Craft CMS
Was ist Craft CMS?
Craft CMS ist ein flexibles Content-Management-System (deutsch: Inhaltsverwaltungssystem) für individuell entwickelte Websites, Portale und digitale Anwendungen. Inhalte werden über frei konfigurierbare Felder und Inhaltsstrukturen modelliert. Die Ausgabe entsteht in Templates oder über eine Schnittstelle, wodurch sich Craft CMS sowohl klassisch als auch als Headless CMS einsetzen lässt.
Craft CMS trennt Inhalte konsequent von ihrer Darstellung. Redakteure pflegen Texte, Bilder, Kategorien und strukturierte Daten im Backend, während Entwickler festlegen, wie diese Informationen auf der Website oder in anderen Kanälen ausgegeben werden. Das System stammt vom US-amerikanischen Softwarehersteller Pixel & Tonic und basiert technisch auf PHP, dem Yii-Framework und der Template-Sprache Twig.
Craft CMS richtet sich vor allem an Unternehmen, die individuelle Inhaltsmodelle benötigen. Ein Immobilienportal kann beispielsweise Felder für Kaufpreis, Wohnfläche, Standort und Ausstattung erhalten. Ein Industrieunternehmen kann Produkte nach Baureihe, Einsatzgebiet und technischen Eigenschaften strukturieren. Diese Daten müssen nicht in einem allgemeinen Textfeld vermischt werden, sondern bleiben einzeln abrufbar und auswertbar.
Wie funktioniert Craft CMS?
Craft CMS speichert Inhalte als sogenannte Elements. Zu diesen Inhaltselementen gehören unter anderem Entries, Assets, Kategorien, Tags und Benutzer. Entwickler erstellen daraus ein Datenmodell mit Feldern, Beziehungen und Validierungsregeln. Redakteure sehen anschließend nur die Eingabemasken, die für den jeweiligen Seitentyp benötigt werden.
Die Ausgabe erfolgt bei einer klassischen Website meist über Twig-Templates. Ein Template fragt zum Beispiel den Titel, das Beitragsbild und verwandte Produkte eines Eintrags ab und erzeugt daraus HTML. Bei einer entkoppelten Architektur können Anwendungen die Inhalte über GraphQL abrufen. Damit lassen sich dieselben Daten in einer Website, einer App oder einem digitalen Informationssystem verwenden.
Inhaltsmodell mit drei Section-Typen
Craft CMS unterscheidet grundsätzlich drei Arten von Sections. Die Auswahl bestimmt, wie viele Einträge angelegt werden können und ob eine hierarchische Struktur vorgesehen ist.
Felder bestimmen, welche Informationen ein Eintrag enthält. Neben einfachen Text-, Zahlen- und Datumsfeldern stehen Beziehungen zu anderen Einträgen, Kategorien oder Medien zur Verfügung. Matrix-Felder ermöglichen wiederholbare Inhaltsblöcke, beispielsweise Kombinationen aus Überschrift, Text, Bild und Button. Eine klare Feldstruktur erleichtert spätere Änderungen, weil Inhalte nicht fest im Layout eingebaut sind.
Craft CMS und SEO 2026
Craft CMS liefert die technische Freiheit für eine saubere Onpage-Optimierung, erzeugt aber nicht automatisch eine vollständige SEO-Konfiguration. Seitentitel, Meta Descriptions, Canonical Tags, strukturierte Daten, XML-Sitemaps und Robots-Anweisungen müssen in Templates, Modulen oder geeigneten Plugins umgesetzt werden. Die SEO-Qualität hängt deshalb stärker von der Projektkonfiguration ab als vom CMS-Namen.
Ein verbreiteter Denkfehler lautet, dass ein flexibles CMS automatisch suchmaschinenfreundliche Seiten erzeugt. Craft CMS kann für jeden Inhalt individuelle URLs und Metadaten bereitstellen, doch widersprüchliche Templates können trotzdem mehrere URLs für denselben Eintrag erzeugen. Fehlt dann ein konsistentes Canonical Tag, erhalten Suchmaschinen uneindeutige Signale. Prüfe deshalb pro indexierbarem Inhalt genau eine bevorzugte URL, einen Statuscode 200 und ein selbstreferenzierendes Canonical Tag.
SEO-Prüfung nach Änderungen
Messbar ist die technische Qualität einer Craft-CMS-Website durch regelmäßiges Crawling. Dabei werden unter anderem Statuscodes, interne Links, Canonical Tags, Weiterleitungsketten, Meta-Daten und indexierbare URLs geprüft. Besonders nach Änderungen an Routes, Templates oder Inhaltsstrukturen kann ein Crawl sichtbar machen, ob neue URL-Varianten oder verwaiste Seiten entstanden sind.
Prüfe eine veröffentlichte Website direkt auf technische und inhaltliche Auffälligkeiten:
Traditionell oder Headless?
Der Unterschied zwischen einer klassischen Craft-CMS-Website und einer Headless-Architektur liegt in der Ausgabe. Bei der klassischen Variante erzeugt Craft CMS das HTML über Twig und liefert die fertige Seite an den Browser. Im Headless-Betrieb stellt Craft CMS primär Inhalte bereit, während ein separates Frontend die Darstellung übernimmt.
| Kriterium | Klassische Umsetzung | Headless-Umsetzung |
|---|---|---|
| Ausgabe | HTML aus Twig-Templates | Datenabruf über eine Schnittstelle |
| Vorschau | Direkt mit dem Website-Template verknüpft | Muss mit dem separaten Frontend verbunden werden |
| SEO-Steuerung | Im serverseitigen Template | Im Frontend und in dessen Rendering-Prozess |
| Mehrkanal-Nutzung | Vor allem für die Website | Website, App und weitere Ausgabekanäle |
Headless bedeutet nicht automatisch eine bessere technische Lösung. Wenn ein JavaScript-Frontend Inhalte erst nach dem Laden im Browser einfügt, können Metadaten, interne Links oder strukturierte Daten unvollständig an Suchmaschinen ausgeliefert werden. Für SEO sollten relevante Seiten bereits beim ersten Serveraufruf vollständiges HTML liefern, etwa durch serverseitiges Rendering oder eine statische Generierung.
Craft CMS richtig einführen
Ein Craft-CMS-Projekt beginnt mit dem Inhaltsmodell, nicht mit einzelnen Seitenlayouts. Unternehmen sollten zuerst definieren, welche Inhaltstypen existieren, welche Felder wiederverwendbar sind und welche Beziehungen zwischen Produkten, Leistungen, Standorten oder Ansprechpartnern bestehen. Erst danach werden Templates und Eingabemasken entwickelt.
Für einen Relaunch braucht Craft CMS zusätzlich einen verbindlichen URL-Plan. Jede bestehende URL wird einer neuen Zieladresse zugeordnet, dauerhaft umgeleitet oder bewusst entfernt. Eine SEO-Checkliste für den Website-Relaunch hilft dabei, Weiterleitungen, Canonicals, Sitemaps, Tracking und Indexierungsregeln vor dem Livegang vollständig zu prüfen.
Craft CMS für SEO und GEO
Craft CMS unterstützt GEO, also Generative Engine Optimization, durch strukturierte und eindeutig ausgezeichnete Inhalte. Klare Autorenangaben, nachvollziehbare Quellen, semantische Überschriften, strukturierte Daten und präzise Entitäten helfen Suchmaschinen und KI-Systemen, Aussagen einer Seite einzuordnen. Das CMS stellt dafür die Felder bereit, während Templates die Informationen vollständig im HTML ausgeben müssen.
Für SEO, SEA und GEO kann ein gemeinsames Inhaltsmodell dieselben Produktvorteile, Zielgruppeninformationen und Fakten über mehrere Seitentypen hinweg bereitstellen. Anzeigen sollten auf Landingpages führen, deren Aussagen mit den verwendeten Suchbegriffen übereinstimmen. Organische Inhalte und KI-Quellen benötigen dagegen häufig zusätzliche Erklärungen, Belege und interne Verknüpfungen. Eine kombinierte SEO- und GEO-Strategie definiert, welche Felder für alle Kanäle benötigt werden.
Häufige Fragen zu Craft CMS
Ist Craft CMS kostenlos?
Craft CMS wird in kostenlosen und kostenpflichtigen Varianten angeboten. Zusätzliche Kosten können für kommerzielle Editionen, Plugins, Craft Commerce, Entwicklung, Hosting und laufende Wartung entstehen. Prüfe vor Projektbeginn, welche Funktionen und Benutzerrechte tatsächlich benötigt werden.
Ist Craft CMS für Anfänger geeignet?
Redakteure können Craft CMS nach einer sauberen Einrichtung ohne Programmierkenntnisse bedienen. Installation, Datenmodell, Templates und technische SEO-Konfiguration erfordern dagegen Erfahrung mit PHP, Twig, Datenbanken und Webentwicklung.
Kann Craft CMS mehrere Sprachen verwalten?
Craft CMS unterstützt mehrere Sites und Sprachen innerhalb einer Installation. Inhalte, URLs und Felder können je nach Konfiguration übersetzt, gemeinsam genutzt oder pro Site unterschiedlich gepflegt werden. Für SEO müssen zusätzlich Sprachzuordnungen, Canonicals und Hreflang-Angaben korrekt ausgegeben werden.
Eignet sich Craft CMS für Onlineshops?
Craft CMS kann mit Craft Commerce zu einem individuell entwickelten Onlineshop erweitert werden. Die Lösung eignet sich besonders für Projekte mit speziellen Produktdaten, Bestellabläufen oder Inhaltsanforderungen. Entwicklung, Updates und Schnittstellen benötigen jedoch eine technische Betreuung.
Ist Craft CMS ein Open-Source-CMS?
Der Quellcode von Craft CMS ist zugänglich, seine Nutzung unterliegt jedoch der Craft-Lizenz. Craft CMS sollte deshalb nicht mit einem uneingeschränkt frei lizenzierten Open-Source-System gleichgesetzt werden. Maßgeblich sind die Lizenzbedingungen der eingesetzten Edition und Version.
Kann man von WordPress zu Craft CMS wechseln?
Ein Wechsel von WordPress zu Craft CMS ist möglich, erfordert aber eine Zuordnung der bisherigen Beiträge, Felder, Medien, Kategorien und URLs zum neuen Inhaltsmodell. Weiterleitungen und Meta-Daten sollten Teil der Migration sein, damit bestehende organische Signale erhalten bleiben.
Wenn du ein individuelles CMS-Projekt planst, kannst du Struktur, SEO-Anforderungen und Migrationsrisiken vorab prüfen lassen. Der Potenzialcheck ist kostenlos und unverbindlich.
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