Display & Video 360 (DV360)
Was ist Display & Video 360 (DV360)?
Display & Video 360 (DV360) ist eine Demand-Side-Plattform von Google für den automatisierten Einkauf digitaler Werbeflächen. Unternehmen und Agenturen planen, buchen, optimieren und messen damit Display-, Video-, Audio-, Native- und Connected-TV-Kampagnen über verschiedene Inventarquellen, Zielgruppen und Geräte hinweg.
Display & Video 360 (DV360) gehört zur Google Marketing Platform und richtet sich vor allem an Werbetreibende mit umfangreichen programmatischen Kampagnen. Die Plattform wird häufig als DSP bezeichnet. Die Abkürzung steht für Demand-Side-Plattform, also eine technische Einkaufsplattform für digitale Werbung.
Wie funktioniert Display & Video 360?
Display & Video 360 bündelt Planung, Medieneinkauf, Zielgruppensteuerung, Gebote, Werbemittel und Auswertung in einer Plattform. Bei einer verfügbaren Werbeeinblendung prüft das System anhand der Kampagneneinstellungen, ob der Nutzer, das Umfeld und der mögliche Preis zum Werbeziel passen. Anschließend kann DV360 automatisiert an der Auktion um die Werbefläche teilnehmen.
Die Kontostruktur folgt mehreren Ebenen. Ein Partner kann mehrere Advertiser enthalten. Innerhalb eines Advertisers werden Kampagnen angelegt, die wiederum Aufträge und einzelne Buchungspositionen enthalten. Auf der untersten Steuerungsebene legst du unter anderem Inventar, Zielgruppen, Laufzeit, Budget, Gebotsstrategie und Frequency Capping fest.
Kampagnenformate in DV360
DV360 kann mehrere digitale Werbeformate über eine gemeinsame Kampagnenstruktur verwalten. Welche Formate verfügbar sind, hängt vom freigegebenen Inventar, den Vereinbarungen mit Vermarktern und den technischen Eigenschaften des Werbemittels ab.
| Format | Typischer Einsatz | Wichtige Kennzahlen |
|---|---|---|
| Display | Reichweite, Remarketing und Produktkommunikation | Impressionen, Sichtbarkeitsrate, CTR und Conversions |
| Video | Markenaufbau, Produktvorstellung und Aktivierung | Aufrufe, Wiedergaberate, Reichweite und Conversions |
| Audio | Ansprache in Streaming- und Audio-Umfeldern | Impressionen, Reichweite und abgeschlossene Wiedergaben |
| Native | Werbung im Erscheinungsbild des jeweiligen Angebots | CTR, Interaktionen und Conversions |
| Connected TV | Bewegtbildwerbung auf internetfähigen Fernsehgeräten | Reichweite, Frequenz und abgeschlossene Wiedergaben |
Gebote und Kosten berechnen
Der programmatische Einkauf wird häufig über den Tausenderkontaktpreis abgerechnet. Der CPM, ausgeschrieben Cost per Mille, gibt an, wie viel 1.000 ausgelieferte Impressionen kosten. Die Formel lautet: Impressionen geteilt durch 1.000, multipliziert mit dem CPM.
Ein niedriger CPM bedeutet nicht automatisch eine wirtschaftliche Kampagne. Günstige Impressionen können in Umfeldern entstehen, die wenig Aufmerksamkeit oder kaum Conversions liefern. Prüfe den CPM deshalb gemeinsam mit Reichweite, Frequenz, Sichtbarkeitsrate, Conversion Rate und Kosten pro Conversion. Für umsatzorientierte Kampagnen ergänzt der ROAS die Bewertung: Conversion-Wert geteilt durch Werbekosten.
DV360 im SEA-Einsatz
Display & Video 360 erweitert SEA um programmatische Reichweite außerhalb klassischer Suchanzeigen. SEA umfasst bezahlte Maßnahmen in Suchmaschinen und angrenzenden Werbenetzwerken. DV360 konzentriert sich dagegen auf den automatisierten Einkauf von Display-, Video-, Audio- und weiteren Werbeformaten über unterschiedliche Inventarquellen.
Für Unternehmen entsteht der größte Nutzen, wenn Suchkampagnen und programmatische Werbung unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Suchanzeigen erreichen Nutzer mit einer konkreten Suchabsicht. DV360 kann frühere Phasen der Customer Journey abdecken, Markenbekanntheit aufbauen und Nutzer erneut ansprechen, die bereits Kontakt mit einer Website oder Kampagne hatten.
Eine saubere Kanalbewertung betrachtet deshalb nicht nur den letzten Klick. Ein Video kann den Erstkontakt erzeugen, während eine spätere Marken-Suchanzeige die Conversion erhält. Weitere Ansätze für diese gemeinsame Auswertung findest du im Ratgeber zu SEO- und SEA-Synergien.
Unterschied zwischen DV360 und Google Ads
Der Unterschied zwischen DV360 und Google Ads liegt vor allem im Umfang des Medieneinkaufs und der organisatorischen Ausrichtung. Google Ads eignet sich für direkt verwaltete Such-, Shopping-, Video-, App- und netzwerkübergreifende Kampagnen. DV360 bietet darüber hinaus umfangreiche programmatische Einkaufsprozesse, verschiedene Inventarquellen, detaillierte Freigaben und zentrale Arbeitsabläufe für größere Advertiser.
| Kriterium | DV360 | Google Ads |
|---|---|---|
| Schwerpunkt | Programmatischer Medieneinkauf | Werbung innerhalb des Google-Werbesystems |
| Typische Nutzer | Größere Unternehmen, Agenturen und Media-Teams | Unternehmen nahezu jeder Größe |
| Inventarsteuerung | Breite Auswahl und direkte Vereinbarungen möglich | Vordefinierte Kampagnentypen und Netzwerke |
| Arbeitsabläufe | Mehrstufige Rollen, Freigaben und Media-Planung | Vergleichsweise kompakte Kontoverwaltung |
DV360 ist daher nicht automatisch die bessere Wahl. Ein regionaler Dienstleister mit wenigen Kampagnen benötigt häufig keine komplexe programmatische Infrastruktur. Für internationale Marken, umfangreiche Videoausspielungen oder mehrere beteiligte Media-Teams können die zusätzlichen Einkaufs- und Kontrollmöglichkeiten dagegen sinnvoll sein. Unterstützung bei der Auswahl und Steuerung bezahlter Kampagnen bietet eine spezialisierte Google Ads Agentur.
Targeting, Frequenz und Markenschutz
DV360 kann Zielgruppen über demografische Merkmale, Interessen, eigene Daten, geografische Kriterien und inhaltliche Umfelder eingrenzen. Eigene Kundendaten dürfen nur verwendet werden, wenn die erforderlichen rechtlichen und technischen Voraussetzungen erfüllt sind. Für die Kampagnenplanung zählt außerdem die Qualität der Zielgruppensignale: Eine große Zielgruppe schafft Reichweite, eine engere Zielgruppe erhöht die Kontrolle, kann aber die Auslieferung begrenzen.
Frequency Capping verhindert, dass einzelne Nutzer eine Anzeige unbegrenzt oft sehen. Eine Frequenzvorgabe muss zum Kampagnenziel passen. Markenaufbau benötigt meist mehrere Kontakte, während aggressives Remarketing bei einer hohen Wiederholungsrate Werbemüdigkeit erzeugen kann. Prüfe deshalb die durchschnittliche Frequenz getrennt nach Zeitraum, Zielgruppe und Kampagnenphase.
DV360 messen und optimieren
Messbar ist die Leistung von DV360 über Kampagnenberichte, Conversion-Daten und angebundene Analyse- oder CRM-Systeme. Für Reichweitenkampagnen stehen Kennzahlen wie Unique Reach, Frequenz, sichtbare Impressionen und abgeschlossene Videowiedergaben im Vordergrund. Performance-Kampagnen werden stärker anhand von Conversions, CPA und ROAS bewertet.
Die Attribution bestimmt, welchem Kontakt eine Conversion zugerechnet wird. Ein Last-Click-Modell schreibt den Erfolg dem letzten messbaren Kontakt zu und kann Video- oder Displaykontakte unterbewerten. Ein datenbasiertes oder positionsbezogenes Modell verteilt den Wert auf mehrere Berührungspunkte. Vergleiche Attributionsmodelle nur auf derselben Datengrundlage und dokumentiere das verwendete Conversion-Fenster.
SEO, SEA und GEO verbinden
DV360 erzeugt keine organischen Rankings, kann aber Daten für SEO, SEA und GEO liefern. Erfolgreiche Werbebotschaften zeigen, welche Themen und Nutzenargumente Nutzer ansprechen. Landingpages mit hoher Conversion Rate können als Ausgangspunkt für organische Inhalte dienen. SEO wiederum senkt langfristig die Abhängigkeit von bezahlter Reichweite.
GEO, ausgeschrieben Generative Engine Optimization, optimiert Inhalte für Empfehlungen und Zitate in KI-Antworten. DV360 beeinflusst diese KI-Sichtbarkeit nicht direkt. Eine konsistente Markenkommunikation über Werbung, Website und redaktionelle Inhalte kann jedoch Nachfrage erzeugen und deutlich machen, welche Fragen Nutzer zu einem Angebot haben. Für eine gemeinsame Planung eignet sich eine kombinierte SEO- und GEO-Strategie.
DV360 in der Praxis 2026
Vor dem Einsatz von DV360 solltest du Ziel, Zielgruppe, Budget, Inventar und Messkonzept schriftlich festlegen. Eine Kampagne zur Markenbekanntheit benötigt andere Kennzahlen als eine Kampagne für Bestellungen oder Leads. Ohne diese Trennung optimiert das System möglicherweise auf günstige Reichweite, obwohl das Unternehmen profitable Conversions erwartet.
Wenn du prüfen möchtest, wie programmatische Kampagnen in deine bestehende SEA-Strategie passen, kannst du Kampagnenstruktur, Tracking und Zielsystem in einem unverbindlichen Potenzialcheck einordnen lassen.
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Häufige Fragen zu Display & Video 360
Wofür wird DV360 eingesetzt?
DV360 wird für den programmatischen Einkauf von Display-, Video-, Audio-, Native- und Connected-TV-Werbung eingesetzt. Die Plattform eignet sich besonders für kanalübergreifende Reichweiten-, Branding-, Remarketing- und Conversion-Kampagnen.
Ist DV360 dasselbe wie Google Ads?
Nein. Google Ads verwaltet Kampagnen innerhalb des Google-Werbesystems, während DV360 umfangreichere programmatische Einkaufsprozesse und zusätzliche Inventarquellen unterstützt. Welche Plattform passt, hängt von Budget, Reichweite, Organisationsstruktur und Kampagnenziel ab.
Was kostet Display & Video 360?
Für DV360 gibt es keinen allgemein gültigen öffentlichen Festpreis. Die Gesamtkosten können Mediabudget, Plattformgebühren, Datenkosten, Werbemittelproduktion und Betreuung umfassen. Konditionen hängen unter anderem vom Zugangsmodell und vom gebuchten Volumen ab.
Können kleine Unternehmen DV360 nutzen?
Kleine Unternehmen können DV360 grundsätzlich nutzen, der organisatorische und technische Aufwand muss jedoch zum Kampagnenumfang passen. Bei begrenztem Budget sind klar strukturierte Google-Ads-Kampagnen häufig leichter zu steuern.
Welche Daten braucht DV360?
DV360 benötigt Kampagneneinstellungen, Werbemittel, Zielgruppensignale und ein belastbares Conversion-Tracking. Eigene Zielgruppendaten können die Steuerung ergänzen, sofern die erforderlichen Einwilligungen und technischen Voraussetzungen vorliegen.
Was bedeutet programmatischer Einkauf in DV360?
Programmatischer Einkauf bedeutet, dass Werbeflächen datenbasiert und automatisiert ausgewählt, bewertet und gebucht werden. DV360 entscheidet anhand der Kampagnenregeln, ob und zu welchem Preis an einer verfügbaren Werbeauktion teilgenommen wird.
Welche KPIs sind bei DV360 wichtig?
Die passenden KPIs hängen vom Ziel ab. Reichweitenkampagnen betrachten unter anderem Reichweite, Frequenz und sichtbare Impressionen, während Performance-Kampagnen stärker über Conversions, CPA und ROAS bewertet werden.
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