N-Gramm-Analyse
Was ist eine N-Gramm-Analyse?
Die N-Gramm-Analyse zerlegt Suchanfragen in zusammenhängende Folgen aus einem oder mehreren Wörtern und bündelt deren Leistungsdaten. Im SEA werden so wiederkehrende Begriffe sichtbar, die Kosten, Klicks oder Conversions verursachen. Ein N steht für die Länge der Wortfolge, etwa ein Wort beim Unigramm oder zwei Wörter beim Bigramm.
Die N-Gramm-Analyse, auch Analyse zusammenhängender Wortfolgen genannt, wertet nicht nur vollständige Suchbegriffe aus. Sie untersucht einzelne Wörter und Wortkombinationen über viele Suchanfragen hinweg. Dadurch erkennst du Muster, die in einem umfangreichen Suchbegriffsbericht zwischen zahlreichen einmaligen Formulierungen verborgen bleiben.
So funktioniert die N-Gramm-Analyse
Für eine N-Gramm-Analyse wird jede Suchanfrage zunächst in einzelne Wörter zerlegt. Anschließend bildet das Verfahren daraus fortlaufende Wortgruppen. Ein Unigramm besteht aus einem Wort, ein Bigramm aus zwei aufeinanderfolgenden Wörtern und ein Trigramm aus drei aufeinanderfolgenden Wörtern. Die Reihenfolge der Begriffe bleibt dabei erhalten.
Enthält eine Suchanfrage insgesamt m Wörter, ergibt sich die Zahl der möglichen N-Gramme aus der Formel m minus n plus 1. Die Bedingung lautet, dass m mindestens so groß wie n sein muss. Eine Suchanfrage mit vier Wörtern erzeugt deshalb vier Unigramme, drei Bigramme und zwei Trigramme.
Unigramme, Bigramme und Trigramme
| Typ | Länge | Beispiel | Typischer SEA-Nutzen |
|---|---|---|---|
| Unigramm | 1 Wort | kostenlos | Breite Ausschlussbegriffe und wiederkehrende Produktmerkmale erkennen |
| Bigramm | 2 Wörter | schuhe kaufen | Suchintention und Kombinationen aus Produkt und Handlung bewerten |
| Trigramm | 3 Wörter | rote schuhe kaufen | Konkrete Nachfrage mit höherem Kontext untersuchen |
Unigramme liefern eine breite Übersicht, können aber mehrdeutig sein. Das Wort ‘kostenlos’ weist in einer Verkaufskampagne häufig auf eine unpassende Suchintention hin, während das Wort ‘rot’ allein wenig über die Kaufbereitschaft aussagt. Bigramme und Trigramme liefern mehr Kontext, treten dafür seltener auf. Prüfe deshalb zuerst Unigramme mit hohen Kosten und vertiefe auffällige Muster anschließend über längere Wortgruppen.
N-Gramm-Analyse im SEA
Im SEA bündelt die N-Gramm-Analyse die Kennzahlen aller Suchanfragen, in denen eine bestimmte Wortfolge vorkommt. Ein Händler kann dadurch beispielsweise feststellen, wie viel Budget auf Suchanfragen mit ‘gebraucht’, ‘mieten’ oder ‘Ersatzteile’ entfällt, selbst wenn jede vollständige Suchanfrage nur wenige Male aufgetreten ist.
Für die Bewertung einer Wortfolge reichen Klicks und Kosten allein nicht aus. Die Conversion-Rate berechnet sich aus Conversions geteilt durch Klicks, multipliziert mit 100. Die Kosten pro Conversion ergeben sich aus Kosten geteilt durch Conversions. Bei E-Commerce-Kampagnen ergänzt der ROAS die Auswertung: Conversion-Wert geteilt durch Werbekosten.
Messbar ist die N-Gramm-Analyse über exportierte Suchbegriffe mit mindestens den Spalten Suchanfrage, Klicks, Kosten und Conversions. Das SEA-Tool der Performance Suite führt Kampagnen-, Budget- und Keyword-Daten in einer Oberfläche zusammen. Die eigentliche Bewertung sollte dennoch immer anhand des Geschäftsmodells, der Marge und des Conversion-Ziels erfolgen.
Der häufigste Auswertungsfehler
Eine N-Gramm-Analyse enthält zwangsläufig Überschneidungen. Die Suchanfrage ‘rote schuhe damen kaufen’ fließt gleichzeitig in vier Unigramme, drei Bigramme und zwei Trigramme ein. Addierst du die Kosten sämtlicher Wortgruppen, werden dieselben Werbekosten mehrfach gezählt. Die Summen einer N-Gramm-Tabelle entsprechen deshalb nicht den Gesamtkosten der Kampagne.
Der verbreitete Denkfehler besteht darin, eine Wortgruppe allein wegen hoher Gesamtkosten auszuschließen. Hohe Kosten können aus vielen profitablen Suchanfragen stammen. Prüfe vor einem Ausschluss immer Conversions, Conversion-Wert, Kosten pro Conversion und die vollständigen Suchanfragen, in denen das N-Gramm vorkommt.
Abgrenzung zu ähnlichen Analysen
Der Unterschied zwischen einer N-Gramm-Analyse und einem Suchbegriffsbericht liegt in der Aggregation. Der Suchbegriffsbericht zeigt einzelne Suchanfragen und ihre Kennzahlen. Die N-Gramm-Analyse fasst identische Wortbestandteile aus mehreren Suchanfragen zusammen und deckt dadurch wiederkehrende Kosten- und Conversion-Muster auf.
Der Unterschied zwischen einer N-Gramm-Analyse und einer Keyword-Recherche liegt im Zeitpunkt und in der Datenbasis. Eine Keyword-Recherche plant mögliche Suchbegriffe vor oder während des Kampagnenaufbaus. Die N-Gramm-Auswertung untersucht dagegen tatsächlich ausgelöste Suchanfragen anhand ihrer gemessenen SEA-Leistung.
Eine N-Gramm-Analyse ersetzt außerdem keine Suchintention-Analyse. Ein statistisch auffälliges Wort erklärt noch nicht, warum ein Nutzer gesucht hat. Die Wortfolge ‘ohne Vertrag’ kann je nach Angebot ein starkes Verkaufsargument oder ein Ausschlussgrund sein. Verbinde quantitative Kennzahlen deshalb mit einer manuellen Prüfung der Bedeutung.
Vom Muster zur SEA-Maßnahme
Eine belastbare N-Gramm-Analyse beginnt mit einem ausreichend langen Betrachtungszeitraum und konsistenten Conversion-Daten. Bei kleinen Konten kann ein längerer Zeitraum nötig sein, damit einzelne Abschlüsse das Ergebnis nicht übermäßig verzerren. Konten mit höherem Suchvolumen sollten die Auswertung regelmäßig durchführen, beispielsweise wöchentlich für Kostenkontrolle und monatlich für strukturelle Anpassungen.
Die Maßnahmen aus einer N-Gramm-Analyse reichen vom Ausschluss irrelevanter Begriffe bis zur Erweiterung erfolgreicher Themen. Konvertierende Wortgruppen können in neue Keywords, Anzeigentexte und Landingpages einfließen. Dieser Datenfluss schafft zugleich SEO- und SEA-Synergien, weil profitable Suchmuster Themen für organische Inhalte und bestehende Landingpages liefern.
Wenn du Suchbegriffe, Kampagnenstruktur und Conversion-Daten gemeinsam prüfen lassen möchtest, findest du im Google-Ads-Angebot der OSG den passenden Leistungsrahmen.
Häufige Fragen zur N-Gramm-Analyse
Welche Daten brauche ich für eine N-Gramm-Analyse?
Du benötigst mindestens die vollständigen Suchanfragen sowie Klicks, Kosten und Conversions. Für Onlineshops sollte zusätzlich der Conversion-Wert enthalten sein, damit du den ROAS der Wortgruppen bewerten kannst.
Wie viele Wörter sollte ein N-Gramm enthalten?
Unigramme eignen sich für breite Muster und Ausschlussbegriffe. Bigramme und Trigramme liefern mehr Kontext, benötigen aber mehr Daten. Beginne meist mit einem und zwei Wörtern und vertiefe auffällige Kombinationen anschließend.
Wie oft sollte ich eine N-Gramm-Analyse durchführen?
Die passende Frequenz hängt vom Suchvolumen und vom Werbebudget ab. Konten mit vielen neuen Suchanfragen können wöchentlich geprüft werden. Bei geringerem Volumen ist eine monatliche Auswertung oft aussagekräftiger.
Kann ich mit einer N-Gramm-Analyse negative Keywords finden?
Ja, wiederkehrende Wörter mit hohen Kosten und unpassender Suchintention sind mögliche negative Keywords. Vor dem Ausschluss solltest du die vollständigen Suchanfragen prüfen, damit relevante Kombinationen weiterhin ausgeliefert werden können.
Warum stimmen die Kosten der N-Gramme nicht mit den Kampagnenkosten überein?
Eine Suchanfrage erzeugt mehrere N-Gramme und ihre Kosten erscheinen deshalb in mehreren Zeilen. Die Werte eignen sich zur Bewertung einzelner Wortfolgen, dürfen aber nicht zu einer Gesamtsumme addiert werden.
Funktioniert die N-Gramm-Analyse auch für Performance Max?
Eine Auswertung ist möglich, soweit Suchbegriffs- oder Suchkategoriedaten verfügbar und exportierbar sind. Die Detailtiefe kann geringer sein als bei klassischen Suchkampagnen, weshalb Ergebnisse stets im Rahmen der bereitgestellten Daten interpretiert werden müssen.
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