in der Webanalyse getrennt nach Quelle, Zielseite und Conversion-Verhalten ausgewertet werden.

Für GEO, also Generative Engine Optimization, kann eine thematisch sauber gepflegte Linkstruktur den öffentlich erkennbaren Zusammenhang zwischen Quellen, Autoren und Fachgebieten unterstützen. Ein Eintrag garantiert jedoch weder eine Erwähnung noch eine Quellenangabe in ChatGPT, Perplexity, Gemini oder Grok. Für KI-Sichtbarkeit sind belastbare Inhalte, klare Entitäten und bestätigende Erwähnungen auf mehreren unabhängigen Websites aussagekräftiger als eine einzelne Linkliste.

Häufige Fragen zur Blogroll

Ist eine Blogroll noch zeitgemäß?

Eine Blogroll kann weiterhin sinnvoll sein, wenn sie eine kleine, nachvollziehbar ausgewählte Sammlung relevanter Quellen enthält. Eine eigene Ressourcenseite bietet heute oft mehr Platz für Kategorien, Beschreibungen und regelmäßige Aktualisierungen.

Bringt eine Blogroll bessere Google-Rankings?

Eine Blogroll führt nicht automatisch zu besseren Rankings. Suchmaschinen bewerten den thematischen Kontext, die Qualität der verlinkenden Website, die Platzierung und die Natürlichkeit des Links. Wiederholte Links aus derselben Domain sind nicht mit Empfehlungen vieler unabhängiger Domains gleichzusetzen.

Kann eine Blogroll der eigenen Website schaden?

Eine redaktionell gepflegte Linkliste ist normalerweise unproblematisch. Risiken entstehen vor allem durch umfangreichen Linktausch, gekaufte Links ohne Kennzeichnung, manipulativ formulierte Ankertexte oder Verweise auf unseriöse und inzwischen veränderte Websites.

Sollte eine Blogroll auf jeder Unterseite erscheinen?

Eine globale Platzierung ist nur sinnvoll, wenn die Links für Besucher der gesamten Website relevant sind. Thematisch spezielle Empfehlungen passen besser auf eine eigene Ressourcenseite oder in den jeweiligen Beitrag, weil der Kontext dort eindeutiger ist.

Wie oft sollte eine Blogroll geprüft werden?

Eine feste Prüffrist hängt von Umfang und Änderungsrate der verlinkten Quellen ab. Kontrolliere die Liste regelmäßig sowie zusätzlich bei Relaunches, Domainwechseln und auffälligen Weiterleitungen. Entferne unerreichbare, übernommene oder thematisch unpassende Ziele.

Wenn du dein Linkprofil und die Wirkung bestehender Verweise fachlich einordnen lassen möchtest, bietet ein Potenzialcheck einen klaren Ausgangspunkt.

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