Austin Update

Was ist das Austin Update?

Durch zahlreiche Updates verändert die Suchmaschine Google ihren Rankingalgorithmus. Im Januar 2004 rollte Google das Austin Update aus, das sich vor allem gegen Spam in den Suchergebnissen richtet. Der direkte Nachfolger des sogenannten Florida Updates, das im Jahr 2003 veröffentlicht wurde, sollte sich vor allem gegen Webspam richten. Allerdings betraf die Veränderung des Suchalgorithmus auch seriöse Angebote. Google musste rasch nachjustieren, um der starken Kritik zu begegnen. Zuvor klagten Netzaktivisten, Webjournalisten und Webseitenbetreiber über diese Maßnahme. In damaligen Onlineforen empörten sich Kritiker, deren Webprojekte nicht mehr in den Suchergebnissen auftauchten. Betroffene Onlineshops klagten über starke Umsatzverluste.

Einführung des Updates

Die Einführung des Austin Updates erfolgte im Januar 2004. Viele Webseiten, die ab dem 25. Januar 2004 durch die Aktualisierung betroffen waren, sahen sich zu Unrecht bestraft. Schließlich nutzten ihre Betreiber keine manipulativen SEO-Maßnahmen, um die Suchergebnisse zu verbessern. Trotzdem traf sie das Update, was für große Irritationen sorgte. Deutliche Verluste im Ranking betrafen nicht nur Webspam, sondern auch seriöse Angebote. Zur direkten Korrektur von derartigen Fehlern und als Reaktion auf die harsche Kritik musste Google rasch reagieren. So gab die Suchmaschine bereits im Folgemonat ein weiteres Update aus, das den Namen Brandy tragt.

Hintergründe zum Update

Ende der 1990er Jahre veränderte Google das Internet. Die Suchmaschine entwickelte sich zur Startseite von Nutzern. Das erfolgreiche Geschäftsmodell bedrohten rasch Internetseiten, die in den Suchergebnissen auftauchten. Durch Webspam-Maßnahmen gelang es solchen Seiten, den Algorithmus zu täuschen, sodass es zur massiven Manipulationen von Suchergebnisseiten (SERP) kam. Solches Vorgehen störte nicht nur die Nutzer, sondern bedrohte das Geschäftsmodell von Google. Schließlich geriet das AdWords-Programm der Suchmaschine in Gefahr. So konnten damalige User schlussfolgern, dass die geschalteten Anzeigen von ähnlicher Qualität wie die minderwertigen Suchergebnisse seien.

Zur Jahrtausendwende besaß Google noch nicht die dominierende Position. Es bestand stärkere Konkurrenz im Kampf um die Marktanteile. Daher schien es besonders wichtig, rasch zu reagieren. Schließlich sollten weder die Werbekunden noch die Nutzer das Vertrauen in die Suchmaschine verlieren. In rascher Reihenfolge veröffentlichte Google daher Updates, die sich gegen den Webspam richteten. Zur Eindämmung publizierten die Verantwortlichen zunächst das Florida Update, das sie ab 2003 in den Suchalgorithmus implementierten. Zur Perfektionierung schob Google das Austin Update an, das im folgenden Jahr veröffentlicht wurde. Ein weiteres Update, das sich ebenfalls gegen Webspam richtete, erschien wenig später.

Vor diesen Aktualisierungen rankte die Suchmaschine nach definierten Kriterien. So analysierte der Algorithmus unter anderem die Position und die Dichte von Schlüsselwörtern. Die Berücksichtigung von Meta-Tags und internen Verlinkungen floss ebenfalls in die Analyse von Webseiten ein. Außerdem achtete Google auf die Relevanz von Texten. Diese bekannten Kriterien führten dazu, dass die Betreiber von Webseiten mittels manipulativer Maßnahmen auf das Suchergebnis starken Einfluss nahmen. Durch das Zusammenspiel aus fokussierten Keywords und durch einen massiven Linkaufbau ließ sich das Ranking sehr leicht verbessern. Mit dem Austin Update führte Google daher einen neuen Faktor zur Berechnung von Links ein. Die Verlinkungen von themenrelevanten Drittseiten gewichtete die Suchmaschine nun stärker.

Problematik des Updates

Es verging nur wenig Zeit, bis die Austin Aktualisierung ihre Wirkung entfaltete. Schon kurz nach Erscheinen des Updates entfernte der Algorithmus zahlreiche Spam-Seiten aus dem Indizierungsprozess. Leider traf Austin aber auch Betreiber, die auf SEO-Spam verzichteten. Zahlreiche Internetseiten waren zu Unrecht betroffen. Diese kollateralen Schäden verloren ihr gutes Ranking in den Google-Ergebnissen, obwohl sie keine Manipulationen vornahmen. Manche Seiten verschwanden zeitweilig komplett aus dem Index, was für Empörung sorgten. Große Anbieter wie eBay oder Amazon profitierten dafür stark. In den Suchergebnissen tauchten solche Anbieter, die eine große Zahl von Verlinkungen aufweisen, fortan an vorderster Stelle auf. Die Webseiten die sich durch Linkkauf und mittels Eintragungen in Linkfarmen einen Vorteil verschaffen wollten, mussten oftmals negative Auswirkungen in Kauf nehmen.

Ernsthafte Konsequenzen gab es für die Betreiber von kleineren Internetseiten. Projekte, die zur Monetarisierung bestanden, klagten über massive Einbrüche bei den Besucherzahlen. Ähnliches berichteten die Betreiber von Onlineshops. Kleinere Anbieter sprachen von massiven Umsatzverlusten, weil sich die Zahl der Besucher nach dem Austin Update stark reduzierte. Der große Trafficverlust sorgte für starke Kritik. Die Konsequenzen der Aktualisierung verglichen Netzjournalisten mit den Panda– und Penguin-Updates, die ebenfalls sehr umstritten waren. Harsche Reaktionen führten schon 2004 dazu, dass Google eine weitere Aktualisierung durchführte.

Folgen des Updates

Neue Filtermechanismen, die Backlinks von Drittseiten höher bewertet als Verlinkungen innerhalb von Internetseiten, veränderten das Netz. Konnten Webseiten-Betreiber zuvor über steuerbare Kriterien wie die Keyword-Positionen und die Meta Tags das Ranking entscheidend beeinflussen, erschwerte die Austin Aktualisierung solches Vorgehen. Weil das Update auch zur Analyse des Contents fungierte, mussten Betreiber von Websites verstärkt eigene Inhalte bieten, die die Suchmaschine fortan belohnte. In der Folge bemühten sich viele Betreiber um einzigartigen Content. Durch eigene Texte konnten Onlineshops beispielsweise dafür sorgen, dass sich das Suchergebnis deutlich verbesserte. Für damalige Suchmaschinenoptimierer war das Update aber ein Schock. Ihre Spamseiten wurden entweder bestraft oder sogar komplett aus dem Google Index entfernt.

Die Suchergebnisse veränderten sich stark. Während vorher Spam- und Affliate-Webseiten in den SERPs auftauchten, wurden sie nun in großer Zahl entfernt. Leider betraf die Aktualisierung seriöse Internetseiten, die zumindest zeitweilig aus dem Index von Google verschwanden. Dafür profitierten große Anbieter, die über viele Eingangslinks verfügen. Anbieter wie Amazon und eBay freuten sich über Spitzenplatzierungen. Kleine Onlineshops hatten das Nachsehen. Trotzdem gilt das Austin Update als verhältnismäßig erfolgreich. Schließlich entfernte Google fortan Spam-Seiten, die das Suchen zuvor erschwerten.

Einen Monat nach dem Ausrollen von Austin folgte das Brandy Update, das der erfolgreichen Feinjustierung diente. Viele Internetseiten, die zu Unrecht durch die Austin Aktualisierung betroffen waren, tauchten nun erneut in den Ergebnisseiten der Suchmaschine auf. Die vollständige Rehabilitation solcher Seiten, die zeitweilig aus dem Index entfernt wurden, war das gewünschte Ergebnis des eilig nachgeschobenen Updates, das Austin vervollständigte. Solche Aktualisierungen, denen weitere Updates folgen sollten, dienten als Bausteine für eine bessere Suchmaschine. Von diesem Kampf gegen Black Hat SEO Methoden profitieren heutige Nutzer, die weniger Spam finden, wenn sie die Suchmaschine verwenden.


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