Share of Search

Was ist Share of Search?

Share of Search ist eine relative Kennzahl, die den Anteil der Suchnachfrage nach einer Marke am gesamten Suchvolumen einer festgelegten Wettbewerbsgruppe angibt. Die Berechnung lautet: Suchvolumen der eigenen Markenbegriffe geteilt durch das Suchvolumen aller betrachteten Markenbegriffe, multipliziert mit 100. Der Wert zeigt Markeninteresse, nicht automatisch Marktanteil oder SERP-Positionen.

Share of Search einfach erklärt

Share of Search, deutsch: Anteil an der Markensuche, vergleicht die Suchnachfrage nach deiner Marke mit der Nachfrage nach ausgewählten Wettbewerbern. Steigt der Wert, entfallen innerhalb des definierten Marktes mehr markenbezogene Suchanfragen auf dein Unternehmen. Die Kennzahl eignet sich deshalb als Indikator für Markenbekanntheit und digitales Interesse.

Die Aussagekraft hängt vollständig von der Vergleichsgruppe ab. Ein Onlineshop für Laufschuhe sollte sich nicht mit allen Sportmarken vergleichen, sondern mit Anbietern, die ein ähnliches Sortiment, dieselbe Zielgruppe und denselben geografischen Markt bedienen. Ändert sich die Wettbewerberliste, entsteht eine neue Berechnungsbasis und der zeitliche Vergleich verliert an Aussagekraft.

Wie wird Share of Search berechnet?

Für die Berechnung addierst du zuerst das Suchvolumen aller Markenbegriffe innerhalb der festgelegten Wettbewerbsgruppe. Anschließend teilst du das Suchvolumen deiner Marke durch diese Gesamtsumme. Die Formel lautet:

Share of Search = Suchvolumen der eigenen Marke ÷ gesamtes Suchvolumen aller betrachteten Marken × 100

Ein Rechenbeispiel: Deine Marke erreicht in einem Monat 4.000 markenbezogene Suchanfragen. Drei Wettbewerber kommen gemeinsam mit deiner Marke auf 10.000 Suchanfragen. Der Share of Search beträgt 4.000 geteilt durch 10.000, multipliziert mit 100, also 40 Prozent. Das bedeutet: 40 Prozent der gemessenen Markensuchen entfallen auf deine Marke.

Ein Wert von 40 Prozent bedeutet nicht, dass dein Unternehmen 40 Prozent Marktanteil besitzt. Die Kennzahl bildet nur die relative Suchnachfrage innerhalb der ausgewählten Begriffe, Wettbewerber, Region und Zeitspanne ab. Prüfe deshalb neben dem Share of Search auch Umsatz, Neukunden, direkten Website-Traffic und tatsächliche Marktanteilsdaten.

Welche Suchbegriffe gehören hinein?

Ein belastbares Keyword-Set enthält den reinen Markennamen sowie relevante Schreibweisen und eindeutige Kombinationen. Dazu können Markenname plus Produkt, Markenname plus Standort oder häufig verwendete Abkürzungen gehören. Allgemeine Suchbegriffe ohne Markenbezug gehören nicht in die Grundberechnung, weil sie Kategorieinteresse statt konkreter Markennachfrage abbilden.

  • Nutze für alle Marken dieselbe Datenquelle und denselben Zeitraum.
  • Lege Land, Sprache und bei Bedarf die Region einheitlich fest.
  • Prüfe, ob Markennamen zugleich allgemeine Wörter oder mehrdeutige Begriffe sind.
  • Dokumentiere Ergänzungen und entfernte Wettbewerber, damit Zeitreihen nachvollziehbar bleiben.

Für den Aufbau des Keyword-Sets hilft eine strukturierte Keyword-Recherche. Bei mehrdeutigen Markenbegriffen solltest du reine Namenssuchen getrennt von eindeutigen Kombinationen auswerten. Andernfalls können Suchanfragen ohne Bezug zum Unternehmen den Anteil künstlich erhöhen.

Share of Search und SERP

Die SERP, kurz für Search Engine Results Page, ist die Ergebnisseite einer Suchmaschine. Sie kann organische Treffer, bezahlte Anzeigen, lokale Ergebnisse, Bilder, Videos und weitere SERP-Features enthalten. Share of Search misst nicht, an welcher Position eine Marke auf dieser Seite erscheint, sondern wie häufig Nutzer aktiv nach ihr suchen.

Zwischen SERP-Präsenz und Markensuche kann dennoch ein Zusammenhang bestehen. Wird ein Unternehmen über längere Zeit bei allgemeinen Suchanfragen sichtbar, begegnen Nutzer der Marke häufiger und können später gezielt nach ihr suchen. Aus einem steigenden Anteil allein lässt sich diese Ursache jedoch nicht ableiten, weil auch Werbung, Empfehlungen, Pressearbeit, Saisonalität oder Offline-Kampagnen die Nachfrage verändern.

Für die Analyse solltest du deshalb zwei Ebenen trennen: Der Share of Search misst die relative Nachfrage nach der Marke. Rankings und SERP-Features zeigen, wie präsent die Domain bei allgemeinen und markenbezogenen Suchanfragen ist. Ein hoher Markenanteil bei schwachen Non-Brand-Rankings weist auf eine bekannte Marke mit ungenutztem SEO-Potenzial hin.

Relevanz für SEO und SEA

Im SEO ergänzt Share of Search klassische Kennzahlen wie Rankings, Impressionen, Klicks und organischen Traffic. Rankings zeigen die Auffindbarkeit für ein bestimmtes Keyword-Set. Die Markensuchnachfrage zeigt dagegen, ob Nutzer das Unternehmen bereits kennen und gezielt danach suchen. Beide Perspektiven zusammen trennen vorhandene Markenstärke von neu gewonnener Reichweite.

Im SEA kann die Kennzahl helfen, Kampagnenwirkungen über einen längeren Zeitraum einzuordnen. Videoanzeigen, Display-Kampagnen und generische Suchanzeigen können Markeninteresse erzeugen, das später als Brand Search erscheint. Der Anstieg beweist jedoch keine direkte Kausalität. Für die Bewertung brauchst du abgestimmte Zeiträume, Kampagnenstarts und weitere Signale wie Direktzugriffe und Conversions.

Bei der kanalübergreifenden Analyse solltest du außerdem prüfen, welche Keywords bezahlt und organisch abgedeckt werden. Der Leitfaden zu SEO- und SEA-Synergien zeigt, wie sich Daten beider Kanäle gemeinsam für Budget- und Content-Entscheidungen nutzen lassen.

Abgrenzung zu verwandten Kennzahlen

KennzahlWas wird gemessen?Typische Datenbasis
Share of SearchAnteil der Suchnachfrage nach einer Marke innerhalb einer WettbewerbsgruppeSuchvolumen definierter Markenbegriffe
SEO Share of VoiceRelativer Anteil an der organischen Präsenz für ein festgelegtes Keyword-SetRankings, Suchvolumen und modellierte Klickwahrscheinlichkeit
Impression ShareAnteil der erhaltenen Anzeigenimpressionen an den möglichen ImpressionenGoogle-Ads-Auktionsdaten
MarktanteilAnteil eines Unternehmens am Absatz oder Umsatz eines MarktesVerkaufs-, Umsatz- oder Marktforschungsdaten

Der Unterschied zwischen Share of Search und SEO Share of Voice liegt im Messobjekt. Share of Search betrachtet gezielte Suchen nach Marken. SEO Share of Voice bewertet die organische Präsenz für allgemeine und markenbezogene Keywords anhand eines definierten Ranking-Modells. Eine bekannte Marke kann deshalb einen hohen Suchanteil und gleichzeitig einen niedrigen SEO Share of Voice besitzen.

GEO, also Generative Engine Optimization, benötigt eine eigene Messmethode. KI-Sichtbarkeit wird anhand relevanter Prompts, Nennungen, Empfehlungen und verwendeter Quellen untersucht. Eine Keyword-basierte Kennzahl aus der Google-Suche darf daher nicht direkt als Messwert für ChatGPT, Perplexity, Gemini oder Grok übernommen werden. Weitere Grundlagen bietet die Übersicht zur Optimierung für KI-Suchen.

Share of Search richtig messen

Messbar ist das zum Beispiel so: Hinterlege die Markennamen und ihre Varianten für deine Domain sowie für feste Wettbewerber, erfasse das Suchvolumen regelmäßig und verknüpfe die Entwicklung mit SERP- und Ranking-Daten. Das Keyword- und Ranking-Tool der Performance Suite stellt dafür unter anderem Suchvolumen, Ranking-Verläufe und SERP-Features bereit.

Eine monatliche Auswertung reicht für viele Unternehmen aus, sofern keine kurzfristige Kampagne untersucht wird. Vergleiche zusätzlich denselben Monat des Vorjahres, wenn die Branche saisonalen Schwankungen unterliegt. Ein Händler für Weihnachtsartikel würde bei einem Vergleich von November mit Juli vor allem Saisonalität messen, nicht die tatsächliche Entwicklung seiner Wettbewerbsposition.

Ein häufiger Fehler ist die isolierte Betrachtung eines steigenden Prozentwerts. Der Anteil kann wachsen, obwohl das Suchvolumen der eigenen Marke fällt, sofern die Nachfrage nach den Wettbewerbern noch stärker zurückgeht. Prüfe deshalb immer den relativen Anteil und das absolute Suchvolumen. Nur diese Kombination zeigt, ob deine Marke tatsächlich mehr Nachfrage gewinnt.

Häufige Fragen zu Share of Search

Kann ich Share of Search mit Google Trends berechnen?

Google Trends kann relative Entwicklungen und saisonale Muster sichtbar machen. Die Werte sind jedoch indexiert und kein absolutes Suchvolumen. Nutze Google Trends deshalb für Tendenzen und verwende innerhalb einer Auswertung immer dieselben Suchbegriffe, Regionen und Zeiträume.

Wie oft sollte ich den Wert aktualisieren?

Für ein laufendes Markenmonitoring genügt häufig eine monatliche Berechnung. Bei größeren Kampagnen kannst du kürzere Intervalle ergänzen, sofern die Datenbasis genügend Suchanfragen enthält. Saisonale Unternehmen sollten zusätzlich Vorjahreszeiträume vergleichen.

Welche Wettbewerber gehören in den Vergleich?

Wähle Unternehmen mit ähnlichen Angeboten, Zielgruppen und Absatzmärkten. Drei bis zehn relevante Wettbewerber liefern meist eine überschaubare Vergleichsgruppe, wobei die genaue Zahl vom Markt abhängt. Die Liste sollte über den gesamten Analysezeitraum möglichst stabil bleiben.

Ist ein hoher Share of Search automatisch gut?

Ein hoher Anteil zeigt starke relative Markennachfrage, bewertet aber weder Profitabilität noch Kundenzufriedenheit. Prüfe zusätzlich Umsatz, Conversions, Neukundenanteil und die Entwicklung des absoluten Suchvolumens. Erst mehrere Kennzahlen ergeben eine belastbare Geschäftseinordnung.

Funktioniert die Kennzahl auch im B2B?

Share of Search lässt sich im B2B einsetzen, doch geringe Suchvolumina können starke monatliche Schwankungen verursachen. Längere Zeiträume und eindeutige Kombinationen aus Markenname und Produktkategorie verbessern die Einordnung. Bei sehr kleinen Märkten sind CRM-, Lead- und Direktzugriffsdaten oft aussagekräftiger.

Kann Share of Search negativ sein?

Der rechnerische Wert kann nicht negativ sein, weil er einen Anteil zwischen 0 und 100 Prozent beschreibt. Negativ kann lediglich die Veränderung gegenüber einem früheren Zeitraum ausfallen. Ein Rückgang sollte immer anhand der absoluten Suchvolumina aller betrachteten Marken geprüft werden.

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